Landesregierung enttäuscht nach Unwetterkatastrophe

Talstraße muss für 3,72 Mio. Euro saniert werden – Abwasserkanal wird vergrößert – Rege Bautätigkeit wegen niedriger Zinsen


Minister Peter Hauk mit Bürgermeister Markus Haas und Ortsvorsteher Reinhard Kessler am Tag nach der Unwetterkatastrophe. Nach diesem Gespräch hofften die Kommunalpolitiker auf Finanzhilfen für die Beseitigung der massiven Schäden. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Sehr enttäuscht von der Landesregierung zeigte sich Waldbrunns Bürgermeister Markus Haas in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf dem Winterhauch. Setzte der politische Katastrophen-Tourismus gleich am Tag nach dem Unwetter über Waldbrunn mit dem Besuch von Landwirtschaftsminister Peter Hauk, pikanterweise ein Parteifreund des Gemeindeoberhaupts, nur wenige Stunden nach dem Extremregen, der Weisbach und Schollbrunn massiv in Mitleidenschaft zog, ein. Damals machte sich Hauk ein Bild von Schäden und dem Stand der Aufräumarbeiten (wir berichteten), und stellte dabei schnelle und unbürokratische Hilfen auch für die betroffenen Gemeinden in Aussicht. Genau auf diese Hilfen warte man bis heute leider vergebens, so Bürgermeister Haas.

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Grund für diese Enttäuschung war die Vorstellung der Sanierungsarbeiten in der Schollbrunner Talstraße/Rohlederstraße durch Marco Rieß vom Büro Sack und Partner. Die Gesamtkosten für die knapp einen Kilometer lange Straße von der Ortsmitte beim Feuerwehrgerätehaus bis zur Kläranlage, belaufen sich inklusive neuer, aufdimensionierter Abwasserkanäle, neuer Wasserleitungen, Gehwegen auf beiden Seiten und dem Vollausbau der Straße auf 3,72 Millionen Euro. Ein Investitionsvolumen das nach der Katzenbuckel-Therme und der neuen Wasserversorgung zu den höchsten gehört, die jemals in der Gemeinde angefallen sei, so Haas. Ohne Zuschüsse aus diversen Töpfen könne man die Maßnahme nicht in Angriff nehmen, ließ Haas das Gremium wissen. Die Zuschüsse belaufen sich im Idealfall auf 50 Prozent, ließ Kämmerer Joachim Gornik das Gremium wissen, sodass sich die Kosten für die Gemeinde unter Berücksichtigung diverser Kostensteigerungen auf knapp 2 Mio. Euro. Genau deshalb habe man auf Landeshilfe gehofft.

Zwar seien nicht alle Schäden auf das Unwetter zurückzuführen, stellte Haas klar, aber gerade die Verlegung größerer, weil zerstörter Abwasserkanäle sowie viele Unterspülungen der Straße wie an der katholischen Kapelle sichtbar, seien unmittelbar dem Extremregen geschuldet. Hier habe man, den Ministerworten Glauben schenkend, zumindest auf zusätzliche Mittel im Gemeindeausgleichstock gehofft. Entsprechend groß ist nun die Enttäuschung.

Der Vorplatz der Kapelle in Schollbrunn wurde ebenso unterspült… 
Man habe zwar noch andere Varianten kalkuliert, so Planer Marco Rieß, diese seien aber nicht so nachhaltig, wie der Austausch der Abwasserkanäle und der Vollausbau.

Weitere Punkte waren erfreulicher Natur. So konnte man mehrere Bauplätze im Baugebiet Hahnenfeld II veräußern und somit einen Rückfluss in die Gemeindekasse verbuchen und stimmte einem Bauantrag in der Schulstraße in Oberdielbach zu. Außerdem verabschiedete man für den Ortsteil Weisbach eine sogenannte Einbeziehungssatzung, wodurch in der Wilhelmstraße fünf neue Bauplätze entstehen, für die es ebenfalls bereits Vormerkungen gibt. Dort werden als Ausgleichsmaßnahmen artenreiche Streuobstwiesen entstehen, die auch auf die Schulstraße verrechnet werden. Die niedrigen Zinsen regen auch in Waldbrunn anscheinend die private Bautätigkeit an, freute sich Haas bei diesem Themenkomplex.

Darüber hinaus wurden die Arbeiten für die Ertüchtigung des Brandschutzes in der Winterhauch-Schule zum Preis von 103.000 Euro an die Firma Betzwieser aus Mosbach vergeben und die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 250.000 Euro für den Wasserversorgungsbetrieb bewilligt.

Nachdem das Gremium der Neubesetzung diverser Ausschüsse zugestimmt hatte, die wegen des Ausscheidens von Robin Bracht und dem Nachrücken vor Doris Hering notwendig geworden war, informierte Bürgermeister Markus Haas über Änderungen der Ruftaxi-Linien mit dem Winterfahrplan ab Mitte Dezember.

Außerdem gab er die Inhalte verschiedener nicht-öffentlicher Sitzungen bekannt. So wurde der Kaufpreis für ein Gewerbegrundstück in Oberdielbach ebenso beschlossen, wie die Änderung von Schichtplänen in der Katzenbuckel-Therme. Daneben ging es um einen Grundstückserwerb, die Beschaffung eines Fahrzeugs für den Bauhof sowie den Rechtsstreit mit einem Unternehmen.


…wie die Talstraße samt Gehwegen bis zur Kläranlage Schollbrunn. (Fotos: Hofherr) 

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