Hochwasserschutz durch Flurneuordnung

In sechs Verfahren im Main-Tauber-Kreis 15,5 Hektar Fläche bereitgestellt

(pm) Der Hochwasserschutz und die Rückhaltung des Niederschlags in der Fläche sind nach den Starkregen-Ereignissen der vergangenen Monate in den Fokus gerückt. Hier kann auch die Flurneuordnung einen wichtigen Beitrag leisten: „Oftmals wird erst durch eine Flurneuordnung der Bau von wichtigen Hochwasserrückhaltebecken ermöglicht. Die Abflussdämmung sowie der Wasserrückhalt in der Fläche sind Kennzeichen der modernen Flurneuordnungsverfahren“, erklärt Landrat Reinhard Frank.
Allein im Main-Tauber-Kreis wurden bisher in sechs Flurneuordnungsverfahren rund 15,5 Hektar Fläche für den Hochwasserschutz zur Verfügung gestellt. Die Flächen werden für den Dammbau, den Einstaubereich für das fünfjährige Hochwasser oder zur Gewässerrenaturierung verwendet.

„Die Flurneuordnung verfügt über die geeigneten Werkzeuge der Bodenordnung, um ein zielgerichtetes Flächenmanagement betreiben zu können. Dies kommt allen Eigentümern und Bewirtschaften der Flächen in einem Flurneuordnungsgebiet zu Gute, da in einem solchen Verfahren viele Nutzungskonflikte entschärft werden können“, ergänzt der Landrat.

Die Maßnahmen der Flurneuordnung zum Hochwasserschutz beschränken sich aber nicht nur auf die Flächenbereitstellung. „Es kann auch durch die Umwandlung von Acker- in Grünlandflächen, insbesondere in erosionsgefährdeten Bereichen oder in Talauen, eine standortgerechte Landnutzung ermöglicht werden. Ein ebenfalls geeignetes Mittel ist die Drehung der Bewirtschaftungsrichtung quer zum Hang. Dadurch wird die Fließgeschwindigkeit des Oberflächenwassers reduziert und die Erosion minimiert“, erläutert Werner Rüger, Dezernent und Amtsleiter für die Flurneuordnung beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Ebenfalls zum Handwerkszeug gehören demnach die Ausweisung und Gestaltung von Gewässerrandstreifen sowie die Erhaltung und Neuanlage von Geländemulden zur Rückhaltung des Oberflächenwassers im Gelände.

Im den laufenden Flurneuordnungsverfahren werden diese Gestaltungsmittel stets berücksichtigt. Aber auch der der Bau weiterer Hochwasserrückhaltebecken steht im Main-Tauber-Kreis an. Aktuell läuft das Wasserrechtsverfahren für die Hochwasserschutzmaßnahmen am Brehmbach in der Gemeinde Königheim. Auch hier bietet sich laut Werner Rüger die Umsetzung mit einem Flurneuordnungsverfahren an. Die Gemeinde Königheim habe diesbezüglich bereits Kontakt mit der Flurneuordnungsverwaltung im Landratsamt Main-Tauber-Kreis aufgenommen. „Nach der Bürgermeisterwahl werden wir die Gespräche weiterführen und auch die Bürger der Gemeinde über das Projekt und die geplante Umsetzung informieren“, erklärt Werner Rüger abschließend. lra


Das Hochwasserrückhaltebecken in Bad Mergentheim – Neunkirchen, das mit einem Flurneuordnungsverfahren realisiert wurde, erfüllt bereits seit 2005 seinen Zweck. (Foto: pm)

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