Walldürn: Gulaschkanone war gestern

Nach über 30 Jahren – Neue Feldküche für den Katastrophenschutz – Indienststellung der KRR 50


(Foto: pm)

(pm) Bei winterlichen Temperaturen begrüßte der Vorsitzende des DRK Walldürn, Markus Huber, zahlreiche Gäste zur Übergabe und Indienststellung der neuen Kärcher Schnelleinsatzküche KRR 50.

„Im Rahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes beherbergt das DRK Walldürn seit Januar 2015 die Betreuungs- und Verpflegungskomponente“, so Huber zu Beginn seiner Begrüßung. „Einsatzklar sind wir eigentlich erst seit Januar 2016“, ergänzte er schmunzelnd. Die DRK-Einsatzeinheiten sind multifunktionale Einsatzformationen, die zum Beispiel in der Lage sind eigenständig bis zu 250 unverletzte Betroffene bei einer unerwarteten Großschadenslage zu betreuen, unterzubringen und zu verpflegen. Getreu dem Motto „Ohne Mampf, kein Kampf“ kommt die Verpflegungskomponente auch bei größeren Einsatzgeschehen zum Einsatz: Bei Einsätzen ab einer Dauer von mehr als 4 Stunden kümmert sie sich um eine Kaltverpflegung, nach 8 Stunden um eine Warmverpflegung für Einsatzkräfte und Betroffene.

Werbung
In genormten Kleincontainern untergebracht, kann die KRR 50 auf einem LKW des Katastrophenschutzes verlastet werden. Dank einer flexiblen Stromversorgung kann die Küche durch einen separaten Stromgenerator bei Bedarf auch im Gelände und abseits befestigter Straßen eingesetzt werden. Innerhalb kürzester Zeit ist das System einsatzbereit und es können dann komplette Mahlzeiten zubereitet werden. Dank hochwertigem, korrosionsbeständigem Edelstahl werden höchste Hygienestandards erfüllt.

Rückblickend auf die letzten beiden Jahre ist in Sachen Betreuungseinheit in Walldürn viel passiert. Geprägt von Theorie und Praxis nahmen die Helfer viele Ausbildungsstunden auf sich, Material wurde gesichtet, instandgesetzt und beschafft – alles um im Ernstfall einsatzklar zu sein. „Unverhofft kommt oft“, so Huber zum Ende seiner Einleitung, denn während Ausbilder noch davon sprachen, wie selten Betreuungseinsätze sind, so musste die neue Einsatzeinheit bereits 2015 in der BEA Hardheim und 2016 beim Odenwaldring Klassik das Erlernte in die Tat umsetzen.

Die jüngste Vergangenheit zeigte auf, dass es nötig ist, das Konzept für die Einrichtung von Betreuungs- und Verpflegungsstellen zu überarbeiten. Dieser Bedarf wurde erkannt und angegangen. Wie das Konzept letztendlich aussieht und welche Aufgaben daraus für Landratsamt und die Einsatzeinheiten resultieren wird sich noch zeigen. Eines ist jedoch klar: um im Katastrophenfall handlungsfähig zu sein wird das bisherige Material nicht ausreichen. Im Sinne der Handlungsautonomie des Betreuungsdienstes ist hierfür entsprechend zu planen, Personal und Material bereitzustellen.

Landrat Dr. Achim Brötel freute sich über die zeitnahe Ersatzbeschaffung für die außer Dienst gestellte Progress Feldküche, die nach über 30 Jahren ihren letzten großen Dienst beim Verpflegungseinsatz in der BEA Hardheim im September 2015 hatte. Brötel dankte besonders dem DRK-Kreisverband Buchen mit Präsident Roland Burger und Kreisgeschäftsführerin Sigrid Schmitt an der Spitze, dem DRK-Ortsverein Walldürn mit seinem Vorsitzenden Markus Huber sowie allen Kameradinnen und Kameraden.

Seitens des Landratsamtes dankte er Kreisbrandmeister Jörg Kischenlohr, dem Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih und Roland Schmitt. Wenn man den letzten Einsatz in der Carl-Schurz-Kaserne sieht, werde jedoch klar, dass die KRR 50 keinen vollwertigen Ersatz zur ausgemusterten „Gulaschkanone“ darstellt, da weniger Mahlzeiten pro Durchlauf zubereitet werden können. Hier sicherte Brötel weiterhin den unermüdlichen Einsatz zu, um dieses Defizit auszugleichen. Die wichtigste Botschaft des Tages lautete jedoch: Die Betreuungskomponente ist nun wieder in der Lage ihre Aufgaben zu erfüllen.

Bürgermeister Markus Günther brachte zum Ausdruck, wie wichtig das Engagement des DRK für die Gemeinschaft ist und gerade die Entwicklung des DRK vor Ort ist ein Aushängeschild für Walldürn. Dass aber auch die erfreulichste Entwicklung immer auch das ein oder andere Problem mit sich bringt zeigt u.a. die beengte Raumsituation in den von DRK und Feuerwehr genutzten Räumlichkeiten. Auch die Tatsache, dass die aktuell vom DRK genutzte Fläche im ehemaligen Lager Leinekugel künftig anderweitig benötigt wird stellt Stadt und DRK vor neue Herausforderungen, wobei Markus Günther zusagte das DRK bei Platzfragen nicht im Stich zu lassen.

Der Vizepräsident des Kreisverbands Buchen, Volker Rohm, und Kreisbereitschaftsleiter, Dominic Burger, dankten dem DRK Walldürn für ihr Engagement und kündigten an, sich weiter für den Ausbau der Betreuungskomponente sowie für den Standort Walldürn einzusetzen. Hierzu sei man gemeinsam mit dem Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Kontakt mit den verantwortlichen Stellen in Regierungspräsidium, Innenministerium und DRK Landesverband.

Um für den Ernstfall gewappnet zu sein ist es unerlässlich zu üben und sich gut vorzubereiten. Die erste Übungseinheit des Verpflegungstrupps des DRK Walldürn begann bereits zur Mittagszeit mit dem Aufbau ihrer neuen Küche und der Vorbereitung der Verpflegung für die Feierstunde. Mit einer Odenwälder Schlachtplatte demonstrierten die Feldköche nicht nur was die neue KRR 50, sondern vor allem, was sie in der Lage sind zu leisten.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: