Peru: Nachfrage nach Brunnen enorm


Erste Pumpe mit fließendem Wasser am neuen Standort Mocupe Peru v.li. David Carhuatanta, Rosier Alvaro, und neben einem der Nutznießer dann Thomas und Bernhard Heilig. (Foto: privat)

Peru. (lm) „Dreimal konnten wir bohren, dreimal sind wir auf Wasser und damit auf überschwängliche Freude bei den Familien gestoßen. Aber es gibt noch so viel tun“, mit diesen Worten zog Bernhard Heilig, Vorsitzender des Seckacher Förderkreises „Leben braucht Wasser e.V.“ Bilanz über seine jüngste Projektreise nach Chincha und Mocupe.

Zusammen mit Sohn Thomas hatte er sich Ende August auf den Weg in eine der ärmsten Regionen Perus gemacht, in der sich der Förderkreis seit sieben Jahren für eine Verbesserung der Wasserversorgung einsetzt. Dort trafen Sie auf die Kollegen der ortansässigen Partnerorganisation La Vida Necesita Agua und begutachteten den Fortschritt des im Mai 2015 begonnenen Projekts „Wasser für 1.000 Menschen in Chincha“.

Werbung

Wie Heilig weiter berichtete, versorgen inzwischen 80 installierte Pumpen des Förderkreises rund 850 Menschen mit Wasser. Gleichzeitig habe man das neue Projekt „100 Rohrbunnen für Mocupe“ angestoßen, das den ärmsten Menschen der Region eine Grundversorgung ermöglichen soll. Denn die einfache Landbevölkerung lebt hier noch ohne Strom und muss das Wasser für den täglichen Bedarf aus kilometerweit entfernten Brunnen herbeitragen oder ihr Trinkwasser aus verschlammten und verdreckten Kanälen schöpfen.

Untragbare Zustände für technikverwöhnte Menschen, wie die Deutschen es nun mal sind. Entsprechend sehnsüchtig erwartete das Projektteam für diesen Einsatz die durch Verzögerungen im Zoll verspätete Seekiste aus Deutschland mit der neuen Bohrausrüstung und weiterem wichtigen Material.

Viele Odenwälder Firmen hatten sich auch diesmal mit Material und Vorarbeiten an dem Projektstart in Mocupe beteiligt. Darunter Kolben und Rundmaterial aus Edelstahl gesponsert von den Firmen AZO in Osterburken und LTI in Berlichingen sowie Ballweg und Büttner in Walldürn. Die Ausbildungswerkstatt der Firma Getrag in Rosenberg hatte vorab über 2.000 Bohrungen in die Lagerbolzen der Pumpen vorgenommen. Auch 12 Saugdruckpumpen von der NRO PEPOPU.SWiSS waren dabei. Sie sollen getestet werden und das Verfahren zur Wasserförderung verbessern.

„Das ist eine enorme Unterstützung für unsere Arbeit“, betonte Dipl.-Ing. Bernhard Heilig. „Dennoch stoßen wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln immer wieder an die Grenzen des Machbaren.“ Denn die Nachfrage nach Brunnen ist enorm. Den Förderkreis erreichen unzählige Anfragen aus der Region, und man könne ihnen nur Stück für Stück nachgekommen. Vor allem ist der Brunnenbau nicht sein einziges Ziel.


„Bei den Bemühungen, die Wasserversorgung in der Region zu erschließen,“ so Bernhard Heilig, „geht es nicht nur darum, eine Quelle zum Laufen zu bringen. Für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen ist eine Ausrichtung unserer Projekte nach dem dreiteiligen Prinzip von WASH (Water Sanitation Hygiene) vorgesehen.“ Demnach muss die Bereitstellung von Wasser Hand in Hand gehen mit einer Qualitäts- und Hygienesicherung. Das Wasser muss Trinkqualitätsstandards entsprechen, die Abwasserentsorgung durch den Ausbau von sanitären Anlagen gewährleistet und hygienische Bedingungen mittels Schulungen und Wascheinrichtungen geschaffen werden.

„Wer die Bedingungen vor Ort kennt, kann sich die Herausforderung, vor der wir stehen, ausmalen. Wer aber die Kinder erlebt, die hier in Mocupe zum ersten Mal eine sprudelnde Quelle sehen, weiß auch, dass sich die Arbeit lohnt. Diese heranwachsende Generation soll in die Lage versetzt werden, ihre Potenziale zu nutzen und ein besseres Leben für sich und ihre Familien aufzubauen. Sie hat ein Recht dazu.“

Wer sich für die Arbeit des Förderkreises Leben braucht Wasser e.V. interessiert, kann sich ab dem 26.11.2016 auf dem Weihnachtsmarkt in Großeicholzheim am Stand des Förderkreises informieren und gleichzeitig an der alljährlichen 1 Euro-Spendenlosaktion beteiligen.

Spendenkonto
Förderkreis Leben braucht Wasser e.V.
IBAN: DE 0767450048100163

Infos im Internet:

www.lebenbrauchtwasser-ev.de

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: