Wir müssen uns die Weltoffenheit bewahren“

Stadt Neckarsulm ehrt Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft


 Mit einem Kranz ehrte OB Steffen Hertwig am Volkstrauertag die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem Alten Friedhof Steinachstraße in Neckarsulm. (Foto: snp)
Neckarsulm. _(snp)
Die Stadt Neckarsulm hat am Volkstrauertag an die Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, Terror, Verfolgung und Vertreibung erinnert. Im Rahmen einer öffentlichen Gedenkfeier legte Oberbürgermeister Steffen Hertwig am Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege auf dem Alten Friedhof Steinachstraße einen Kranz nieder. „An diesem Tag der Trauer machen wir uns bewusst, wie kostbar und zerbrechlich der Frieden ist“, mahnte Steffen Hertwig. Das geistliche Wort zum Totengedenken sprach Pfarrer Walter Keppler. Würdevoll umrahmt wurde die Feierstunde vom Musik- und Gesangverein Dahenfeld und dem Gesangverein Concordia.

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Für die Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs rufe der Volkstrauertag die eigenen persönlichen Erlebnisse, etwa die Zerstörung von Neckarsulm am 1. März 1945 in Erinnerung. „Wir Nachgeborene, wie ich selbst, können nur erahnen, wie es sein muss, Familie und Zuhause zu verlieren“, bemerkte OB Hertwig. Umso eindringlicher mahne der Volkstrauertag zu Versöhnung, Verständigung und Frieden. „Krieg, Gewaltherrschaft und Terror finden weltweit statt.“ Heute seien leider mehr Menschen auf der Flucht als je zuvor. „Diese Menschen suchen Schutz in Europa, in Deutschland und auch in Neckarsulm“, erklärte Steffen Hertwig.

Die große Zahl der Flüchtlinge unterzubringen, stelle auch die Stadt vor eine schwierige Aufgabe. Nicht alle Neckarsulmer seien mit der Verteilung der Asylbewerber auf die Stadtteile einverstanden. Daher werde sich der Gemeinderat auch nochmals mit diesem Thema beschäftigen. OB Hertwig stellte aber auch fest: „Neckarsulm ist eine weltoffene Stadt. Wir müssen uns diese Weltoffenheit bewahren.“ Er rief alle dazu auf, „gemeinsam offen auf die bei uns ankommenden Menschen zuzugehen und sie in unsere tolle Stadtgemeinschaft zu integrieren“.

Der Volkstrauertag mache die Bedeutung dieser Aufgabe ganz besonders bewusst. „Der Gedenktag ermahnt uns, für Frieden, Verständigung, Demokratie und Menschenrechte einzutreten und diese Errungenschaften zu bewahren.“
Pfarrer Walter Keppler erinnerte an den 100. Jahrestag der Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg. Die Offensive der deutschen Truppen an der Westfront sei bald in einen erbarmungslosen Stellungskrieg mit „unerbittlichen Kämpfen, Blutvergießen und unsagbarem Leid“ übergegangen. „Am Ende haben alle verloren, und zwar die Menschlichkeit, wie sie in jedem Krieg verloren geht“, erklärte Walter Keppler. „Wir sind aufgerufen, alles zu tun, um den Frieden zu erhalten und dass Frieden wird.“ Dies sei die Mahnung „aller, die durch Krieg, Gewalt und Terror gestorben sind“.

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