Ursachenforschung zum Vogelgrippe notwendig

Verbreitung des Virus nicht durch Wildvögel erklärbar

Die derzeitige Ausbreitung des hochpathogenen H5N8-Virus ist nach Einschätzung des NABU nur mit dem Vogelzug und der Ausbreitung durch Wildvögel nicht schlüssig zu erklären. „Materialflüsse innerhalb der Geflügelwirtschaft, etwa Futtermittel oder Abfälle sind ebenso mögliche Ausbreitungswege“, sagt NABU-Fachmann Stefan Bosch. Der NABU fordert deshalb die Untersuchung aller denkbaren Ursachen zur Verbreitung des Virus – zum Wohl sowohl des Nutzgeflügels als auch der Wildvögel.

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Die Quelle des aktuellen mitteleuropäischen Ausbruches ist nicht eindeutig geklärt. Hochpathogene Vogelgrippeviren verschwinden in Wildvogelbeständen rasch wieder. Deshalb halten die NABU-Experten die zuletzt verbreitete Annahme, das Virus sei über sibirische Zugvögel eingeschleppt worden, sowohl angesichts der Geografie als auch des zeitlichen Verlaufs für eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei, dass Wildvögel immer wieder erneut aus der Geflügelwirtschaft angesteckt werden, in der sich das Virus beständig hält, im Fall des aktuellen Erregers H5N8 vor allem in Asien und Ägypten.

NABU-Experte Bosch betont, dass nach bisherigem Wissensstand keine Gefahr für Menschen und Haustiere besteht. „Trotzdem sind Vorsichtsmaßnahmen geboten. Man sollte keinesfalls Vogelkadaver anfassen oder einsammeln.“
Bislang sind in Baden-Württemberg vor allem an Gewässern lebende Vogelarten positiv auf das Vogelgrippe-Virus getestet worden, bei einem Greifvogel besteht der Verdacht. Gartenvögel waren bislang nicht betroffen.

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