Schloßau: Mit Eltern auf der Schulbank

„Ein Licht geht auf“ – Zu ungewöhnlicher Zeit im Klassenzimmer – Nachtkurs für junge Radler


(Foto: Liane Merkle)
 Schloßau. (lm) Zu ungewöhnlicher Zeit besuchten 14 Schülerinnen und Schüler der 4. Grundschulklasse in Schloßau dieser Tage ihr Klassenzimmer und drückten einmal zusammen mit ihren Eltern die Schulbank, um nach rd. 90 Minuten im theoretischen und praktischen Unterricht der Polizeihauptmeister Herbert Gerold und Rainer Bossler sowie der Polizeioberkommissare Manfred Ritzhaupt und Rüdiger Bäuerlein zu Recht von sich behaupten zu können: „Mir geht ein Licht auf!“

Unter diesem Titel läuft seit fünf Jahren ein Kooperationsprojekt von Verkehrswacht Buchen (Jugendverkehrsschule), Polizeidirektion Heilbronn Außenstelle Mosbach und jährlich zwei Schulen im Neckar-Odenwaldkreis zur Prävention von Unfällen von Fahrradfahrern in der Dunkelheit. Wie Rektorin Sophie Klopsch in ihrer Begrüßung richtig bemerkte, herrschten an diesem Abend ideale herbstliche Bedingungen für diesen Kurs, denn es war nicht nur dunkel, sondern auch diesig und ein Nebelregen verschlechterte die Sicht zusätzlich.

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Für das Projekt, das die Verantwortlichen Herren als einzige Jugendverkehrsschule Baden-Württembergs durchführen, wurden sie vor zwei Jahren mit dem „Roten Ritter“ des Verkehrsministeriums zu „Hellen Köpfen“ geschlagen. Während Kinder und Eltern zunächst mittels einer Vorführung im Schulhof sehen konnten, auf was alles zu achten ist, wenn man in der Dunkelheit Fahrrad fährt, und wie wichtig es ist, das Fahrrad verkehrssicher mit Beleuchtung und Reflektoren und sich selbst mit Warnweste, Helm und reflektierender Kleidung auszustatten, wurden die Eltern anschließend in der Theorie für diese Maßnahmen sensibilisiert.

Zeitgleich begann der praktische Unterricht der Kinder zusammen mit den Polizisten auf der Straße. Voraussetzung für die Teilnahme war selbstverständlich, dass die Kinder bereits einen Fahrradführerschein vorweisen konnten. Grundsätzlich will man mit diesem vorbeugenden Kooperationsprojekt die Unfälle mit Fahrradfahrern im Dunkeln weiter reduzieren, denn die gelehrten Maßnahmen sorgen dafür, dass die betreffenden Radfahrer bereits aus einer Entfernung von 130 bis 160 Metern gesehen werden können.

Die Referenten brachten zur Verdeutlichung folgendes Beispiel: Ein Pkw-Fahrer, der mit 50 Stundenkilometern unterwegs ist, ist und einen Fahrradfahrer nur eine Sekunde später wahrnimmt, benötigt trotz Vollbremsungen einen 14 Meter längeren Anhalteweg. Für die Kids, die bereits einen Fahrradführerschein hatten, ist dieser „Nachtkurs“ das Tüpfelchen auf dem i und bringt ihnen am Ende eine tolle Warnweste mit ihrem Schullogo ein, als Beweis dafür, dass sie diese besondere Ausbildung, die allen Beteiligten auch noch viel Spaß brachte, mitgemacht haben.

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