Mehr Europa kein frommer Wunsch

Podiumsdiskussion der Europa Union Main-Tauber/Hohenlohe


Das Bild zeigt die Diskussionsrunde mit Markus Schildknecht, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart, Wolfgang Göricke Vera-Marie Neidlein und Charlotte Schneidewind-Hartnagel. (Foto: pm)

(pm) Europa steht 2017 am Scheideweg. Im Jahr des 60. Jubiläums der Unterzeichnung der Römischen Verträge steht mit den Folgen der Brexit-Entscheidung in Großbritannien, dem Zuwachs der extremen Nationalisten und Europagegenern in vielen Ländern und der Uneinigkeit in der Flüchtlingsfrage die Zukunft Europas auf dem Prüfstand. 

Dieser Tage lud daher die Europa-Union Main-Tauber/Hohenlohe zu einer Podiumsdiskussion ein an der der Vorsitzende der Jungen Europäer Baden-Württemberg, Markus Schildknecht, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, Prof. Dr. Wolfgang Reinhart MdL, Vera-Marie Neidlein von den Jusos Main-Tauber und die Bundestagskandidatin für Odenwald Tauber von Bündnis90/Die Grünen, Charlotte Schneidewind-Hartnagel, teilnahmen. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Vorstandsmitglied und ehemaligen Direkter des Martin-Schleyer-Gymnasiums, Wolfgang Göricke. Zunächst wurde der beeindruckende Projektfilm „Liebesbrief an Europa“ der Gymnasiastinnen Sarah Henninger, Celine Keppner und Josephin Eck aus dem Main-Tauber-Kreis gezeigt. Ihr Beitrag beim Europawettbewerb „Rede an Europa“ belegte den fünften Platz auf Landesebene und einen Sonderpreis auf Bundesebene. 

Alle Diskutanten waren sich einig, dass Europa in den letzten Jahrzehnten eine Vielzahl von Vorteilen gebracht und Entwicklungen in Gang gesetzt hat, die für alle Europäer nicht mehr wegzudenken sind. Dazu zählen die Reisefreiheit, die freie Arbeitsplatzwahl, die Rechtssicherheit und die einheitliche Währung. Für junge Menschen habe das Erasmus-Programm die Anerkennung der Bildungsabschlüsse und die Möglichkeit der Auslandsausbildung gebracht. 

Auch Kritikpunkte wurden von dem Podiumsmitgliedern diskutiert. Eine gemeinsame Sicherheitspolitik sei dringend geboten um mit einer Stimme sprechen zu können. Mehr Transparenz wünschten sich die Diskutanten ebenso wie mehr Solidarität in der Flüchtlingspolitik und gemeinsame soziale Standards. Eine Rückkehr zum Nationalstaat sei nicht mehr denkbar. „Gemeinsame Probleme können wir nur gemeinsam lösen“ ist Schneidewind-Hartnagel überzeugt.“Der Kampf gegen Terrorismus und Krieg, gegen Steuerflucht und organisierte Kriminalität, gegen Klimawandel und Ressourcenknappheit kann nicht mehr im nationalen Alleingang gewonnen werden.“

Bei allen PodiumsteilnehmerInnen war deutlich erkennbar, dass für sie ‚Mehr Europa‘ kein frommer Wunsch ist, sondern rationale Notwendigkeit. Europäisches Miteinander ist längst Alltag.

Schneidewind-Hartnagels Statement zu Europa war: „Ich bin so alt wie Europa, mein Herz hat nie ohne Europa geschlagen, ich konnte in Frieden und Freiheit leben. Es freut mich, dass viele junge Menschen gerade jetzt in der Krise ihr Herz an Europa verlieren und dafür aufstehen. Die Bewegung „Pulse of Europe“ ist dafür ein besonderes Zeichen, das wir unterstützen können. Ich wünsche mir viele Menschen, die für ein geeintes Europa ihr Bestes geben.“

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