Schwarzach: Zwischenstand zum Quartierskonzept


Das Schwarzacher Freibad liegt mitten im Bereich des Quartierskonzeptes, im Hintergrund ist die Schwarzachhalle zu sehen. Bei den Planungen ist das Wasserbecken als Wärmespeicher im Winter vorgesehen. Vor Ort waren v. l. Karsten Thiel Umwelt und Energieagentur Kreis Karlsruhe, Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Mathias Haas, Albert Geier Ingenieurbüro Willhaug, Hauptamtsleiter Andreas Zettl, Uwe Ristl EAN (Foto: Martin Hahn)
(pm) Seit über einem Jahr stehen in Schwarzach die Themen Klimaschutz und Ressourcenschonung bei der Zukunftsgestaltung ganz oben auf der Tagesordnung: Dort befindet man sich aktuell in der Umsetzung der Erkenntnisse des 1. Energetischen Quartierskonzepts des Neckar-Odenwald-Kreises.

Auf dem Weg zum „Inklusiven Mehrgenerationendorf der Zukunft – Schwarzach 2.0 “ wurde im Rahmen dieses Quartierskonzeptes untersucht, wie man die Bereiche Freibad, Schwarzach-Halle, alla hopp!-Gelände, Jäger-Areal, Wildpark und Wohnmobil-Stellplatz in Bezug auf Energie und Wärme möglichst sinnvoll und vor allem umweltschonend miteinander verbinden könnte. Denn auch viele dieser Infrastruktureinrichtungen sind aufgrund ihres Alters von über 40 Jahren dringend modernisierungsbedürftig.


Die Initialzündung für das Quartierskonzept geht auf eine Veranstaltung der Energieagentur Neckar-Odenwald (EAN) im Jahr 2015 zurück. Bürgermeister Mathias Haas war von dieser Idee überzeugt – gemeinsam mit dem Gemeinderat und der Umwelt- und Energieagentur Karlsruhe (UEA) wurde dann dieses Projekt nach Bürgerbeteiligungsprozessen engagiert angegangen. Mittlerweile befindet man sich bereits in der zweiten Stufe der strategischen Planung.

Am Anfang stand eine ausführliche Bestandsaufnahme: Basis allen Handelns ist, über Einzelmaßnahmen hinauszudenken und die Wechselwirkungen von Energieverbrauchern im gesamten Quartier zu berücksichtigen. Mit modernen Konzepten, so Uwe Ristl von der EAN, könnten Kommunen Energiesparpotenziale in städtischen Quartieren ermitteln und bestmöglich ausschöpfen.

Energieeffiziente Sanierungsmaßnahmen in Quartieren trügen in besonderem Maße zum Schutz der Umwelt bei und reduzierten gleichzeitig Aufwand und Kosten.

So steckt dann auch viel Arbeit in einem solchen Quartierskonzept: Um sinnvolle Konzepte für energetische Sanierungsmaßnahmen, insbesondere für die Wärmeversorgung, Energieeinsparung und -speicherung unter besonderer Berücksichtigung der städtebaulichen und wohnungswirtschaftlichen Belange entwickeln zu können, ist zuvor eine ausführliche Bestandsaufnahme notwendig.

Dazu gehörten neben einer umfassenden Datenerhebung des gesamten Gebäudebestandes, auch Vor-Ort-Begehungen, Bürgerberatungen und natürlich auch eine offene Kommunikation gegenüber der Bürgerschaft. Beispielsweise fand im Sommer vergangenen Jahres eine ausführliche Vorstellung dieses Projektes im Rahmen einer Bürgerveranstaltung oder auch im Gemeinderat in Schwarzach statt. Innerhalb der Konzeption wurden mehrere technische Varianten entwickelt, berechnet und miteinander verglichen, bis am Ende die wirtschaftlichste Maßnahme feststand.

Dieser Tage lud Bürgermeister Mathias Haas zu einem Vor-Ort-Termin ein, um über den aktuellen Stand zu informieren. Neben Landrat Dr. Achim Brötel waren Karsten Thiel, Projektleiter der Umwelt und Energieagentur Kreis Karlsruhe, Uwe Ristl von der EAN, TGA-Planer Albert Geier vom Ingenieurbüro Willhaug sowie Hauptamtsleiter Andreas Zettl anwesend.

Aktuell werden die drei Liegenschaften Schwarzachhalle, Jäger-Areal und das Freibad mit jeweils eigenen Heizungsanlagen beheizt, die teilweise auch schon buchstäblich „in die Jahre“ gekommen sind. Zudem steht die Schwarzachhalle sowieso vor einer kompletten Sanierung. Ein Lösungsansatz könnte sein, mittelfristig eine gemeinsame Heizungsanlage, verbunden über ein Nahwärmenetz, zu installieren. Gegebenenfalls könnte sogar noch das Hotel oder weitere Teilnehmer hinzukommen. Innerhalb des Konzeptes hat sich diese Variante als die Wirtschaftlichste herausgestellt.

Ein Gas-Blockheizkraftwerk (BHKW), ausgelegt auf Grundlastbetrieb, würde grundsätzlich das Wärmenetz selbst, im Sommer zusätzlich das Freibad sowie im Winter die drei zuvor erwähnten Gebäude beheizen. Dadurch können lange Laufzeiten des BHKW erreicht werden. Der produzierte Strom aus dem BHKW sollte vorwiegend für die wirtschaftliche Eigennutzung verwendet werden. Ein zusätzlicher Holzpelletskessel wäre im Winter für die Spitzenlast bei hohem Wärmebedarf, und das „CO2-neutral“, zuständig.

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Alle Beteiligten arbeiten weiter an diesem Quartierskonzept: Die notwendigen Umsetzungsmaßnahmen werden von einem Team aus Stadtplanern, Bauingenieuren, Architekten, Energieberatern und auch Marketingfachleuten angegangen. Zwischenzeitlich ist die Förderung eines Sanierungsmanagers bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt und auch schon genehmigt – dieser wird alle Maßnahmen vor Ort begleiten und steuern. Aktuell geht man dabei von Planungskosten im Bereich von 115.000 Euro bei einer Zuschussquote von 65 Prozent aus – den Rest übernimmt die Gemeinde Schwarzach, zum Teil in Form von Sach- und Personalleistungen. Bürgermeister Haas geht davon aus, dass die Umsetzung dieses Quartierskonzeptes rund zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird.

Bürgermeister Haas zeigte sich über die konzeptionelle Vorgehensweise erfreut: „So muss das sprichwörtliche Rad nicht jedes Mal neu erfunden werden, sondern die Effizienz im energetischen Bereich überträgt sich auch auf die Umsetzung einzelner Maßnahmen“. Davon profitiere, so der Bürgermeister weiter, nicht nur unsere Umwelt, sondern auch die Bürgerschaft Schwarzachs, sowohl aktuell als auch in der Zukunft. Dies bekräftige auch Landrat Dr. Brötel: Neben der Verbesserung der Infrastruktur würden die Belange des Klimaschutzes eine maßgebliche Rolle spielen. Uwe Ristl von der EAN ist sich sicher, dass dieses Projekt in Schwarzach auch als Vorbildwirkung für andere Kommunen dienen werde.

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