Neckarsulm: Zuschlag Mehrgenerationen-Wohnanlage

25 Wohneinheiten in der Pichterichstraße


 Die Ideal-Heim Wohnbau Kollmar GmbH aus Untergruppenbach hat den Investorenwettbewerb der Stadt Neckarsulm für die Bebauung des Wohnbaugrundstücks in der Pichterichstraße mit einem überzeugenden städtebaulichen Entwurf für sich entschieden. (Grafik: Ideal-Heim Wohnbau KOLLMAR GmbH)

(snp) Der Gemeinderat der Stadt Neckarsulm hat den städtebaulich-architektonischen Entwurf zur Bebauung des Wohnbaugrundstücks in der Pichterichstraße gegenüber der Pichterichhalle festgelegt. Den Zuschlag erhielt die Ideal-Heim Wohnbau Kollmar GmbH aus Untergruppenbach. Mit diesem Beschluss folgten die Stadträte der Empfehlung des Preisgerichts, das den Siegerentwurf im Rahmen eines Investorenwettbewerbs ausgewählt hatte.

Für den offenen, einstufigen Investorenwettbewerb, den die Stadt in dieser Form erstmals veranstaltete, wurden die Angebote von fünf Bietern zugelassen. Die Bebauungsvorschläge mit Kaufpreisangebot für das 2850 Quadratmeter große Grundstück neben der künftigen neuen Kita Pichterich wurden anonymisiert bearbeitet, von einer Jury bewertet und platziert.

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Zum Preisgericht gehörten Oberbürgermeister Steffen Hertwig, Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel, Vertreter der Verwaltung und der Gemeinderatsfraktionen sowie externe Fachleute. Der Bebauungsvorschlag der Ideal-Heim Wohnbau GmbH aus Untergruppenbach errang den ersten Platz. In dem Siegerkonzept erkannte die Jury einen „bemerkenswerten Ansatz“ für einen „ordentlichen Städtebau und gute Architektur“ mit innovativen Ideen.

Diesem Urteil schloss sich der Gemeinderat einstimmig an. Zugleich beauftragte er die Verwaltung, mit dem erfolgreichen Bieter Kaufvertragsverhandlungen zu führen und das erforderliche Baurecht zu schaffen. Die Planinhalte sollen in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan baurechtlich festgeschrieben werden. So will die Stadt sicherstellen, dass auf dem Baugrundstück in bester Innenstadtlage die Bebauungskonzeption mit der höchsten architektonischen Qualität realisiert wird. Den zweiten Rang belegte die Wilma Wohnen Süd GmbH aus Stuttgart.

Der Siegerentwurf sieht eine barrierefreie Mehrgenerationen-Wohnanlage mit insgesamt 25 Wohneinheiten vor. Die Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen verfügen über 54 bis 137 Quadratmeter Wohnfläche und verteilen sich auf drei Baukörper. Die beiden äußeren Gebäudeteile sind mit einer nahezu quadratischen Grundfläche baugleich. In der Mitte befindet sich ein kleinerer, etwa halb so breiter Baukörper, der sich in der Kantenlänge und Gebäudetiefe den Eckgebäuden angleicht. Die von der Pichterichstraße leicht zurückversetzte Position der Baukörper bewirkt eine optische Aufweitung des Straßenraums. Die Zwischenräume zwischen den Häusern ermöglichen freie Sichtachsen zwischen der rückwärtigen Wohnbebauung und der alleeartigen Pichterichstraße.
Jeder Gebäudeteil umfasst zwei Vollgeschosse und ein rundum eingerücktes Staffelgeschoss, das sich auch mit seinem dunkelgrauen Farbton von den sonst weißen Putzfassaden abhebt. Darüber hinaus gliedern bodentiefe Fenster und auskragende Balkone die Fassaden.


Im Innern wird jeder Baukörper durch einen Aufzug barrierefrei erschlossen, der vom Staffelgeschoss bis hinunter in die Tiefgarage führt. Auch die Wohnungen sind mit bodengleichen Duschen und Rollstuhlschwellen in den Balkontüren barrierefrei angelegt. Jede Wohnung verfügt über einen überdachten Freisitz.

Die Tiefgarage erstreckt sich über die ganze Breite der drei Baukörper und bietet 38 Stellplätze, darunter zwei behindertengerechte. Außerdem vorgesehen ist ein Car-Sharing-Stellplatz für ein Elektroauto mit Ladestation. Dieses Fahrzeug kann von den Bewohnern ausgeliehen werden – eine innovative Idee, die die Jury positiv bewertete.

Bivalentes System ermöglicht regenerative Energieversorgung

Innovativ ist auch das energetische Konzept. Die Wärmeversorgung erfolgt über ein bivalentes System. 36 auf den Flachdächern installierte Solarkollektoren liefern Energie für die Wassererwärmung. Zusätzlich kommt ein Erdsolespeicher in Form von Registermatten zum Einsatz, die in der Baugrube unter der Tiefgarage verlegt werden. In den Erdkollektoren nimmt eine zirkulierende Salz-Wasserlösung, die als Übertragungsmedium dient, die Erdwärme auf. Mit überschüssiger, solarthermischer Wärme wird der Erdkollektorspeicher regeneriert. Die gespeicherte Wärme wird über eine Wärmepumpe entzogen und mittels Fußboden-Flächenheizungen an die einzelnen Wohnungen abgegeben. Um Spitzenlasten abzudecken, unterstützt eine kleine Gasbrennwert-Therme die Energieversorgung. Mit diesem System übertrifft der energetische Gebäudestandard die Vorgaben der neuesten Energie-Einspar-Verordnung deutlich. Im Vergleich zu einer konventionellen Gasheizung können dem Projektträger zufolge etwa 44 Prozent der Betriebskosten pro Jahr eingespart werden.

„Auch das innovative Energiekonzept hat die Jury überzeugt“, erklärte Bürgermeisterin Dr. Suzanne Mösel. Die Funktionsfähigkeit habe der Bauträger bei einem anderen Projekt bereits unter Beweis gestellt. „Sowohl in funktionaler und in gestalterischer Hinsicht als auch in punkto Barrierefreiheit hat sich der Siegerentwurf deutlich von den Mitbewerbern abgesetzt. In den anstehenden Verhandlungen wird die Stadt darauf achten, dass der Bebauungsvorschlag in dieser hohen architektonischen Qualität umgesetzt wird“, versicherte die Baubürgermeisterin.

Wettbewerbsbeiträge sind im Rathaus ausgestellt

An dem ersten Investorenwettbewerb der Stadt Neckarsulm haben sich sechs Bieterbüros beteiligt und Entwürfe für die Bebauung des Wohnbaugrundstücks in der Pichterichstraße eingereicht. Eine Arbeit wurde verspätet vorgelegt und musste ausgeschlossen werden. Die fünf bewerteten Bebauungsvorschläge können im Rathaus Neckarsulm in den Fluren des Bauverwaltungsamtes und des Hochbauamtes, Gebäude B, 2. Stock besichtigt werden. Gezeigt werden Modelle und Pläne mit Erläuterungsberichten beziehungsweise Kenndaten. Die kleine Ausstellung ist noch bis zum 19. März während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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