Arbeit mit Anschluss nach ganz oben

Messtrupps des Fachdienstes Flurneuordnung und Landentwicklung vermessen derzeit das Gebiet um Unter- und Oberwittstadt – Aktionswoche Geodäsie ab 14. Juli


Vermessungstechniker wie Boris Kößler und Robin Prokisch braucht der Neckar-Odenwald-Kreis. Die beiden Fachleute vermessen zurzeit in Unter- und Oberwittstadt mit einem satellitengestützten, zentimetergenauen Messgerät. Die daraus berechneten Koordinaten werden dann weiter verarbeitet, um die exakten Größen der Flurstücke zu ermitteln. (Foto: pm)

Ravenstein.  (pm) Einen permanenten Anschluss nach ganz oben, das haben Boris Kößler und Robin Prokisch bei ihrer Arbeit. Denn die Mitarbeiter des Fachdienstes Flurneuordnung und Landentwicklung des Landratsamtes setzen zur Vermessung bei Flurbereinigungsverfahren auf satellitengestütztes Messgerät. So ermitteln sie zentimetergenau die Grenzpunkte der Wege, Gräben und Flächen. Zu sehen ist dies zurzeit rund um Unter- und Oberwittstadt.

„Tag für Tag arbeiten sich unsere Messtrupps durch das Neuordnungsgebiet. Das dauert bei jedem Verfahren mehrere Monate und erfordert stets höchste Konzentration und mitunter auch eine gewisse Wetterfestigkeit“, sagt der Leiter des Fachdienstes, Markus Hüblein. Der derzeit in Unterwittstadt arbeitende Trupp besteht aus zwei Vermessungstechnikern. Ein Mitarbeiter positioniert den GPS-Empfänger an der richtigen Stelle und der andere löst die Messung über den Feldrechner aus. Den Anschluss an die in rund 19.000 bis 23.000 Kilometer Höhe kreisenden Satelliten stellt eine Antenne sicher. So greifen die Techniker dann die von den Satelliten gesendete Kennung, die exakte Uhrzeit und weitere diverse Codes ab. Mit Hilfe der Trägerwellen und der Codes wird die Laufzeit des Signals vom Satelliten zur Antenne gemessen. Die genaue Berechnung der Lage erfolgt über einen räumlichen Bogenschlag zu mindestens vier Satelliten. „Das ist die modernste Messmethode, die es momentan gibt“, unterstreicht Hüblein mit Verweis auf die pro Einheit rund 15.000 Euro teure Technik.

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Zurück im Büro ergeben dann die ermittelten Grenzpunkte die Grundlage für die spätere Zuteilung der neuen Flurstücke an die Eigentümer. Denn aus der Aufmessung des Wege- und Gewässernetzes errechnen die Mitarbeiter die Flächen und Werte der neuen Flurstücke. Gespeichert werden die Daten auf dem Feldrechner, bevor sie anschließend im Büro auf den Server übertragen werden.

Der Einsatz empfindlicher Technik bedeutet aber auch, so Hüblein, dass die Mitarbeiter diese perfekt beherrschen müssen. „Von der exakten Arbeit der Kolleginnen und Kollegen hängt viel ab, nämlich Entscheidungen über Grund und Boden, die für Generationen Bestand haben.“ Kein Wunder also, dass Vermessungstechniker und Vermessungsingenieure sowohl in den Verwaltungen als auch in der freien Wirtschaft sehr gefragte Fachleute sind. Daher überlassen die beiden Fachdienste Vermessung sowie Flurneuordnung und Landentwicklung des Landratsamtes nichts dem Zufall, sondern bilden jedes Jahr Jugendliche zu Vermessungstechnikern aus. Gesucht werden hierfür junge Leute mit guten mathematischen Kenntnissen und Freude am Umgang mit moderner Technik, wie eben satellitengestützter Messtechnik.

Zu den Aufgaben und Methoden der Flurneuordnung, aber auch zu dem Berufsbild informieren Hüblein und seine Kollegen bei der landesweiten Aktionswoche der Geodäsie, die vom 14. bis 21. Juli auch im Neckar-Odenwald-Kreis stattfindet. Zur Auftaktveranstaltung am Samstag, den 15. Juli von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr in die Marktstraße in Buchen sind Interessierte herzlich eingeladen.

Mehr Informationen zu der Aktionswoche Geodäsie und alle öffentlichen Veranstaltungen in der Region sind abrufbar unter www.aktionswoche-geodaesie-bw.de. Der Messtrupp bei Unter- und Oberwittstadt arbeitet in der Woche vor der Auftaktveranstaltung westlich der Kreisstraße zwischen Ober- und Unterwittstadt unweit des Hüngheimer Großen Waldes. Interessierten erklären die Vermessungstechniker Boris Kößler und Robin Prokisch nach Anmeldung unter 06281/98-280 oder 06281/98-281 auch gern dort vor Ort ihre Arbeit.

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