Bundesverkehrswegeplan mit Licht und Schatten

Projekt „Ortsumfahrung Hardheim“ gestorben

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra)  Am vergangenen Mittwoch hat das Bundeskabinett den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) beschlossen, der festlegt, in welche Straßen-, Schienen- und Wasserstraßen der Bund bis 2030 investiert. Noch im April hatte unter anderem Landrat Dr. Achim Brötel die Öffentlichkeitsbeteiligung genutzt, um zu den Projekten, die den Neckar-Odenwald-Kreis unmittelbar betreffen, Stellung zu nehmen. Dementsprechend genau wurde deshalb jetzt auch im Landratsamt der verabschiedete Plan analysiert. „Viele Projekte finden sich in den richtigen Kategorien, für die wir auch im Vorfeld gekämpft haben. Extrem enttäuscht sind wir aber, dass die Ortsumfahrung Hardheim nicht als vordringliches Projekt gelistet ist. Das ist so weder verständlich noch akzeptabel. Man muss also in der Tat von Licht und Schatten sprechen, wenn man den Plan bewertet“, bilanzierte Dr. Brötel.

In Einzelnen zeigte sich der Landrat erfreut, dass die Ortsumfahrung Adelsheim wie erwartet unter den bereits laufenden und fest disponierten Projekten gelistet ist. Damit können die Bauarbeiten nach der Fertigstellung des Anschlusses an die Landesstraße 519 nahtlos mit dem Bau der Brücke in Richtung Business-Park Adelsheim und Oberschefflenz weiterlaufen, worauf man auch dringen werde. Auch die Ortsumfahrung Elztal-Neckarburken wird im „Vordringlichen Bedarf“ geführt. Dagegen findet sich die Ortsumfahrung Hardheim lediglich in der Kategorie „Weiterer Bedarf ohne Planungsrecht“. Damit müsse man eigentlich davon ausgehen, dass das Projekt tot sei. Einmal mehr bleibe somit die bittere Erkenntnis, dass der Bund trotz der Intervention der örtlichen Bundestagsabgeordneten zwar viel von der Unterstützung der Konversionsgemeinden rede, dem dann aber nicht die erforderlichen Taten folgen lasse. Gleichwohl werde man aber nichts unversucht lassen, um dennoch nach Lösungen für Hardheim zu suchen. Realistischerweise müsse man aber sehen, dass die Entscheidung der Bundesregierung dafür nur wenig Spielräume lasse.

Dass in dem Plan die geplante Verlängerung und der Ausbau der Neckarschleusen von Mannheim bis Plochingen im „Vordringlichen Bedarf“ eingestuft ist, zeige die Bedeutung des Neckars als Wasserstraße. „Hier stellt der Plan die absolut richtigen Weichen, denn nur so kann die Straße vom Transport schwerer Güter nachhaltig entlastet werden“, so Dr. Brötel. Auch da werde man aber sehr dezidiert darauf drängen, dass den Worten auch Taten folgen. Moderne Containerschiffe seien für große Lasten eine deutlich effizientere und ökologischere Alternative als der Transport auf ohnehin schon überlasteten Straßen.

Ausdrücklich zu begrüßen sei schließlich, dass die Ortsumfahrungen in Offenau und Jagstfeld (Landkreis Heilbronn) im Kapitel „Neue Vorhaben – Vordringlicher Bedarf“ gelistet sind. Diese hätten für den Neckar-Odenwald-Kreis gerade wegen ihrer Zubringerfunktion zur Autobahn eine ganz erhebliche verkehrlicher Bedeutung.

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