Mosbach: Freispruch nach Messerattacke

Das Schwurgericht des des Landgerichts Mosbach hat heute einen 51-Jährigen vom Vorwurf des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung freigesprochen. Das Gericht hielt es für erwiesen, dass der Angeklagte in Notwehr gehandelt hat. Für die erlittene Untersuchungshaft sprach das Gericht dem Mann eine entsprechende Entschädigung zu. Außerdem wurde der Haftbefehl gegen den Angeklagten aufgehoben.
Die Staatsanwaltschaft hatte einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 7 Jahren und 6 Monaten, gefordert. Dieser Forderung hatte sich der Nebenklägervertreter angeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft Mosbach hatte dem 51- jährigen Angeklagten türkischer Staatsangehörigkeit vorgeworfen, den Ex-Mann, im Rahmen einer verbalen und körperlichen Auseinandersetzung mit einem 20-30 Zentimeter langen Messer lebensgefährlich verletzt zu haben.

Durch Stiche auf den Oberkörper und in dem Hals habe der geschädigte Ex- Ehemann Stichverletzungen am Mundboden mit Bruch des Zungenbeins, Stichverletzungen am linksseiteigen Brustkorb mit Lungengewebsverletzung und Blutverlust, vier Stichverletzungen im Bauch mit Eröffnung der Bauchhöhle und vier Eröffnungen des Dünndarms mit 1,5 Litern Blut in der Bauchhöhle, Stichverletzungen am rechtsseitigen Oberarm, mit Verletzung der Blutader und des Deltamuskels sowie Verletzungen am Kopf erlitten.

Anschließend habe der Angeklagte den Tatort verlassen, ohne sich um den Verletzten zu kümmern, da ihm dessen Tod gleichgültig gewesen sei. Der Tod des Opfers habe letztlich nur durch ärztliche Maßnahmen verhindert werden können.

Das Landgericht hielt es jedoch nach der Vernehmung von vier Zeugen in der Hauptverhandlung für erwiesen, dass der später schwer verletzte Ex-Mann zunächst auf den im Auto sitzenden neuen Lebenspartner seiner Ex-Frau eingeschlagen habe, der dann in Notwehr zum Messer griff .

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: