Zum Abschluss gab es Akrobatik

Johannes-Diakonie feierte 40 Jahre therapeutisches Reiten am Standort Schwarzach


(Foto: pm)
Schwarzach. (pm) Bei Annette Stevenson kommen beide in Bewegung: Pferd und Reiter. Assistentin Romina Schütz lässt auf dem Wallach „Nick“ die Arme kreisen, dreht sich, bis sie rücklings auf dem Pferd sitzt, oder bewegt die Arme wie ein Jogger im Takt der Pferdetritte. Dabei kommt sie ganz schön ins Schwitzen, doch die Übungen haben einen Sinn. Sie helfen, Haltungsfehler des Reiters zu korrigieren, wie die Physiotherapeutin und Pferdewirtschaftsmeisterin Stevenson ihrem Publikum erklärt.

Seit 40 Jahren bietet die Johannes-Diakonie am Standort Schwarzach therapeutisches Reiten an. Dieser Jahrestag wurde nun auf dem Schwarzacher Hof mit einem Fachtag begangen, den unter anderem die Expertin Annette Stevenson mit einer Vorführung in der Reithalle des Schwarzacher Hofs bereicherte. Unter den Zuschauern waren ehemalige und derzeitige Mitarbeiter sowie andere Fachleute, aber auch ehrenamtliche Helfer, Freunde und Förderer der Reithalle. Gemeinsam verbrachte sie einen anregenden Tag mit Vorträgen, Vorführungen und gemütlichem Beisammensein.

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Zu Beginn des Fachtags hatte der zuständige Bereichsleiter der Johannes-Diakonie, Thorsten Kaiser, die Gäste im Speisesaal des Schwarzacher Hofs begrüßt. Bevor Annette Stevenson mit einem Vortrag zum Thema Sitzschulung das Publikum auf die Vorführung in der Reithalle einstimmte, nahm die ehemalige Physiotherapeutin der Johannes-Diakonie, Ute Grünwald, es mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen des therapeutischen Reitens in Schwarzach. Grünwald hatte 1972 das Angebot mit aus der Taufe gehoben, zunächst in Kooperation mit dem Reitclub Mosbach. Wenig später wurden mit Hilfe von Fördermitteln die Reithalle gebaut und zunächst zwei Therapiepferde angeschafft. In den folgenden Jahren wurde das Angebot rasch erweitert. Eindrücke aus der bewegten Vergangenheit der Reithalle vermittelte beim Fachtag eine reich bebilderte Ausstellung.

Den Betrieb in der Reithalle leiten inzwischen Barbara Link und Wolfgang Geier. Mit einem Team von Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern organisieren sie für Schüler, Bewohner oder Patienten aus der Johannes-Diakonie, aber auch von außerhalb, Angebote aus dem Bereich des therapeutischen Reitens. Wolfgang Geier übernahm es am Fachtag, den Besuchern in der Reithalle die Reitpferde vorzustellen, die alle vom Reithallen-Team ausgebildet wurden. Vom Shetland-Pony „Biene“ bis zur betagten Andalusier-Stute „Santana“ sind unter den insgesamt zwölf Tieren ganz unterschiedliche Rassen, Größen und Altersgruppen vertreten. Die Mischung ist gewollt, wie Geier betonte: „Je nachdem mit welchen Patienten wir es zu tun haben, brauchen wir junge und alte, schnelle und langsame Tiere.“

Doch die Besucher lernten in der Reithalle nicht nur die Pferde und ihre Leistungen kennen, sondern auch praktische Geräte wie bewegliche Sitzhocker und Petzibälle, mit denen sich auch ohne Pferd viel für eine gesunde Haltung tun lässt. Dass zumindest auf einem Pferdemodell noch weit mehr möglich ist als nur Armkreisen, zeigte zum Abschluss der Vorführung Reithallen-Mitarbeiter Philipp Blankenhorn mit einer akrobatischen Einlage.

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