Mit Zitronenlimonade zur Urinkontrolle

Taubertalfestival beendet – Kontrollen erfolgreich

(ots) Wie schon in den vergangenen Jahren wurde auch in diesem Jahr wieder deutlich, wie wichtig die Großkontrollen vor, während und nach dem Taubertalfestival in Rothenburg sind.

Albrecht Kucher war der Einsatzleiter für die Kontrollstellen an den Zufahrtsstraße auf der baden-württembergischen Seite. Der Erste Polizeihauptkommissar zeigte sich zwischendurch einerseits besorgt über die hohe Zahl der Beanstandungen, war aber auch zufrieden wegen der überwiegend einsichtigen Festivalbesucher, die sich mit den Kontrollen und der Polizei arrangierten.

„Für uns stand nicht im Vordergrund autofahrende Festivalteilnehmer, die noch Restalkohol hatten oder unter Drogeneinfluss standen, zu bestrafen. Viel wichtiger war und ist uns, Unfälle zu verhindern“ machte Kucher deutlich. Der Leiter des Polizeireviers Bad Mergentheim weiß aus Erfahrung von den vergangenen Festivals: „Die meist jungen Leute sind noch gut drauf von den Erlebnissen während des Events und wenn dann noch die eingeschränkte Fahreignung hinzukommt, ist die Gefahr, dass es auf der Heimfahrt zu den berüchtigten Disko-Unfällen kommen könnte, enorm groß“. Deshalb wurde den Autofahrern wieder die Möglichkeit gegeben, vor Antritt der Heimfahrt – besonders am Montagvormittag – ihren Alkoholpegel feststellen zu lassen.

Rund 350 Fahrerinnen und Fahrer nahmen das Angebot während des Festivals und insbesondere vor der Heimreise auch in diesem Jahr dankend an. Für mehrere der Atemalkoholtestteilnehmer, die eigentlich starten wollten, war das gut so, denn sie lagen zum Teil noch deutlich im Bereich, der als nicht fahrtüchtig festgelegt ist. Ein junger Mann hatte sogar noch 1,6 Promille. Die Vernunft siegte, die Heimkehrer mit einer Fahne legten sich noch einmal schlafen. Trotzdem gerieten acht Autofahrer mit Rauschgift oder Alkohol im Blut an den Kontrollstellen ins Visier
der Polizisten und mussten zu einer Blutentnahme. Bei sechs Fahrzeuginsassen fanden die Beamten Rauschgift. Kurios war die Kontrolle eines 35-Jährigen. Der Mann wurde als Fahrer eines PKW angehalten. Sein Verhalten war auffällig und auch an den Augen sahen die erfahrenen Polizisten, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Einem Urintest stimmte er zu, wollte diesen aber in einem Gebüsch durchführen. Doch er konnte die Beamten nicht mit dem Inhalt seines
Testbechers täuschen. Diese wussten natürlich, dass es keinen weißen Urin mit Kohlensäure gibt. Der Mann hatte versucht, seine Gegenüber
mit Zitronenlimonade hinters Licht zu führen.

Für die Abfahrtskontrollen wurden Kräfte von mehreren Revieren des Heilbronner Polizeipräsidiums zusammengerufen. Beamte der Verkehrspolizei, der Diensthundeführer und der Bereitschaftspolizei kamen als Verstärkung und zur Unterstützung hinzu. Interessant ist, dass, obwohl eigentlich allen Konzertteilnehmern bekannt sein müsste, dass die Großkontrollen vor und nach dem Festival stattfinden, relativ viele „Schwarze Schafe“ ins Netz der Kontrolleure gerieten.

Manche fühlten sich offensichtlich zu sicher und wähnten ihre Drogen gut versteckt. Die besonders geschulten Beamten mit Unterstützung der Drogenspürhunde ließen sich allerdings nicht täuschen. Insgesamt gab es über die Festtage auf der baden-württembergischen Seite 69 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, bei 50 Personen wurde Rauschgift gefunden und sichergestellt. Außerdem gab es noch andere Anzeigen vom Fahren ohne Fahrerlaubnis bis zu Vergehen gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz.

Gemeinsam mit den bayrischen Kollegen, wurden über die komplette Festivaldauer insgesamt 52 Fahrzeuglenker wegen dem Fahren unter Alkohol- oder Drogenbeeinflussung zur Anzeige gebracht. Einsatzleiter Albrecht Kucher war am Ende sehr zufrieden: „Wir haben unser Ziel erreicht, es gab keinen schweren Unfall. Unsere Maßnahmen haben für eine ruhige Anfahrt und eine sichere Heimfahrt der Festivalteilnehmer, die über das Gebiet des Main-Tauber-Kreise fuhren, gesorgt“. Auch wenn für diesen Einsatz viel Personal benötigt wird, ist für den Ersten Polizeihauptkommissar klar: „Die logische Konsequenz ist, dass für
das nächste Jahr ähnliche polizeiliche Maßnahmen geplant werden“.

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1 Kommentar

  1. Der junge man hätte mal orangenlimo versuchen sollen. Da wäre zumindest die Farbe in die richtige Richtung gegangen

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