Mittler zwischen den Kontinenten

MdB Margaret Horb initiiert Kooperationsprojekte zwischen Togo und der Region Odenwald-Tauber


Margaret Horb MdB mit dem Domgeistlichen Désiré Kpodar in der Cathédrale de Sacré-Coeur in Lomé/Togo. (Foto: pm)
(pm) „Es ist schon etwas Besonderes, wenn man in Togo auf Landsleute trifft, die ebenfalls aus dem nördlichen Baden-Württemberg stammen. Wenn daraus dann noch Kooperationsvorhaben entstehen, ist dies einfach klasse,“ freut sich die in Osterburken beheimatete nordbadische CDU-Bundestagsabgeordnete Margaret Horb über ihre Begegnung mit dem gebürtigen Wertheimer Georg Rodenbach, der als langjähriger Mitarbeiter der Hermann-Gmeiner-Stiftung schon zahlreiche SOS-Kinderdörfer in verschiedenen Ländern aufgebaut hat. Kennengelernt haben sich die beiden vorige Woche beim Wirtschaftsgipfel für Entwicklungszusammenarbeit in der togoischen Hauptstadt Lomé.

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Als sie erfahren habe, dass Rodenbach in Tauberbischofsheim zur Schule gegangen ist und noch sehr enge familiäre Beziehungen zu Wertheim hat, habe sie ihn dazu gewinnen können, bei seinen nächsten Heimatbesuchen in Schulen der Region über seine Arbeit zu berichten. „Ich halte es für überaus wichtig, unsere Kinder und Jugendlichen aus erster Hand über die Lebensbedingungen ihrer Altersgenossen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu informieren“, so Horb. „Gerade die SOS Kinderdörfer kämpfen erfolgreich gegen die schlechte Bildungssituation und vermitteln in ihrem großen Engagement Zukunftsperspektiven, sodass die Jugendlichen sich nicht auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa machen“, erklärt die Abgeordnete. Nicht von ungefähr bezeichne man in Togo Menschen, die mit ihrem Engagement in Hilfs- und Entwicklungsprojekten Afrikas tätig sind, als „Mittler zwischen den Kontinenten“. Horb hofft, dass viele Schulen die Gelegenheit wahrnehmen, Georg Rodenbachs Arbeit kennenzulernen und seine Erfahrungen weiterzuvermitteln.

Als weiteres Kooperationsprojekt kann sie sich Partnerschaften zwischen deutschen und togoischen Kirchengemeinden vorstellen, „ähnlich, wie wir es von internationalen Städte- oder Gemeindepartnerschaften kennen“. Etwa 35 Prozent der Togoer sind Christen, überwiegend römisch-katholischer Prägung. Rund neun Prozent gehören der protestantischen Kirche an. Nach dem Sonntagsgottesdienst der Herz-Jesu-Gemeinde in Lomé habe sie sich mit dem dortigen Pfarrer einen Brandschaden am Kirchturm der katholischen Kathedrale angeschaut. Um diesen zu beheben, bedürfe es nicht nur finanzieller Unterstützung, gefragt sei vor allem auch handwerkliches Know-how. Gleiches gelte für die Kirchenorgel, die unter der klimatisch bedingten hohen Luftfeuchtigkeit gelitten habe. „Da sich die Handwerkskammer in Lomé bereits stark engagiert, könnte ich mir gut ein gemeinsames, ein überkonfessionelles Projekt mit einer meiner Heimat-Kirchengemeinden vorstellen“, erklärt Horb. Auch diesbezüglich möchte sie umgehend Gespräche mit Kirchenvertretern führen.

Neben der Teilnahme am Deutsch-Togoischen Wirtschaftskongress für Entwicklungszusammenarbeit umfasste das Programm der Delegationsreise auch Konsultationen mit dem togoischen Staatspräsidenten Faure Gnassingbé, togoischen Regierungs- und Parlamentsvertretern sowie den Außenministern von Mali, Burkina Faso und Niger. Horb war auf persönliche Einladung des togoischen Außenministers Prof. Robert Dussey nach Lomé gereist. Ihre Teilnahme an den Gesprächen stand in engem Zusammenhang mit ihrer Mitgliedschaft im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages: In einem Gespräch mit Prof. Dussey Ende vergangenen Jahres in Berlin sei deutlich geworden, so die Bundestagsabgeordnete, „dass unsere deutsche Expertise im Bereich der Steuer- und Finanzpolitik seitens der togoischen Regierung sehr gefragt ist“. Gerade auch der erweiterte digitalisierte Aufbau einer funktionierenden Verwaltung speziell im Zollbereich sei für Togo, das über den größten Tiefseehafen Westafrikas verfüge, von großer Bedeutung.

„Man glaubt gar nicht, was man in wenigen Tagen erreichen kann, wenn alle etwas zum Guten bewegen wollen“, resümiert die Finanzpolitikerin.


Margaret Horb MdB mit dem SOS-Kinderdörfer-Projektleiter Georg Rodenbach in der deutschen Botschaft in Lomé/Togo. (Foto: pm)

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