Handwerks-Azubis lernen für die Zukunft

Sechs Ausbildungsberufe werden modernisiert – Präsident Alois Jöst: „Neue Technik, mehr Kundenorientierung“

(hwk) Zum Start ins neue Ausbildungsjahr 2016 lernen Handwerks-Azubis in sechs Berufen bereits für die Zukunft. Neue Techniken, neue Einsatzgebiete, noch mehr Kundenorientierung sind die Stichworte. Handwerk, Gewerkschaften und die Bundespolitik sorgen alljährlich dafür, dass die Ausbildungsordnungen an die aktuellen Entwicklungen angepasst werden – so bleibt die Ausbildung im Handwerk zukunftsfest.
Rund 1.800 junge Menschen starten in diesen Tagen ihre Ausbildung im Handwerk der Region. Alois Jöst, Präsident der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald, und selbst Maler- und Lackierermeister, begrüßt die angehenden Nachwuchskräfte: „Bei über 130 Ausbildungsberufen finden alle im Handwerk ihren Wunschberuf. Jeder kann seine Ziele selbst definieren – nach oben sind dabei keine Grenzen gesetzt!“

Mit dem neuen Ausbildungsjahr wurden sechs Ausbildungsprofile des Handwerks modernisiert und an aktuelle technologische Entwicklungen wie die Digitalisierung angepasst:

Bei den Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik steht die Einführung der gestreckten Abschlussprüfung im Fokus. Sie stellt sicher, dass einige Kompetenzen bereits zur Hälfte der Ausbildungszeit abgeprüft werden. Bisher wurden Handlungsfelder benannt – künftig gibt es Einsatzgebiete (Sanitärtechnik, Heizungstechnik, Lüftungs- und Klimatechnik, erneuerbare Energien und Umwelttechnik). Das Einsatzgebiet wird vom Ausbildungsbetrieb festgelegt und ist in der Abschlussprüfung zu berücksichtigen.

In der Ausbildung zum Dachdecker gibt es statt zwei künftig fünf Schwerpunkte (Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand, Reetdachtechnik). Insbesondere die Energietechnik berücksichtigt dabei die neuesten technologischen Entwicklungen der Branche: vom Schutzdach zum Nutzdach.

Hauptgrund für die Neuordnung bei den Graveuren sind die technologischen Entwicklungen im Bereich digitaler auf- und abtragender Verfahren. Auch hier wird die gestreckte Gesellenprüfung eingeführt. Die Struktur der Verordnung ändert sich ebenfalls: Bislang gab es zwei Schwerpunkte (Flachgraviertechnik und Reliefgraviertechnik), nun wird der Beruf ohne Differenzierung ausgebildet.

Die Ausbildungsberufsbezeichnung der Hörgeräteakustiker wird in Hörakustiker geändert. Einen neuen fachlichen Schwerpunkt bilden personenbezogene Dienstleistungen. Damit wird dem verstärkten individuellen Beratungsbedarf der Kunden bereits in der Ausbildung Rechnung getragen.

Verfahrens- und Produktinnovationen, aber auch die veränderten Kundenanforderung machen die Neuordnung der Metallbildner erforderlich. Auszubildenden stehen künftig die drei Fachrichtungen Gürtlertechnik, Metalldrücktechnik oder Ziseliertechnik offen. Auch bei den Metallbildnern wurde die gestreckte Gesellenprüfung eingeführt.

Bei der Neufassung der Ausbildungsordnung der Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker stehen ebenfalls neue technologische Entwicklungen der Branche im Mittelpunkt. Vor allem bei der Antriebs- und Steuerungstechnik hat sich das Angebot der Betriebe in den vergangenen Jahren weiterentwickelt.

Kammerpräsident Alois Jöst begrüßte die Aktualisierung der Berufe. Damit mache das Handwerk deutlich, dass es ständig auf der Höhe der Zeit ist und dem Jahresmotto der Kammer „Die Zukunft ist unsere Baustelle“ in beeindruckender Weise gerecht werde.

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