Mudau: Kindergärten erreichen Kapazitätsgrenzen

Ganztagsschule abgelehnt – Planungen zu Neubaugebiete in Langenelz und Scheidental beschlossen – Trimm-Dich-smart-Pfad geplant


Der Kindergarten Mudau kommt an seine Kapazitätsgrenze. (Foto: Liane Merkle)
Mudau. (lm) Es ist noch gar nicht so lange her da klagten die Kommunen über schwache Geburtsjahrgänge und zu wenig Kinder, was sich negativ auf die allgemeine Demoskopie auswirke. Nun sieht man auch in Mudau aufgrund der gestiegenen Geburtenzahlen die Situation in den Kindergärten als angespannt an.

Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger und Hauptamtsleiter Herbert Knapp im Rahmen der vergangenen öffentlichen Sitzung des Gemeinderates: „Unsere Kindergärten kommen mit den bestehenden Plätzen an die Kapazitätsgrenzen“. Im Kindergarten Mudau werde im kommenden Kindergartenjahr der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder Ü3 gerade noch eingelöst, wenngleich mit Engpässen zu rechnen sei. Gleiches gelte auch für Schloßau wo man davon ausgeht, eine Fachpersonalaufstockung für das Jahr 2017/18 vornehmen zu müssen.

Um für diese Änderungen gewappnet zu sein beschloss der Gemeinderat seinen Kindergartenbedarfsplan wie folgt: (Kindergarten Mudau) zwei Regelgruppen, eine Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten, eine Gruppe mit Ganztagesbetreuung, eine Mischgruppe (U3 und Ü3), eine Kleinkindgruppe (U3). In diesen Betriebsformen werde auch eine Ganztagesbetreuung angeboten und der Bewegungsraum soll temporär als Gruppenraum genutzt werden. (Kindergarten Schloßau) eine Regelgruppe/VÖ-Gruppe (flexibel), eine altersgemischte Gruppe (verlängerte Öffnungszeit U3 und Ü3), eine Kindergruppe im Nebengebäude.
Weiter beschloss man eine Kostenbeteiligung an der Küchen- und Büroeinrichtung im Kindergarten Mudau in Höhe von 70 Prozent der angenommenen Kosten von 25.000 Euro.

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In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellte man die Kosten in Höhe von 393.999 Euro, und damit rd. 85.000 Euro günstiger als angenommen, für die Gebietserschließung „Brückengut III“ fest. Der vierte Bauabschnitt dieses Baugebietes betraf die wasser- und abwassertechnische Erschließung von 13 Baugrundstücken, wofür die Firma Mackmull aus Muckental bautechnisch verantwortlich zeichnete, das Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim die Planung und Bauleitung innehatte und die Beleuchtungsanlage von der Netze BW errichtet wurde.

In Langenelz wird ein neues Baugebiet „Struthäcker II“ mit einem Hektar Fläche als Erweiterungsabschnitt an das bestehende Baugebiet entstehen. Hierzu wurde das Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim mit den Ingenieurleistungen zur Erschließung beauftragt.

Die Joachim- und Susanne-Schulz-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, mit eigenen Mitteln sowie Fördergeldern aus Naturpark-Mitteln und auf bayrischer Seite mit Hilfe von Leader-Mitteln einen Erlebnispfad oder genauer „Trimm-Dich-smart-Pfad“ entlang des Main-Neckar-Radweges von Mudau bis Amorbach zu realisieren. Kostenpunkt ca. 700.000 Euro. An insgesamt acht Sammelstationen in Mudau, auf der Wildenburg, in Kirchzell und in Amorbach sollen technische sowie naturwissenschaftliche Phänomene erlebbar gemacht werden. Nach Aussage von F. Wolf als Projektleiterin sollen auf dem Gebiet von Mudau vier Stationen im Stadtgarten (Start des Pfades mit Erfahrbarmachen von Mathematik), Weller (Thema Wärme und Kälte), Buchweg (Wald- und Wiesenbewohner und ihre Eigenarten) und Ünglert (Wassertransport, -kraft, -verdrängung) errichtet werden. Der Hauptschwerpunkt wird unter Patenschaft der Fa. Aurora im Bereich der Freizeitanlage „Weller“ liegen.

Überhaupt sollen alle Stationen unter passenden Patenschaften aufgebaut werden. Kernzielgruppen sollen lokal und regional vor allem Familien und Fahrradtouristen sein. Der Gemeinderat nahm die Entwurfsplanung für die Errichtung des „Trimm-Dich-smart-Pfades“ entlang des Main-Neckar-Radweges zur Kenntnis.

In Baden-Württemberg ist es ein bildungspolitisches Ziel, das Angebot von Ganztagesgrundschulen weiter auszubauen. Man hofft, dass man nach der Genehmigungsrunde im Februar 2018 von der Planungs- in die Umsetzungsphase starten und im Sommer 2018 eröffnen kann. Auf Veranlassung der Grundschule Schloßau, die sich mit den konzeptionellen Grundlagen für diese Schulform schon detailliert befasst hatte, wurden in den vergangenen Wochen die Rahmenbedingungen für diese Schulform näher beleuchtet. Zu diesem Zweck fand nach einer gut besuchten Info-Versammlung mit Eltern derzeitiger und künftiger Grundschulkinder eine schriftliche Bedarfsabfrage statt. Hierbei habe sich eine deutliche Mehrheit mit einem „nein“ zur Ganztagsgrundschule ausgesprochen. Im Einvernehmen mit den Schulleitungen der Grundschulen Mudau und Schloßau stellt die Gemeinde Mudau daher keinen Antrag für das Schuljahr 2018/19 auf Einrichtung einer Ganztagsgrundschule.

An das Ing.-Büro Sack und Partner aus Adelsheim gingen die Ingenieursleistungen für die Technische Ausrüstung der Regenüberlaufbecken für Honorarkosten in Höhe von ca. 52.000 Euro. Betroffen sind dabei die Regenüberlaufbecken in Reisenbach, Scheidental, Langenelz, drei Stück in Mudau, Schloßau, Mörschenhardt, Donebach und Steinbach.

Das gleiche Ingenieurbüro wurde auch mit dem Auftrag zur Ausführung der Ingenieurleistungen zur Erschließung des Baugebiets „Neuer Garten II“ in Scheidental betraut. Das neue Baugebiet schließt sich nördlich des bereits erschlossenen Baugebiets mit einer Gesamtfläche von rd. 1 Hektar an.

Weiter bestätigte das Gremium die Wahl des Mudauer Abteilungskommandanten Manfred Hauk und seines Stellvertreters Manfred Müller sowie des Mörschenhardter Abteilungskommandanten Günther Schüßler und seiner Stellvertreter Nico Gramlich und Jochen Schnörr. Diesen Tagesordnungspunkt nutzte der Bürgermeister für ein besonderes Lob an alle Aktiven der Mudauer Wehren, die im vergangenen Jahr unglaubliche 130 Einsätze hervorragend gemeistert hatten.

Abschließend der umfangreichen Sitzung gab der Gemeinderat seine Zustimmung zu Anträgen auf Errichtung von Weihnachtsbaumkulturen auf Gemarkung Schloßau mit 1,14 Hektar und auf Gemarkung Langenelz mit 5,12 Hektar.

Bekanntgegeben wurde von Dr. Rippberger, dass aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum Fördermittel für das Gewerbegebiet „Straßenmeisterei“ sowie für private Wohnbauflächen 333.000 Euro und aus der Städtebauförderung für das derzeitige Sanierungsgebiet 600.000 Euro bewilligt wurden.

Weiter wurden im Bereich der Bushaltestelle in Scheidental die 30 km-Zone von 7 bis 17 Uhr bewilligt.


Auch das Freizeitgelände am Weller soll in den Trimm-Dich-smart-Pfad eingebunden werden. (Foto: Liane Merkle)

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