Walldürn: CDU besucht „Containerstadt“

(pm) Die besten Eindrücke bekommt man, wenn man sich selber ein Bild macht, getreu diesem Motto besichtigte die CDU-Stadtratsfraktion Walldürn gemeinsam mit Bürgermeister Markus Günther und einigen Ortsvorstehern die Flüchtlingsunterkunft beim ehemaligen Lidl.
Informationen und Hintergründe kamen direkt aus erster, Hand. Der verantwortliche Fachdienstleiter Manfred Schärpf, der Leiter der Unterkunft, Marcel Daubner, die Sozialarbeiterin vor Ort, Carina König und der Hausmeister, Reinmuth Straub, boten einen Einblick aus den unterschiedlichsten Gesichtspunkten.

Die Unterkunft ist aktuell lediglich mit Männern der unterschiedlichsten Altersklasse aus verschiedenen Ländern belegt. Geplant ist auch die Unterbringung von Familien, für welche bereits Platz vorgehalten wird.
Es wurde klar, dass an vielen Enden Arbeit und Motivationsarbeit für die Sozialarbeit, den Hausmeister und den Heimleiter wartet. So sei das Ordnungsempfinden der Asylbewerber häufig ein anderes, als das bei uns gewohnte – jedoch versicherte Carina König schmunzelnd, dass es auch bei deutschen Männern nicht zwingend anders ist, wie ihr ihre Erfahrung bei der Bundeswehr zeige.

Häufig geht es aber auch einfach darum den Asylbewerbern zu zuhören und kleine Befindlichkeiten zu lösen, so wurden die Duschen nach Religion und Herkunft getrennt, und ein Gebetsraum mit Gebetszeiten eingerichtet.

Wie die mittlerweile geschlossene Interimsunterkunft im alten Lidl-Gebäude ausgesehen hat, interessierte die Anwesenden auch, so ließen es sich die Verantwortlichen nicht nehmen, auch hier einen Blick zu wagen. Eins war allen klar, besser als unter freiem Himmel oder im Krieg sei eine solche Interimslösung allemal, aber sicher keine Lösung auf Dauer. Über einhundert Menschen, getrennt nur durch Folien und Bauzäune, ohne Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre, da stoße auf Dauer jeder an seine Grenzen. Vor allem sei zu Bedenken, dass die Flüchtlinge häufig eine schwere Zeit hinter sich hätten, in der man oft niemandem trauen konnte, das sitzt häufig noch tief, so Daubner. Mit einem Lachen ergänzte Straub: „Man muss auch bedenken, dass jedes Geräusch und jeder Geruch, welcher vorne rechts entsteht auch hinten links landet.“

Es interessierte doch alle brennend, wie die Sozialarbeiterin als Frau von den Flüchtlingen akzeptiert und respektiert wird. „Ich habe mit den Flüchtlingen keine Probleme“ so König, natürlich gäbe es immer den einen oder anderen, der anfangs versucht seine Möglichkeiten auszuloten, aber das sei herkunftsunabhängig. „Man muss mit den „Jungs“ einfach offen umgehen und Klartext sprechen, dann gäbe es da keine Probleme, wie es überall ist“ so die Sozialarbeiterin.

Theo Staudenmaier dankte den Verantwortlichen für den tollen Einblick hinter die Kulisse der Containerstadt im Namen aller Anwesenden und wünschte Ihnen viel Erfolg für die weitere Tätigkeit.

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