Leserbrief zur „Ruhestörung“ in Osterburken

Zum Bericht über die „massive Ruhestörung“ durch laute Musik bei einer privaten Party bei Osterburken erreichte uns ein Leserbrief mit der Darstellung der Ereignisse aus der Sicht der jungen Erwachsenen, die an der Party teilnahmen.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es erstmals um 02:00 Uhr zur Anfahrt eines Streifenwagens bei einer privaten Veranstaltung unterhalb der Rosenberger Brücke. Der Veranstalter wurde gebeten die Musik leiser zu stellen. Dieser hat sich kooperativ gezeigt und versicherte der Streife, die Musik leiser zu stellen – was selbstverständlich passierte.

Nach Abfahrt der ersten Streife kam eine zweite Streife, die nochmals darum bat, die Lautstärke zu reduzieren. Zudem wollte sich diese Streife Zutritt auf das Privatgrundstück verschaffen. Da aber kein richterlicher Beschluss existierte, zogen die Beamten wieder ab.

Nachdem die zweite Streife abgefahren war, kamen ganze fünf Streifenwagen – also insgesamt zehn Polizisten, die darum baten die Veranstaltung aufzulösen. Außerdem wollten sich die Polizisten ohne richterlichen Beschluss Zutritt auf ein Privatgrundstück verschaffen. Ein entsprechender Beschluss liege mündlich vor, so die Beamten.

Der Veranstalter diskutierte und erklärte unserem „Freund und Helfer“, dass er keinen Zutritt gewähren will, ohne dass ein schriftlicher Beschluss vorliege. Nach einer langen Diskussion, wurde der Veranstalter aufgefordert die Diskussion zu beenden, da er ansonsten mit Konsequenzen rechnen müsse.

Aber mit den Konsequenzen die folgten hat der Veranstalter nicht gerechnet. Auf aggressivster Weise wurde er laut Zeugenaussagen von hinten auf den Boden gedrückt. Aufgrund von Schmerzen bat er die Polizisten vergebens, ihn loszulassen. Dabei bestätigen Augenzeugen, dass der Veranstalter weder aggressiv noch provokant gewesen sei. Er wollte nur seine Rechte durchsetzen. Mit Handschellen wurde er abgeführt.

Die Polizei verschaffte sich ohne Vorlage einer richterlichen Verfügung, worum mehrfach gebeten wurde, Zutritt auf das Privatgrundstück und beschlagnahmte zwei Verstärker und ein Mischpult. Außerdem nahmen sie einen zweiten Gast in Gewahrsam, da dieser sich nicht vorzüglich benahm. Ein dritter Gast wurde geschubst, da dieser ebenfalls diskutierte. Durch dieses Vorgehen der Polizei, fiel der Gast hin und erlitt Verletzungen am Bein und im Gesicht.

Die Polizisten erhielten eine Telefonnummer eines weiteren Gastes, der sich gegenüber den Polizisten bereit erklärte, die festgenommenen Partygäste nach ihrer Freilassung abzuholen.

Nachdem einige Gäste sich Beleidigungen von unseren „Freunden und Helfern“ anhören und die Aggressivität ertragen mussten, fuhren die fünf Einsatzwägen wieder ab. Auf der Polizeistelle mussten sich die abgeführten Personen einem Alkoholtest unterziehen. Nachdem dieser bei einer Person negativ ausfiel, wurde dieser Partygänger ohne die Möglichkeit einen Anruf zu tätigen, ohne Handy und Geld entlassen.

Die Veranstaltung bezog sich auf insgesamt acht Gäste, darunter vier Frauen.

Namen der Verfasser sind der Redaktion bekannt

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14 Kommentare

  1. Genau sowas !!
    Wir wohnen im Stadtkern und sind ständig div. Ruhestörungen ausgesetzt. Wie zB: Brückenfest, Kiliani, Schmudo, Beach Party, Stadtlauf, Faschingsumzug, div. Kirchliche Veranstaltungen, Illegale Autorennen,…
    Betrunkene und laute Personen, Schlägereien
    Ich selbst habe Kinder und bin berufstätig, hat da schon einmal jemand gefragt was wir Anwohner hier mitmachen?
    Jetzt feiern junge Leute auf ihren privaten Grundstück und da wird so hart durchgegriffen –
    Kopfschütteln !!!

    • Es ist deine Entscheidung, im Stadtkern zu wohnen. Da muss man häufigere Festlichkeiten hinnehmen und man weiß das, wenn man dort wohnen will.

  2. Da im Nachbarhaus von uns Studenten der DHBW wohnen, muss ich leider ganz klar sagen, dass selbst sechs Leute eine Lärmbelästigung bedeuten können…, auch auf ihrem privaten Grundstück.
    Und unter Alkohol sind sie leider unbelehrbar.
    Das ganze dreimal die Woche und nie am Wochenende.
    Leider sind die dann auch nicht immer nett zu Polizei .
    Wenn man doch bereits einmal von der Polizei (um 2 Uhr ) zur Ruhe gebeten wird, kann man sich doch ein wenig zusammenreißen oder einfach reingehen. Dann sagt doch auch kein Mensch was.

  3. Ich kenne das mit der Polizei auch so. Glaubt dir nur keiner wenn du keine zeugen hast. Vorallem dir hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss. Denen fällt immer was ein.

  4. Ich höre nur mimimimi, die böse Polizei.
    Und das die dann genervt sind von neumalklugen Schnösel kann ich voll verstehen.
    Sich hier als arme Opfer hinzustellen und das eigene Fehlverhalten das dazu geführt hat zu verharmlosen ist nur eine weiter Bestätigung was das für Menschen waren.

    Nur so am Rande, hätten die Partyteilnehmer nur einen funken Respekt gezeigt und nicht einen auf ich habe rechte gemacht, wäre es nie soweit gekommen.Den Recht auf Nachtruhe haben die Anwohner auch!!

    Ach ja Rechtschreibfehler dürfen gefunden und behalten werden

  5. Wenn die „Veranstalter“ nur sonst auch so „pflichtbewusst“ wären wie sie auf ihrer gerichtlichen Verfügung rumhacken!!! Es ist zum Kopfschütteln. Verhaltet euch so, dass sich keiner beschweren muss, dann kommt ihr gar nicht in solche Situationen.

  6. Wenn zig Anwohnern der Schlaf geraubt wird, dann wäre es unverhältnismäßig, einen richterlichen Beschluß einzuholen, was gar nicht möglich wäre so kurzfristig. Dann ist Gefahr im Verzug. Denn ohne ein sofortiges Eingreifen würde ein Schaden eintreten: Der Schlafentzug, den man als Körperverletzung ansehen kann, denn er ist eine Gesundheitsgefährdung.

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