Beerfeldener Reitverein wird 90 Jahre alt

Kommersabend am 12. November in der Alten Turnhalle


(Repro: Ronald J. Autenrieth)
Beerfelden. (ra) Am 14. Februar 1926 wurde im Beerfeldener Hotel „Schwanen“ der Reit- und Fahrverein Oberzent gegründet. Ein Kommersabend am 12. November in der Alten Turnhalle bietet Gelegenheit den Festakt in größerem Rahmen zu begehen.

Einlass ist ab 18 Uhr, Bestandteil des Programms sind zahlreiche Ehrungen langjähriger und verdienter Vereinsmitglieder, eine Preisverleihung durch die Stadt Beerfelden sowie eine Filmvorführung zum bau der Reithalle in den sechziger Jahren, die vom Ehrenvorsitzenden des Vereins, Jürgen Frank, kommentiert wird. Durch den Abend führt der 1. Vorsitzende des RFVO, Ronald J. Autenrieth, für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt.

Gleich nach der Vereinsgründung vor 90 Jahren wurde ein Reiterfest mit Galopprennen durchgeführt, dazu kamen viel versprechende Übungen, wie „Apfelrennen“, Nadel- und Fadenreiten“ oder „der Kampf mit dem Hut“. Damit war der Ablauf des seit 1901 gefeierten „Beerfelder Pferdemarktes“ um eine Attraktion reicher, was bis heute so geblieben ist. 1930 fand aus Anlass der 600-Jahr-Feier der Stadt Darmstadt ein landesweiter Sternritt statt.

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Regelmäßige Reitstunden fanden im Sommerhalbjahr am Sonntagvormittag – bereits auf dem heutigen Turniergelände – statt. Dazu mussten sich die Aktiven schriftlich verpflichten, die Übungsstunden regelmäßig zu besuchen und bei Fehlen ohne begründete Entschuldigung immerhin 1 Reichsmark Strafe in die Vereinskasse zu zahlen.

Von 1933 bis zum letzten Turnier 1938 fanden beim Turnier auch vormilitärische Konkurrenzen statt, so etwa die Disziplin „Kleinkaliberschießen“. Nach dem Krieg ruhte der Reitbetrieb bis 1946 völlig.

Das 1. Nachkriegsturnier fand am 9./10.Juli 1950 statt. Das 1. Hallenturnier 1965, das 1. Jugendturnier 1980 und das 1. Fahrturnier 2002. Die große Zeit der Turniere und Erfolge kam Anfang der 60ziger Jahre. Die Zahl der Reitervereine wuchs ständig und damit auch die Anzahl der Veranstaltungen, doch die Stadt Beerfelden und der Reiterverein erkannten schon frühzeitig den besonderen Identität stiftenden Wert des Pferdemarkt-Turniers, das seit 1985 als großes Dreitagesturnier ausgetragen wird. Dabei waren die „Oberzent-Reiter“ stets im Vorderfeld zu finden.

Herausragendes Ereignis war ihr Start beim Hessischen Verbandsturnier 1967 im Schlosspark von Wiesbaden, wo vier jugendliche Reiter, Ludwig Krämer, Gerhard Kredel, Wilhelm Olt und Karlheinz Löb im Mannschaftswettbewerb einen sensationellen 2. Platz erreichten.

Die Reitlehrer des RFVO waren Persönlichkeiten, die Strapazen, wie etwa die Anfahrt im Winter bei Schnee und Eis ohne Murren auf sich nahmen.
Von 1961 bis 1993 gab es Fuchsjagden, teilweise hinter einer Hundemeute. „Das“ gesellschaftliche Ereignis in Beerfelden waren von 1961 bis 1996 die alljährlichen Reiterbälle. Dazu kamen Nikolausfeiern, Frühjahrs- und Altherrenritte, Filmabende, gemeinsame Wanderungen, Hochzeitsreiten, Reitkurse, Ochsenbrustessen, Teilnahme an Veranstaltungen anderer Vereine und Ausflüge als immer gern besuchte Veranstaltungen.

Mit dem Wachsen der sportlichen Veranstaltungen wurden auch die räumlichen Ansprüche größer. Am 30.Mai 1964 wurde das Richtfest der neu erbauten Reithalle gefeiert, im Spätherbst 1965 wurden ein vereinseigener Stall und die Trinkstube „Pferdetränke“ fertig gestellt. Die Bewirtung der „Pferdetränke“ übernahmen 1966 das Ehepaar Adolf und Karoline Knapp, danach Werner und Sofie Wilka, die 50 Jahre lang für den Verein tätig war.

Die verschiedenen Reitplätze wurden mehrmals erweitert, drainiert und in diesem Jahr mit einer neuen Einfassung versehen, am großen Platz stehen nun Flutlichtmasten.

Die heutige Reitanlage in der „Stried“ entspricht damit gehobenen Ansprüchen für sportlich anspruchsvolle Turniere. Seit 2007 trägt die Reithalle den Namen des Mannes, der einst ihren Bau initiierte: Professor Walter Hofmann Halle.

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