Kreisstraßen,, Fernbusse und Verspätungen

Verkehrsthemen beschäftigten Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr bei einer Sitzung in Billigheim

Billigheim. (lra) Weniger die Wirtschaft oder die Umwelt, aber dafür umso mehr der Verkehr stand am Montag im Mittelpunkt einer umfangreichen Sitzung des zuständigen Kreistagsausschusses in Billigheim. Für die Bereitstellung des Sitzungssaals ging der Dank von Landrat Dr. Achim Brötel zunächst an Bürgermeister Reinhold Berberich, der den Kreisräten in einem Grußwort aktuelle Projekte in der Gemeinde vorstellte.

Überleitend zu dem ersten Tagesordnungspunkt, einem Bericht zum Erhaltungskonzept für die Kreisstraßen, wies der Landrat darauf hin, dass der zuständige Fachdienst des Landratsamtes sich mit einer tollen Mannschaft um 760 Kilometer klassifizierte Straßen kümmere. 258 Kilometer davon seien Kreisstraßen, wo man auch für die Erhaltung zuständig sei. „Wir haben 2014 beschlossen, jährlich eine Million Euro in die Sanierung der Kreisstraßen zu stecken. Jetzt zeigt sich, dass dieser Schritt goldrichtig war. Wir vermeiden teure Folgeschäden und verbessern den allgemeinen Straßenzustand deutlich, was sich letztendlich positiv auf den Unterhaltungsaufwand und die Verkehrssicherheit auswirkt“, so Dr. Brötel.

Welche Projekte im Jahr 2016 fertiggestellt wurden, erläuterte dann der Leiter des Fachdienstes Harald Steinbach und führte den Erfolg der Sanierungen mit eindrücklichen Vorher-Nachher-Bildern vor Augen. Insbesondere seien in diesem Jahr Ortsdurchfahrten erneuert worden, wie die K 3905 in Sindolsheim für 45.000 Euro, die K 3927 durch Strümpfelbrunn (120.000 Euro), die K 3934 durch Neunkirchen und weiter bis zur Kreisgrenze (280.000 Euro), die K 3964 in Rinschheim (85.000 Euro) ebenso wie die K 3965 durch Sennfeld (170.000 Euro). Weitere 140.000 Euro seien in die Sanierung der Marsbachbrücke in Rippberg investiert worden, wobei aktuell noch Restarbeiten an der dortigen Ortsdurchfahrt (160.000 Euro) laufen. „Wir sind im Kreis für 40 Brücken zuständig, die wir regelmäßig prüfen. Alle sind derzeit in einem ordentlichen Zustand, aber wir müssen hier in den kommenden Jahren nach und nach Maßnahmen in Angriff nehmen“, sagte Steinbach. Weitere 86.000 Euro seien in die K 3965 von der Kreisgrenze bei Korb bis zur K 3952 und 40.000 in die K 3952, Abzweig K 3965 bis Leibenstadt, geflossen. Nicht eingeplant war hingegen die Sanierung der K 3929 von Schollbrunn nach Weisbach, die durch die Unwetter Ende Mai unbefahrbar wurde. Hier habe man 220.000 Euro investieren müssen. Diese Maßnahme sei auch ein gutes Beispiel, dass man manchmal sehr kurzfristig einzelne, bereits geplante Maßnahmen verschieben müsse. Auch im Jahr 2017 werde man wieder mehrere Straßen angehen. Welche dies sind, könne man noch nicht endgültig festlegen: „Wir werden die Situation nach dem Winter neu bewerten.“ Dass das Programm des Landkreises effizient und sinnvoll ist, wurde durch die Wortmeldungen mehrerer Kreisräte unterstrichen. Auch lobten sie die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen und die vorausschauende Verkehrslenkung während der Bauphasen.

Um die Einrichtung von Regiobuslinien ging es dann im folgenden Tagesordnungspunkt. Der Landrat berichtete über die Prüfung neuer Verbindungen, die durch einen Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zur Einrichtung einer Linie von Walldürn nach Tauberbischofsheim angestoßen wurde. In diesem Rahmen habe man, so Dr. Brötel, drei potenzielle Linienverläufe betrachtet, wobei sich gezeigt habe, dass eine mögliche Linie Eberbach – Mudau – Buchen nicht die Kriterien des zu Grunde liegenden Förderprogramms erfülle, während hingegen die Linien Buchen – Tauberbischofsheim sowie Mosbach – Sinsheim voraussichtlich möglich wären und dort auch ein hinreichendes Nachfragepotenzial prognostiziert wurde. Diesem stehe allerdings ein hoher Betriebsaufwand gegenüber, auch müsse die Einrichtung landkreisübergreifend abgestimmt werden. Insofern konnte hier nur der aktuelle Sachstand berichtet werden, behandelt würden die Linien aber auch in der Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Neckar-Odenwald-Kreis, über den die Kreisräte anschließend informiert wurden.
AMA
Präsentiert wurde der derzeitige Stand des Nahverkehrsplans von Dietmar Maier, Berater bei dem beauftragten Gutachterbüro NahverkehrsBeratung Südwest. Demnach seien die Vorarbeiten, insbesondere die Erhebung der Grunddaten, inzwischen abgeschlossen. Darüber hinaus sei ein Haltestellenkataster erstellt worden. Die Fertigstellung des Plans sei für Sommer kommenden Jahres geplant, der Ausschuss werde im April wieder eingebunden. Ziel des Plans sei nicht nur das Angebot im Kreis weiter zu optimieren, sondern auch wichtige Themen wie Barrierefreiheit oder den demografischen Wandel zu berücksichtigen. Verwaltung und Kreisräte waren sich einig, dass der Plan den Landkreis voranbringen werde, wenn man sich auch eine Verabschiedung des Plans noch im laufenden Jahr gewünscht hätte. Wichtig sei zu betonen, dass das Nahverkehrssystem schon jetzt sehr leistungsfähig sei.

Abschließend informierte Dr. Brötel über die auf eine Initiative von Kreisrat Gerhard Lauth zurückgehenden Bemühungen der Verwaltung, eine Anbindung des Kreises an Fernbuslinien zu erreichen. „Wir sind uns sicher, dass es eine ausreichende Nachfrage gibt, unter anderem auch durch die Studenten der DHBW.“ Allerdings habe man von einigen verbliebenen Anbietern auf dem sehr umkämpften Markt bisher nur die Prüfung der Anfrage zugesagt bekommen.

Thematisiert wurden zudem die in letzter Zeit vermehrt vorkommenden Verspätungen und Zugausfälle des Schülerzuges morgens von Neckarelz nach Osterburken und auf der Strecke Heilbronn – Würzburg. Die Nahverkehrsexperten des Landkreises seien hierzu im permanenten Kontakt mit den Verkehrsunternehmen, informierte die Verwaltung, es werde aber in der Regel auf Personalausfälle und technische Probleme verwiesen. Man werde hier weiter auf Verbesserungen drängen.

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