Rundreise durch AWO-Einrichtungen


(Foto: pm)
(pm) Die Katharinenhöhe ist eine Rehaklinik des AWO Bezirksverbands Baden mit einem einzigartigen familienorientierten Konzept. Für einen fachlichen Austausch besuchte Geschäftsführer Stephan Maier im Rahmen der AWO Aktionswoche im Mai den AWO Kreisverband Neckar-Odenwald und absolvierte hier ein umfangreiches Programm.

Bundesweit 1.730 Kinder bis 15 Jahre erkranken jedes Jahr neu an Krebs. Die Familien dieser Kinder werden durch diese lebensbedrohliche Erkrankung ins Chaos gestürzt: Ob es um die Unterstützung des erkrankten Kindes geht, um die Versorgung der Geschwister oder um die Aufrechterhaltung der eigenen Berufstätigkeit – der Alltag wird auf den Kopf gestellt und die Familie auch aufgrund der Angst um das Leben des Kindes überlastet. Deshalb hat sich die Katharinenhöhe in Schönwald/Schwarzwald in den 1980er-Jahren auf den Weg gemacht, ein familienorientiertes Reha-Konzept für erkrankte Kinder umzusetzen. Gegen alle Widerstände gelang es, Reha-Maßnahmen für die ganze Familie als Krankenkassenleistung zu etablieren. Zusätzlich kommen Jugendliche und junge Erwachsene bis 28 Jahre in den Genuss von Reha-Aufenthalten in Gleichaltrigengruppen.

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Stephan Maier, Geschäftsführer und Psychosozialer Leiter der Katharinenhöhe, erläuterte das Konzept der Katharinenhöhe bei einem kollegialen Austausch mit Ärzten und Pflegeverantwortlichen in den Neckar-Odenwald-Kliniken Mosbach. „Wir sind glücklich darüber, dass 80 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder mittlerweile geheilt werden“, sagte er. „Die Chemotherapie richtet jedoch einen Kollateralschaden an, an dem wir bei der Nachsorge in der Katharinenhöhe arbeiten müssen.“ Stephan Maier berichtete auch über ein kontinuierliches Ansteigen psychischer Erkrankungen, entweder, weil psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche zusätzlich an Krebs erkranken, oder weil durch den Krebs so hohe psychische Belastungen entstehen, dass sie behandlungsbedürftig werden.

„In diesem Bereich sind wir gemeinsam unterwegs“, sagte Prof. Dr. Helmut Vedder, Chefarzt am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch. „Eine Versorgung durch Psychiatrie und Psychotherapie muss in den Regionen gewährleistet sein, deshalb haben wir den Auftrag der Dezentralisierung und sind hier in den Neckar-Odenwald-Kliniken präsent. Gleichzeitig werden die Kosten innovativer Projekte mit familienorientiertem Ansatz nicht refinanziert. Da müssen wir ständig weiterkämpfen.“

Norbert Mischer, Geschäftsführer der Neckar-Odenwald-Kliniken, äußerte sich besorgt über die fortschreitende Zentralisierung im Gesundheitswesen. „Als Grund- und Regelversorger und gleichzeitig mit dem Wissen hochspezialisierter Fachleute haben wir einen wichtigen Auftrag hier in der Region“, sagte er und bedankte sich bei der AWO Neckar-Odenwald für die gute Zusammenarbeit: Die AWO stellt den Sozialdienst für die psychiatrisch erkrankten Patienten in den Neckar-Odenwald-Kliniken, versorgt im Anschluss an die Akutbehandlung den Patientenkreis mit verschiedenen betreuten Wohnformen und hat ein zweites starkes Standbein im Bereich der Versorgung pflegebedürftiger Menschen.




Nach dem Austausch mit den Ärzten informierte Stephan Maier die Bewohnerinnen und Bewohner der AWO Seniorenwohnanlage in Mosbach-Diedesheim über die Arbeit der Katharinenhöhe. Er brachte außerdem einen Bausatz für ein Vogelhäuschen mit, das Christa Stumpf, die Leiterin des AWO Seniorenwohnens, zusammen mit den Bewohnern zusammenbauen, darin Spenden sammeln und diese bei einem Gegenbesuch im Schwarzwald übergeben wird.

Danach besuchte Stephan Maier die neue AWO Hausgemeinschaft in Elztal-Dallau. Er lobte das innovative Konzept der Senioren-Hausgemeinschaften und die liebevoll ausgewählte Einrichtung mit optimalen Hilfsmitteln für pflegebedürftige Menschen. „Wir in der Katharinenhöhe haben die Familiennachsorge bei Krebs im Kindesalter erfunden, Sie hier im Neckar-Odenwald gestalten mit pflegebedürftigen Menschen einen möglichst selbstbestimmten Alltag“, sagte er. „Zusammen machen wir bei der AWO einen guten Job, indem wir Menschen da weiterhelfen, wo sie gerade stehen.“

Um den Familien wirklich helfen zu können, braucht die Katharinenhöhe Spenden. Das Ehepaar Speicher aus Billigheim gab Thomas Maier drei Rutschautos für die kleinsten Patienten mit, „damit die Kinder eine Freude haben und lachen“.

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