Regierungspräsidium untersagt Video-Apotheke

Verkauf mit digitaler Beratung nicht von der Versandhandelserlaubnis umfasst

(rp) Das Regierungspräsidium Küarlsruhe hat als Arzneimittelaufsichtbehörde die von Doc Morris am Mittwoch in Hüffenhardt eröffnete und seither betriebene Arzneimittelabgabestelle mit digitalem Beratungsservice heute untersagt.

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Das Regierungspräsidium stützt die Entscheidung darauf, dass der Verkauf apothekenpflichtiger Arzneimitteln strengen Anforderungen des Gesetzgebers unterworfen ist. Die Abgabe in Hüffenhardt erfolgt nicht in einer Apotheke und ist auch nicht von der Versandhandelserlaubnis des in den Niederlanden ansässigen Unternehmens umfasst. Der Versand muss aus einer öffentlichen Apotheke heraus erfolgen, was notwendigerweise mit einer individuellen Versendung oder Auslieferung an einen Dritten oder eine Abholstation verbunden ist. Die Abgabe aus einem vorab mit einem Arzneimittelvorrat befüllten Lagerautomaten sieht diesen Schritt gerade nicht vor. Die Automatenabgabe verwischt in unzulässiger Weise die Grenze zwischen dem Versandhandel und der Abgabe von Arzneimitteln in einer Präsenzapotheke. Letztere unterliegt hinsichtlich der Räumlichkeiten, der Ausstattung und des Fachpersonals hohen gesetzlichen Anforderungen, die durch das Abgabeterminal umgangen wird.

Zusätzlich wird bei der Abgabe von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bei der Prüfung der Rezepte am Terminal gegen Formvorschriften der Apothekenbetriebsordnung verstoßen, die aus Gründen der Arzneimittelsicherheit von jeder Apotheke einzuhalten sind.

Die Untersagung war daher zur Gewährleistung der Arzneimittelsicherheit und einer breiten Arzneimittelversorgung durch gut ausgestattete Präsenzapotheken notwendig.

Die Arzneimittelversorgung in Hüffenhardt ist weiterhin gesichert, da die Bevölkerung eine Rezeptsammelstelle von zwei in den Nachbarorten ansässigen Apotheken nutzen kann.

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