Kolping-Preisträger kommt aus Buchen

Symbolbild - Sonstiges

Ein menschliches Gesicht für die Welt – Kolping-Diözesanverband prämiert Sozialprojekte

Freiburg. (pef) Aus Buchen im Odenwald kommt der Gewinner des Kolping-Wettbewerbes „Zeig der Welt Dein menschliches Gesicht“. Die Kolpingfamilie aus dem Nordbadischen erhielt am Freitag für ihr Theaterprojekt „Die Suchende“ den Preis des Kolping-Diözesanverbandes. Wie aus einer Mitteilung des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg hervorgeht, sind die weiteren Preisträger die Kolpingfamilien in Emmendingen und Ettenheim. Diözesanpräses Wolf-Dieter Geißler verlieh den Preis bei der Kolping-Diözesanversammlung in Rastatt, im Beisein des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger.

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Erzbischof Burger: Dünnes Eis, „auf dem wir ethische Werte gesichert glauben“

Unter Hinweis auf das Leitwort des Wettbewerbs sagte der Erzbischof von Freiburg: „Wir setzen alles daran, das Wissen der Kinder und Jugendlichen zu perfektionieren und laufen Gefahr, die Bedeutung der Herzensbildung zu vernachlässigen. Wir denken über die Steigerung des Konsums nach und vernachlässigen die Frage nach der Gerechtigkeit. Wir entwickeln immer bessere medizinische Möglichkeiten, aber der Lebensschutz am Anfang bis zum Ende wird zusehends infrage gestellt.“

Weiter sagte Erzbischof Burger: „Wir müssen erkennen, dass es – angesichts einer immer komplexer werdenden Gesellschaft – Gruppierungen gibt, die mit einfachen Schwarz-Weiß-Parolen glauben, Klarheit bringen zu können.“ Der Wahlkampf in Amerika zeige, „welche Gräben und Zerwürfnisse damit verbunden sein können“. Der Erzbischof ergänzte, auch die parteipolitische Entwicklung in Deutschland mache deutlich, „wie dünn das Eis sein kann, auf dem wir ethische Werte gesichert glauben“.

Nach den Worten von Erzbischof Burger wird die Kolpingfamilie nicht müde, „den Finger in die Wunden unserer Welt zu legen und die Welt mit den Augen Jesu zu sehen. Christus ermutigt uns, auch Themen zu benennen, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Hier macht uns das Evangelium sensibel, rechtzeitig gesellschaftliche Erschütterungen zu erkennen.“ So gleiche der Glaube einem Frühwarnsystem für Entwicklungen, die der Würde des Menschen entgegenstehen.

Der Erzbischof betonte, wir hätten uns „immer wieder daran zu erinnern, dass wir diese Welt nicht zu eigen, sondern nur geliehen bekommen haben. Wir stehen hier in der Verantwortung vor Gott, wie wir mit diesem Planeten Erde umgehen.“ Darauf mache auch Papst Franziskus eindringlich aufmerksam.

Global betrachtet wirke sich unser Lebensstil auf Millionen von Menschen aus, die an Hunger leiden, sagte der Misereor- und Caritas-Bischof: „Wir können heute nicht mehr von uns reden, ohne von dort zu reden und nicht von dort, ohne von uns. In der globalisierten Welt hängt alles miteinander zusammen.“ So mache der Glaube an Gott sensibel für die Mitmenschen und eine Gesellschaft „human und lebenswert“.

Kochen mit Flüchtlingen: ausgezeichnete Projekte

Das Gewinnerprojekt ging aus der Jubiläumsfeier zum 150-Jährigen Bestehen der Kolpingfamilie in Buchen im vergangenen Jahr hervor. In der Folge gründete sich eine Jugendtheatergruppe mit 20 Mitgliedern. Sie entwickelte Spielszenen zu den Themen Flucht, Flüchtlinge, Ankommen und Begegnung. Dabei kam es in der Vorbereitung zu vielen Begegnungen und Gesprächen der Jugendlichen mit Flüchtlingen.

Der zweite Preis ging ebenfalls an ein Kolping-Flüchtlingsprojekt: Im „Kolping-Café“ in Emmendingen treffen sich regelmäßig etwa ein Dutzend Kolpingmitglieder mit mehr als 70 Flüchtlingen, es wird gekocht und sich ausgetauscht. Dabei entstanden über die Zeit viele gute Verbindungen. Die Kolpingfamilie Ettenheim sammelt seit 13 Jahren Sach- und Kleiderspenden für Kinder in der Welt und packt daraus Pakete. Dafür erhielt sie den dritten Preis.

Der Kolping-Diözesanverband prämiert Projekte, bei denen sich Kolpingfamilien aktiv in die Gesellschaft einbringen und der Welt „ein menschliches Gesicht schenken“. Die Gewinner erhielten als Preisgeld 300, 200 und 100 Euro. Im Freiburger Diözesanverband engagieren sich in mehr als 170 Kolpingfamilien etwa 13.000 Mitglieder. Sie wirken bei verschiedenen Sozialaktionen, thematischen Programmen zu Kirche und Gesellschaft und bei Freizeitaktivitäten mit. Die Anfänge des Kolpingwerkes in der Erzdiözese Freiburg reichen zurück bis in das Jahr 1852.

Infos im Internet:

www.kolping-freiburg.de

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