Frauenanteil im Handwerk stärken

MdB Dr. Dorothee Schlegel (SPD) besucht Schreinerei Faustmann

 Mosbach. (pm) „15 Jahre nach dem PISA-Schock ist es für unsere Gesellschaft enorm wichtig, dass wir unseren Nachwuchs nach höchsten Maßstäben ausbilden. In der Schreinerei Faustmann konnte ich mich davon überzeugen, wie es funktioniert“, betont die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Dorothee Schlegel nach ihrem Besuch in dem alteingesessenen Familienunternehmen in Mosbach. Die Bau-und Möbelschreinerei Faustmann existiert seit bereits über 80 Jahren und wird gemeinsam von Edith und Klaus Hofmann geführt, die die Bildungspolitikerin zum Gespräch und einer Betriebsbesichtigung empfingen.

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„Uns ging es vor allem um die hohen Potenziale des Handwerks“, berichtet Schlegel. Sie war sich mit der Geschäftsführung einig, dass das Handwerk Jugendlichen eine grundsolide Ausbildung gemäß ihren individuellen Begabungen ermöglicht und eine zukunftssichere Berufsperspektive eröffnet. „Hochwertige Bildung und Ausbildung sind das A und O für einen sicheren beruflichen Lebensweg“, betonte die Abgeordnete.

Geschäftsführer Hofmann berichtete von Schwierigkeiten, Nachwuchs für das Handwerk zu gewinnen: „Vielen Schulabsolvent*innen und auch ihren Eltern sind die Potenziale des Handwerks nicht bewusst.“ Die Schreinerei setzt daher auf eine enge Kooperation mit der Realschule Obrigheim, um direkt mit Schüler*innen in Kontakt zu kommen und sie für das Handwerk zu begeistern.

Besonders am Herzen liegt der Schreinerei, bei der weibliche Auszubildende eine lange Tradition haben, die Ausbildung von Schülerinnen. In der Region stehen Betriebe hier vor einer besonderen Herausforderung, da im Neckar-Odenwald-Kreis nur jede sechste Person in der Ausbildung weiblich ist, weiß Schlegel zu berichten. „Mir ist es ein wichtiges Anliegen, den Frauenanteil im Handwerk zu thematisieren und zu stärken. Hierbei ist es wichtig, dass sich sowohl Ministerien als auch die Kammern hier stärker engagieren“, betont die Gleichstellungspolitikerin Schlegel. „Denn wir brauchen junge Menschen, die vom Handwerk bis in die Universitäten in der Lage sind, Top-Leistungen zu erbringen.“

Im Gespräch wurde auch der wertvolle Beitrag von Familienunternehmen für die Gesellschaft deutlich, den die Schreinerei in besonderer Weise leistet, indem sie zwei Praktikumsplätze für geflüchtete Jugendliche aus Afghanistan und Kamerun bereitstellt und ihnen auch Aussicht auf eine Weiterbeschäftigung machen kann.
„Ein tolles Beispiel dafür, dass Integration vor Ort stattfindet und gemeinsam gelingen kann“ erklärte Schlegel abschließend.

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