„Inklusive Bildung Baden-Württemberg“

## Das Projekt nimmt Fahrt auf – Ab sofort können sich Menschen mit Behinderung für die Qualifizierung zur „Bildungsfachkraft“ bewerben


_ Sie gehören zu den Vorbildern des Projekts „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“: Marco Reschat und Isabell Veronese haben im vergangenen Oktober ihre Qualifikation zur „Bildungsfachkraft“ in Kiel abgeschlossen. (Foto: pm)_

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**Heidelberg/Neckarbischofsheim.** _(mw)_ Oft sind selbst engagierte Fach- und Leitungskräfte unsicher, unwissend oder unerfahren, wenn es darum geht, Inklusion in der Praxis umzusetzen. „Bildungsfachkräfte“, wie sie in Baden-Württemberg ab Herbst 2017 ausgebildet werden, können helfen, diese Situation zu verbessern. Beim Projekt „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“ werden Menschen mit sogenannten geistigen Behinderungen befähigt, angehenden Lehr-, Fach- und Leitungskräften ihre Lebenswelten, spezifischen Sichtweisen und Bedarfe zu vermitteln. Durchgeführt wird die Qualifizierung durch die in Neckarbischofsheim ansässige Fachschule für Sozialwesen der Johannes-Diakonie Mosbach in Kooperation mit dem Institut für Inklusive Bildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bei diesem im Dezember vorgestellten und im Land einmaligen Projekt steht nun der nächste wichtige Meilenstein bevor: Ab sofort werden insgesamt sechs Teilnehmende für die Ausbildung zur Bildungsfachkraft gesucht.

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„Bewerben können sich Menschen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeiten oder die Berechtigung haben, dort zu arbeiten“, erläutert Projektleiter Stephan Friebe. Darüber hinaus sollten die Bewerberinnen und Bewerber bereit sein, über sich und ihr Leben zu berichten, sich trauen, vor vielen Menschen zu sprechen sowie lesen und schreiben können. Die Qualifizierung, die in Heidelberg durchgeführt werden wird, ist als dreijährige, modulare Vollzeitausbildung konzipiert. Bereits nach einem halben Jahr beginnen die Teilnehmenden mit ersten Workshops und Vorträgen an Fach- und Hochschulen. Erklärtes Ziel des Projekts ist es, den künftigen Bildungsfachkräften dauerhaft Existenz sichernde Arbeitsplätze nach der Qualifizierung auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt zu schaffen.
Insbesondere in der Region stößt das von der Dieter Schwarz Stiftung maßgeblich unterstützte Vorhaben auf großes Interesse. Sowohl die Werkstätten der Johannes-Diakonie Mosbach, die Werkstätten der Gemeindediakonie Mannheim, die Heidelberger Werkstätten der Lebenshilfe Heidelberg, die Kurpfalz-Werkstatt der Lebenshilfe in Wiesloch und die Kraichgau-Werkstatt in Sinsheim werden ihren Mitarbeitenden grundsätzlich ermöglichen, an der Qualifizierung teilzunehmen. Ausdrückliche Unterstützung auf Hochschulebene erhält das Vorhaben durch die Pädagogische Hochschule Heidelberg und die Evangelische Hochschule Ludwigsburg als Kooperationspartner.

„Wir werden in den nächsten Wochen mehrere Informationsveranstaltungen in Werkstätten der Region durchführen, um über das Projekt zu informieren“, so Stephan Friebe zum weiteren Vorgehen. In den Werkstätten werden zusätzlich Plakate und weiteres Infomaterial verteilt. „Dann freuen wir uns auf zahlreiche Bewerbungen“. Bewerbungsschluss für die Ausbildungsteilnehmenden ist der 19. Mai 2017. Darüber hinaus werde für das Projekt aktuell eine Qualifizierungsleitung gesucht, die den künftigen Bildungsfachkräften ihr notwendiges Rüstzeug vermittelt. „So langsam nimmt das Projekt Fahrt auf“, freut sich der Projektleiter.

**Info: **Weitere Infos zum Projekt „Inklusive Bildung Baden-Württemberg“ gibt es bei Projektleiter Stephan Friebe unter Telefon 01511 5901074, E-Mail: [stephan.friebe@johannes-diakonie.de](mailto:stephan.friebe@johannes-diakonie.de) oder im Internet unter [www.johannes-diakonie.de/inklusive-bildung](http://www.johannes-diakonie.de/inklusive-bildung).
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