KSR besucht Silberbergwerk


(Foto: privat)
Schriesheim. (be) Der Kreisseniorenrat (KSR) Neckar- Odenwald-Kreis organisierte im November zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Ausflugsangebot für Senioren, Großeltern mit Enkeln und Familien. Im Sommer war das Ziel die Veranstaltung „Explore Science“ im Luisenpark Mannheim. Der Herbstausflug, der vom stellvertretenden Vorsitzenden Johann Esterle organisiert war, führte zum Besucherbergwerk „Grube Anna- Elisabeth“ in Schriesheim, ein 500 Jahre altes Silber- und Vitriolbergwerk. Bei der Reiseleitung wurde er vom Vorsitzenden Bernd Ebert unterstützt.

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Weil der KSR jedes Jahr in zwei Gemeinden mit Bahnanschluss Automatenschulungen zusammen mit der Deutschen Bahn durchführt und weiter an wechselnden Orten eine Schulung für Fahrkartenkauf im Internet anbietet, wurde die Hin- und Rückfahrt gezielt mit Fahrzeugen des ÖPNV durchgeführt. Auf der S-Bahnlinie zwischen Osterburken und Mosbach wurden die Fahrtteilnehmer „eingesammelt“. Von Heidelberg Hauptbahnhof ging es mit der Straßenbahn (für Senioren mit der OEG) zum Bahnhof Schriesheim und von dort mit dem Linienbus bis nahe zum Bergwerk, das auf kurzem Weg zu Fuß erreicht wurde.

Im Vereinslokal konnte sich die Gruppe mit einem deftigen und schmackhaften Erbseneintopf stärken.

Nachdem die Gruppe mit Schutzhelm und Schutzumhang eingekleidet war, erlebte sie eine lehrreiche und hochinteressante anderthalbstündige Führung.

Der Führer informierte zunächst über die Geschichte des Bergwerks im Mittelalter als Blei- und Silbererzbergwerk und in der Neuzeit als Bergwerk zur Gewinnung von Eisenvitriol. Die erste urkundliche Erwähnung der Anlage stammt aus dem Jahr 1473. Seit dem Jahr 1987 nennt es sich Besucherbergwerk „Grube Anna- Elisabeth“ Schriesheim und wird von einem Verein ehrenamtlich erhalten und für Führungen von März bis November geöffnet.

Bevor die Besucher einfuhren, zog der Bergwerksführer einen Stein aus seiner Hosentasche, silbrig glitzerte der. Dieser sogenannte Bleiglanz war es, wonach vor 700 Jahren die Menschen suchten. Der Silberanteil lag aber nur bei ungefähr einem Prozent.


Der Rundgang führte durch enge Gänge und über Treppen zunächst nach unten, dort wurde das Silber gefunden. Eine Szene ist hier nachgebaut, mit 2 Puppen, in Arbeitskleidungmit schwarzen Kapuzencapes. In den Händen haben sie sogenannte Schlägel und Eisen. Die sehen aus wie zwei Hämmer. Der Schlägel ist eine Art Meißel. Wegen Lichtmangels waren die Bergleute kleinwüchsig, was dazu führte, dass sie in Märchen als Zwerge dargestellt wurden.

Der Führer erklärte, dass die Bergleute nach einer Schicht nur zwei Zentimeter im Granitgestein vorangekommen waren.

Der weitere Weg führte über steile Treppen in den neueren Teil nach oben.

Nachdem das Silber nicht mehr rentabel war, hat man hier noch einmal 100 Jahre Eisenvitriol gefördert. Das Gestein wurde bereits gesprengt und das Erz direkt vor der Grube, im Sudhaus, weiterverarbeitet zu türkisfarbenen Vitriolkristallen. Vitriol benötigte man für Tinte, zum Ledergerben, um Stoffe blau zu färben und auch zur Desinfektion. 1817 schloss der Betrieb.

Nach einer Kaffeepause im Vereinslokal machte sich die zufriedene Besuchergruppe auf den Heimweg mit Bus, Straßenbahn und S-Bahn.

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