Bei der FBG Hoher Odenwald endet eine Ära

Auf Peter Ihrig folgt Sven Ihrig


30 Jahre war Peter Ihrig Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hoher Odenwald (FBG) nun wechselt er auf dem Stellvertretersitz und macht Platz für Sven Ihrig. Neben dem Wechsel in der Vorstandschaft wurden auch die Vertrauensmänner Rainer Schulz und Helmut Sigmund neu gewählt. (Foto: Hofherr)

Waldbrunn. Im Gasthaus Drei Lilien in Mülben waren am Freitag die in der FBG Hoher Odenwald organisierten Waldbrunner Privatwaldbesitzer zusammengekommen, um im Rahmen der Jahreshauptversammlung die Vereinsformalitäten abzuhaken und Neuigkeiten aus der Forstverwaltung bzw. rund um den Wald zu erfahren.
Dass es sich um eine ganze besondere Sitzung handelt, wurde den Mitgliedern spätestens beim Tagesordnungspunkt „Entlastung und Neuwahlen“ bewusst. Dort erklärte Peter Ihrig (Mülben), dass er nach 30 Jahren im Amt des Vorsitzenden, nicht mehr für eine weitere, dreijährige Amtszeit zur Verfügung stehe.

Doch zuvor hatte er seine letzte Mitgliederversammlung in der bekannt flotten Art über die Bühne gebracht.
Nachdem er zunächst die vielen anwesenden Mitglieder sowie Alt-Bürgermeister Klaus Schölch, Forstdirektor Jörg Puchta vom Forstamt Walldürn, Revierleiter Ralf Becker sowie Andreas Schlör von der Holzverkaufsstelle Neckar-Odenwald-Kreis begrüßt hatte, stellte Revierleiter Ralf Becker den Geschäftsbericht für das Jahr 2015 vor.

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Insgesamt haben die Mitglieder der FBG Hoher Odenwald im vergangenen Jahr 2.200 Festmeter Holz geerntet und verkauft. Dabei sei man um 200 Festmeter unter dem Ansatz geblieben. Mit einem Anteil von 77 Prozent sei nach wie vor die Fichte die ertragsstärkste Baumart. Es folgen Buche (15%), Kiefer (5%), Lärche (2%), Douglasie (1%). Vom verkauften Holz seien 75 Prozent als Stammholz an den Mann bzw. das Sägewerk gebracht worden. Im Durchschnitt habe man 83,52 Euro je Festmeter erlöst.
Da im vergangenen Jahr Michael Münch die Geschäftsführung von Ralf Becker übernommen hatte, lag es in seiner Verantwortung, den Haushaltsplan für das kommende Jahr vorzustellen, in dem 8.110 Euro Verwaltungs- und sonstige Kosten vorgesehen seien.
Nachdem Kassenprüfer Wolfram König, der gemeinsam mit Berthold Schäfer die Belege geprüft und für korrekt befunden hatte, empfahl er der Versammlung die Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erteilt wurde.

Als Wahlleiter für die turnusgemäßen Neuwahlen fungierte anschließend Alt-Bürgermeister Klaus Schölch.
Da bereits klar war, dass der langjährige Vorsitzende Peter Ihrig nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stand, würdigte Schölch die Verdienste Ihrigs als Vorsitzendem der ältesten FBG im Land. Mit viel Fingerspitzengefühl, seiner verbindlichen und direkten Art habe er die FBG durch zahlreiche Untiefen geführt. Ob die Verwaltungsreform, die den Forst in die Zuständigkeit der Kreise und die FBG damit weg von Eberbach in die Zuständigkeit der Forstamts Schwarzach brachte oder nun zuletzt der Wechsel zum Forstamt Walldürn, stets sei Peter Ihrig Sprachrohr und Vertreter für die Interessen der Privatwaldbesitzer geblieben, lobte Schölch. Im Dunstkreis der großen Waldbesitzer sei dies sicher kein leichtes Amt gewesen, weshalb dem langjährigen Vorsitzenden der Dank aller Privatwaldbesitzer gebühre. Auch der Gemeinde Waldbrunn gegenüber haben Ihrig stets konstruktiv und kooperativ gewirkt, schloss Alt-Bürgermeister Klaus Schölch.
Für die FBG Hoher Odenwald sei es daher ein Gewinn, dass Peter Ihrig bereit ist, das Amt des 2. Vorsitzenden zu übernehmen. So bleibe seine Erfahrung erhalten.

Zum Nachfolger wurde anschließend einstimmig der bisherige Stellvertreter Sven Ihrig gewählt, der seinem Vorgänger und ebenfalls einstimmig gewählten, neuen Stellvertreter dafür dankte, dass er stets einen kompetenten Ansprechpartner hinter sich wisse. Geschäftsführer Michael Münch wurde anschließend in seinem Amt bestätigt, ebenso die Kassenprüfer Wolfram König und Berthold Schäfer.


Außerdem wurden die Vertrauensmänner Karl Heisner (Weisbach) und Karl Schulz (Waldkatzenbach) verabschiedet, die ebenfalls 30 Jahre im Amt waren. Nachfolger wurden Rainer Schulz (Waldkatzenbach) und Helmut Sigmund (Weisbach).

Anschließend ging Andreas Schlör auf die aktuellen Herausforderungen des Holzmarktes ein. Die Preisverhandlungen seien abgeschlossen, sodass er melden könne, dass der Markt nach wie vor aufnahmefähig sei und nach wie vor gute Erlöse erzielt werden. In Waldbrunn seien die jeweiligen Poldergrößen von Vorteil für die Logistik, da nirgends weniger als zehn Festmeter abzuholen seien. Einzig beim Spanplattenholz gebe es keine guten Neuigkeiten, da der Markt nach wie vor nur geringe Preise in Höhe von 25 Euro/Festmeter zahle.

Forstdirektor Jörg Puchta freute sich anschließend, dass die Wahlen seinem schlechten Namengedächtnis entgegen kommen. Alter Vorsitzender war (Peter) Ihrig, neuer Vorsitzender sei (Sven) Ihrig, sodass für ihn sicher auch in der guten Zusammenarbeit alles beim Alten bleibe.
Außerdem berichtete er, dass man derzeit dabei sei, den Waldbrunner Privatwald zu kartieren. Es fehlen noch ca. 150 Hektar, dann könne man stets genau sagen, wo welche Bestände wachsen. Was das Kartellverfahren mache, könne derzeit niemand sagen, das das Verfahren erst im kommenden Jahr ende. Jede Prognose sei jedoch Kaffeesatzleserei, sodass man einfach abwarten müsse. Abschließend ging es noch auf diverse Holzsorten ein, die aber auf dem Winterhauch keine Rolle spielen.

Bevor der neugewählte Vorsitzenden Sven Ihrig die Versammlung schloss, dankte er seinem Vorgänger Peter Ihrig für dessen drei Jahrzehnte andauerndes Engagement an der Spitze der FBG Hoher Odenwald und überreichte ihm ein Präsent.

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