Most das Jahres aus Mülben und Rittersbach

Most-Sommelier Kevin Schuhmacher präsentierte viel Neues über ein „altes“ Getränk


_Die Waldbrunner Mostproduzenten mit Sommelier Kevin Schuhmacher (3.v.re.) und Bürgermeister Markus Haas. Der Winterhauch-Most des Jahres kam von Daniel Schäfer vom Gasthaus Engel, der seinen Most im Gewölbekeller des Elternhauses lagert und reifen lässt. Als einzigem Teilnehmer konnte man bei diesem Kandidaten Apfel und Birne, also die ganze Landschaft herausschmecken, so Sommelier Schuhmacher. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Den besten Waldbrunner Most findet man im Gewölbekeller des Gasthauses Zum Engel in Mülben, so die einhellige Meinung der Jury, die bestehend aus Most-Sommelier Kevin Schuhmacher vom Hessischen und Bürgermeister Markus Haas, im Rahmen der Waldbrunner Mostwochen erstmals den „Winterhauch-Most das Jahres“ prämierte.

Insgesamt waren zehn Moste aus Waldbrunn und ein Most aus Rittersbach, der geschmacklich dem Waldbrunn-Sieger gleich kam, von ihren Erzeugern vorgestellt worden. Da jeder Tag an Reife, den ein Apfel länger am Baum hängt den Geschmack positiv beeinflusst, seien die Winterhauch-Äpfel wegen der vergleichsweise kurzen Vegetationszeit weniger süß, erklärte Sommelier Schuhmacher.

Wie wichtig dabei selbst Kleinigkeiten sein können zeigte sich am Schluss, als Sommerlier Schuhmacher alle Moste vorstellte und den Produzenten viele Tipps mit auf den Weg gab. So wurde der Zweitplatzierte Most von Walter Braun aus Dielbach sowohl in einer Glasflasche, als auch in einer Plastikflasche eingereicht, der nur „unter ferner liefen“ landetet. Kunststoffe verändern laut Schuhmacher bereits nach kurzer Zeit den Geschmack des Getränks. Daher empfehle er zur Aufbewahrung auch Edelstahlfässer bzw. große Glasbehälter. Selbst den vielbeschworenen traditionellen Holzfässern erteilte der Experte eine Absage. Bei einem Most solle man die Ostsorten, auf dem Winterhauch eben Apfel und Birne, und nicht das Fass schmecken, wie dies bei Weinen gewünscht wird.

Daher lobte er auch den Siegermost von Daniel Schäfer (Gasthaus Engel), dem es als einzigem Teilnehmer gelungen sei, den Geschmack der Landschaft einzufangen. Geschmacklich die gleiche Qualität hatte auch der Most aus Rittersbach .

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Ein Sonderlob ging an Maximilian Böhle (Es Cider-Haus) aus Oberdielbach, der seinem Süßmost Honig beigemischt hat und dieses Gemisch zum Gären gebracht hat. Damit sei dem jungen Kelterer ein ganz besonderes Geschmackserlebnis gelungen, lobte Sommerlier Schuhmacher.

Nach der Preisverleihung durch Bürgermeister Markus Haas, Sommelier Kevin Schuhmacher und dem Vorsitzenden des NABU Waldbrunn, Ernst Stephan, durften sich auch die Zuschauer vom Geschmack der verschiedenen Moste ein Bild machen.

Wer es lieber mit Süßmost hielt, wurde von den Schülern der vierten Klasse der Winterhauch-Schule bedient, die in diesem Jahr gemeinsam mit ihren Lehrern und Schulleiter Uli Schöpfwinkel für das Keltern zuständig waren. Mit Waffeln und Apfelkuchen sowie dem Waldkatzenbacher Laugen-Trematosaurus, war für die Abrundung der leiblichen Wohls gesorgt.

Auch die Waldbrunner Selbsterzeuger und Direktvermarkter Landwirt Bachert mit Kürbissen und Gemüse, Imker Herbert Klahn, der nicht nur seinen mit Gold prämierten Honig im Glas, sondern auch Wabenhonig, Gelee Royal sowie Kerzen anbot, sowie die Ziegen-Käserei Edelmann waren auf dem Markt präsent, der in diesem Jahr erstmals auf dem Lindenplatz in Waldkatzenbach stattfand. Darüber hinaus informierte der NABU Waldbrunn rund um das Thema Streuobstwiesen, deren Anlegung, Erhaltung, Pflege sowie Fördermittel. Außerdem nahmen die Naturschützer zahlreiche Bestellungen für Hochstamm-Obstbäume entgegen.


Erich Kaufmann aus Rittersbach hatte ebenfalls einen Sieger-Most präsentiert, der dem besten Waldbrunner Most geschmacklich ebenbürtig war. (Foto: Hofherr)

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