Wie zwei Senioren am Äquator helfen


(Foto: pm)

Tansania. (pm) Eine kleine Propellermaschine landet auf dem Flughafen von Bukoba in Tansania am Victoriasee, dicht am Äquator. Zwei weißhaarige Herren aus Deutschland und Österreich entsteigen nach zweitägiger Reise der Maschine und werden wenig später von dem Direktor der Nicht-Regierungs-Organisation (NRO) HUDERES (www.huderes.org) empfangen. Dann sind es nochmal drei Stunden Autofahrt in die Kleinstadt Karagwe im Nordwesten, Sitz der Organisation.

Rainer Neumann, SES-Experte für Fundraising und Hans Humer, Senior-Experte für Chia-Samen arbeiten dort für vier Wochen ehrenamtlich, um die NRO bei einigen Projekten ihrer zu unterstützen. So beim Bau einer Krankenstation, der Ertragssteigerung beim Anbau von Chia-Samen oder Wasserversorgung in einem abgelegenen Dorf dicht an der Grenze zu Rwanda.

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Neumann ist ehemaliger Berufsschullehrer aus Mosbach, Humer war Referent bei der Landwirtschaftskammer in Wien. Sie geben nun ihre Erfahrungen und Erkenntnisse mit Hilfe des Senioren-Experten-Service (www.SES-Bonn.de) weiter und helfen mit, schlechte und arme Verhältnisse in einer besonders betroffenen Region Tansanias etwas zu verbessern.

Auf ihren Erkundungstouren durch das trockene, dünn besiedelte und überweidete Bergland (1.200 bis 1.600m Höhe) sind sie jedesmal mit der Armut und Bedürftigkeit der Menschen konfrontiert. Eine traditionelle Hütte aus Stecken und Lehm sowie Wellblechdach reicht für eine fünfköpfige Familie als Unterkunft. Ein Acker von 100 Quadratmeter vor dem Haus mit karger Mais- oder Bananenernte, das muss für’s Überleben reichen. Besser gestellte Dorfbewohner kommen auf ein Monatseinkommen von etwa 100 Euro.

Beide Senioren leben als Selbstversorger in einem von der NRO gemieteten Haus. Täglich führt ihr Weg zum HUDERES-Büro durch die Kleinstadt mit pulsierendem Leben. Überall sieht man fröhliche Kinder, die ihnen entgegen springen und an der Hand fassen, grüßende Erwachsene, kirchliche Gruppen und zahllose Motorrad-Taxis, die Menschen auf dem Rücksitz in die große Weite des Landes bringen.

Viele kleine Geschäfte sind für den einfachen Bedarf bestückt. Frauen in ihren farben frohen Gewändernauf auf dem kürzlich fast abgebrannten Markt bieten von Fisch, Gemüse, Milch bis Rindfleisch eine Vielfalt an. In einer Ecke haben sich die Händler mit gebrauchten Schuhen und Kleidern einquartiert. Die Temperaturen sind zwischen 20 und 27°C im Februar für Mitteleuropäer erträglich.

Im kleinen Büro der NRO arbeiten drei Tansanier permanent: der Direktor, der Projektkoordinator und die Sekretärin. Dank digitaler Technik werden Anträge und Anfragen online bewältigt. Doch oft fallen Strom und Internetzugang aus. Es erscheinen Mitglieder (Einzeln, Gruppen), die Arbeiten, Anfragen abklären wollen oder aus Neugier, um die beiden „Wazungu“ (so heißen in Tansania die Weißen) zu begutachten.

Für die Kontakte und Treffen vor Ort, legen die Tansanier und beiden Senioren mit dem Auto der Organisation stundenlange Fahrten über staubige Straßen zurück. Zum Feierabend gibt es als Ausgleich im Ort in einer der Kneipen ein kühles, schmackhaftes Bier mit mystischen Namen wie „Kilimanjaro“ oder „Serengeti“ zu trinken.

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