„Grundgesetz und Bibel als Entscheidungshilfen

Religion und Politik im Gespräch

Adelsheim/Mosbach.  (pm) „Der christliche Glauben ist für mich ein Kompass an dem sich meine Werte in politischen Fragen orientieren.“, so MdB Kerstin Griese, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales sowie Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland. Dass der Dialog von Religion und Politik im Alltag wichtig ist, wurde beim Besuch von Kerstin Griese im Neckar-Odenwald-Kreis, auf Einladung der Wahlkreisabgeordneten Dr. Dorothee Schlegel, deutlich. Kerstin Griese ist als Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften Brückenbauerin in gemeinsamen Gesprächen.

Bei der ersten Station, der alten Synagoge in Adelsheim-Sennfeld, trafen die beiden Abgeordneten mit Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Asylarbeitskreise zusammen. Im Gespräch mit den überwiegend kirchlich engagierten Flüchtlingshelfern wurde rege über Sprachkursangebote, Anerkennung von Asylbewerbern, Familiennachzug aber auch die Strukturierung von Integration und Inklusion in den Gemeinden diskutiert.

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Europapolitikerin Dr. Schlegel ergänzte: „Damit kann Arbeit auch als Bildungs- und vor allem Integrationschance gesehen werden. Allerdings brauchen wir, was die Bekämpfung von Fluchtursachen, Schlepperbanden und den Schutz der EU-Außengrenzen anbelangt, auch europaweit eine bessere Zusammenarbeit. Kanzlerkandidat Martin Schulz hat vollkommen Recht, wenn er in der aktuellen Debatte anmahnt, dass noch mehr unserer europäischen Partner ihren Beitrag leisten müssen.“

Kerstin Griese wies darauf hin, dass die SPD-Bundestagsfraktion bereits einen ersten Entwurf eines Einwanderungsgesetzes vorgelegt habe. Sie sei davon überzeugt, dass dies in der nächsten Legislaturperiode zügig angegangen werden müsse. „Das sind wir den Menschen, die gute Qualifikationen besitzen oder hier bereits erworben haben, von der LKW-Fahrerin über Pflegekräfte bis zu IT-Spezialisten schuldig. Zumal wir in Deutschland ohnehin Zuwanderung von Fachkräften benötigen“, so Griese in der Diskussion.

Beide kirchlich engagierten Politikerinnen bedankten sich bei den Ehrenamtlichen für deren großes zeitliches und finanzielles Engagement in der Betreuung von Asylbewerbern, das viele der Helferinnen und Helfer bereits seit 2015 leisten.

Beim anschließenden Termin in Mosbach, zu dem Kirchenvertreterinnen und -vertreter eingeladen waren, verdeutlichte Kerstin Griese noch einmal: „Religion ist keine Privatsache, Religion kann in Deutschland öffentlich gelebt werden.“ Kirchen und Religionsgemeinschaften müssten sich dabei im Rahmen des Grundgesetzes verhalten. Gleichzeitig müsse der Staat weltanschaulich neutral bleiben.

An einigen Beispielen, wie dem Gesetz zur Sterbebegleitung, der besseren Finanzierung der Hospizarbeit, der Organspende und Präimplantationsdiagnostik, verdeutlichten die beiden Abgeordneten, in welchen Situationen im Deutschen Bundestag Gewissensentscheidungen anstehen. „Gerade bei solchen Fragen ist der eigene Glaube sowie der Rat und das Gespräch mit Kirchenvertreterinnen und -vertretern enorm wichtig und ein echter innerer Wegweiser.“, betonte Dorothee Schlegel.

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1 Kommentar

  1. „Grundgesetz und Bibel als Entscheidungshilfen“

    Klingt gut, gell? Wäre spannend, die Christen zu fragen, was ihnen im Zweifel wichtiger wäre, das Grundgesetz oder die Bibel? So manch frommer Mensch würde da wohl die Bibel nennen. Schlimm? Nö.

    Aber wehe, der böse Moslem sagt, der Koran sei ihm wichtiger als das Grundgesetz, da ätzt die CDU und die AfD frohlockt.

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