Partnerschaft mit Leben erfüllt

Anfängliche Unsicherheit wich Abschiedsschmerz


(Foto: privat)
Seckach. (lm) Die Partnerschaft zwischen Gazzada Schianno, wo die Wurzeln von Pfarrer Heinrich Magnani zu finden sind, und der Baulandgemeinde Seckach hat inzwischen unglaubliche viele Freundschaften in allen Altersklassen begründet.

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Wie die ganz junge Generation die Treffen zwischen Deutschland und Italien erlebt, und wie nah man sich kommt, wird deutlich im Bericht von R. Aurich, J. Watzer und Weickel mit ihrem Klassenlehrer R. Blase aus der Klasse 8 der St. Bernhardschule. Zusammen mit Schülern der St. Bernhardschule Klinge, der Werkrealschule Schefflenztalschule sowie der Baulandschule Hettingen, dem früheren Wirkungsort von Pfarrer Magnani waren sie mit drei Lehrern und zwei Betreuungspersonen für fünf Tage in der norditalienischen Provinz Varese im schönen Städtchen Gazzada Schianno zu Gast gewesen.
Hier liegen die Wurzeln des Kinderdorfgründers Pfarrer Heinrich Magnani, dessen Vater Ende des 19. Jahrhunderts aus dem heutigen Ortsteil Schianno nach Deutschland auswanderte.

Am frühen Abend in Gazzada angekommen, wurden die Schüler nach einem herzlichen Empfang an der Schule von ihren jeweiligen Gasteltern in Empfang genommen. Voller Erwartung und teils auch aufgeregt und etwas nervös verbrachten die Austauschschüler den ersten Abend im Kreise der Gasteltern. Am nächsten Vormittag wurde in der Schule gemeinsam gebastelt und man war in der Sporthalle aktiv. Und nach dem Mittagessen in der Schulkantine ging die Fahrt zum Fuße des Sacro Monte, seit 2003 Unesco-Weltkulturerbe ist und per pedes erklommen wurde.

Der Sacro Monte di Varese, an einem steilen Bergrücken oberhalb des Lago di Varese gelegen, wurde auf Initiative des Kapuziners Giovanni Battista Aguggiari aus Monza 1604 gegründet. Eine breite, großzügig angelegte Straße aus Kopfsteinpflaster führt in vielen Windungen von Kapelle zu Kapelle hinauf auf den Gipfel in 883 m Höhe. Durch Gittertüren und Fenster konnte die Schülerschar einen Blick in die insgesamt 14 sehr unterschiedlichen Kapellen werfen, in denen lebensgroßen Figuren Szenen aus dem Leben Jesu Christi darstellen.

Die Besichtigung der Stadt Varese war der gemeinsame Abschluss des ereignisreichen ersten Tages. Nach dem zweiten Schulvormittag stand das nahegelegene Naturreservat Palude Brabbia auf dem Programm. Das Naturschutzgebiet, welches eine Fläche von ungefähr 400 Hektar umfasst, zählt zu Recht zu den bedeutendsten norditalienischen Sumpfgebieten. Es entstand vor ca. 20.000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit. Das in weiten Teilen ständig überschwemmte Sumpfgebiet ist die Heimat zahlreicher seltener Pflanzen- und Tierarten. Insbesondere lohnt sich die Beobachtung der ca. 170 verschiedenen, zum Teil seltenen Vogelarten, welche hier hervorragende Lebensbedingungen vorfinden.
Beim gemeinsamen Bau verschiedener Nistkästen, welche zur Erinnerung mitgenommen durften, hatten alle großen Spaß und konnten ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen.
Am letzten gemeinsamen Tag stand die Besichtigung der etwa 50 Kilometer nordöstlich von Mailand am Fuß der Alpen gelegenen Stadt Bergamo auf dem Plan. Besonders sehenswert war die alte auf einem fast 400 m hohen Hügel gelegene Oberstadt (Città Alta) mit ihrem historischen Zentrum. Das heute fast 120.000 Einwohner zählende Bergamo wurde bereits 196 v. Chr. von den Römern erobert und schaut auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurück. Von den verschiedenen geschichtlichen Epochen zeugen noch heute zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Zur großen Freude der Schüler wurde auf der Rückfahrt noch Halt im größten Einkaufszentrum Italiens „Il Centro“ in Varese gemacht, und nicht nur die Damen hätten gerne mehr Zeit in dem 92.000 qm großen Shoppingparadies verbracht. Doch der Abschiedsabend war terminiert und toll. Bei einem kalten Büffet und guter Stimmung tauschte man Geschichten und Erlebnisse aus und bedankte sich bei den Organisatoren und den Gasteltern.

Am nächsten Morgen ging es dann nach emotionaler und für manchen der Teilnehmer tränenreicher Verabschiedung nach einem frühen Frühstück in Richtung Deutschland. Müde, aber gut gelaunt und mit zahlreichen Eindrücken im Gepäck erreichten alle gesund am Nachmittag ihre jeweilige Heimat.

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