„Mariä Himmelfahrt“ im Morretal

„Mariä Himmelfahrt“ in Hettigenbeuern: Dienstag, 15. August 2017: 20 Uhr Festgottesdienst, Lichterprozession und Kräuterweihe –


Zahlreiche liebevoll geschmückte Marienaltäre schmücken zu Ehren der Muttergottes alljährlich den Prozessionsweg. (Foto: privat)

Hettigenbeuern. (sch) Mitten in den Sommerferien liegt der Festtag „Mariä Himmelfahrt“ am Dienstag, 15. August und wie in jedem Jahr wird das Fest im Morretal zu Ehren der Muttergottes gefeiert.

„Ist dieser Festtag noch zeitgemäß?“ – es steht eine lange Tradition hinter dem Fest, aber diese Frage kommt hier sicherlich auch manchmal auf. Auch dann, wenn inmitten der Urlaubszeit die Planungen gar nicht so einfach sind, wenn trotz Urlaubsengpässen Vorbereitungen getroffen werden müssen.

Es gibt bestimmt diejenigen, die bei der Frage nach dem Hintergrund und der Bedeutung des Marienfeiertages „Mariä Himmelfahrt“ nur mit einem gleichgültigen Schulterzucken antworten. Aber es gibt auch jene, die sich von der Faszination des Festtages und der Ausstrahlung des Marienfeiertags „mitreißen“ lassen, denen der Tag viel bedeutet, so dass sie sogar ihren Urlaub entsprechend planen.

In Hettigenbeuern ist dieser Festtag schon seit vielen Jahren ein großer Feiertag und auch in diesem Jahr soll der Marienfeiertag am Dienstag, 15. August im Morretal mit einem Blumen- und Lichtermeer gefeiert werden. Am Abend finden um 20 Uhr der Gottesdienst mit Kräuterweihe und anschließend die Lichterprozession durch den Stadtteil statt.

Marienverehrung hat im Morretal eine lange Geschichte. Der Festtag „Aufnahme Mariens in den Himmel“ findet in Hettigenbeuern seit vielen Jahrzehnten in der Lichterprozession seinen Höhepunkt. Zahlreiche Marienaltäre entlang des Prozessionsweges zeugen von Vertrauen in die Muttergottes. Gerade in der heutigen Zeit ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, wenn Anwohner die Tradition fortsetzen und ihre Marienverehrung dadurch zum Ausdruck bringen, dass sie Blumen sammeln, Sträuße richten, Lichter entzünden und kleine Altäre aufbauen.

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Viele Marienverehrer aus nah und fern kommen alljährlich in den Stadtteil um das Hochfest mitzufeiern. Viele die Mariä Himmelfahrt in Hettigenbeuern einmal mitgefeiert haben sind begeistert und bestätigen, dass hier auf bemerkenswerte Weise eine tiefe Marienverehrung spürbar wird.

Von der Verehrung der Muttergottes in der hiesigen Region zeugen auch zahlreiche der Muttergottes geweihte Bildstöcke in den Fluren des Madonnenländchens. Früher war der 15. August als staatlicher Feiertag anerkannt, heute ist das nur noch in wenigen Bundesländern wie beispielsweise Bayern der Fall, weshalb der Festgottesdienst in Hettigenbeuern von Pfarrer Markert auf den Abend verlegt wurde. Pfarreirechnungen belegen, dass schon im Jahr 1643 am Marienfeiertag ein Gottesdienst in Hettigenbeuern stattfand. Auch in den Jahren 1721 und 1722 wird von Ämtern am Himmelfahrtstag berichtet. In den Pfarreirechnungen von 1741 sind erstmals das Titularfest und die Marianische Bruderschaft erwähnt.

Auszüge aus dem Erzbischöflichen Archiv Freiburg zeigen ebenfalls auf, dass in Hettigenbeuern an „Maria Himmelfahrt“ schon seit langer Zeit eine Prozession stattfindet. Ein Auszug aus den Akten des Erzbischöflichen Archivs: „7.5.1838: Pfarrverweser Kramer frägt an, ob es gestattet sei an Mariae Himmelfahrt wie an Fronleichnam nach dem Hochamt eine Prozession mit der Aussetzung des Allerheiligsten und vier Altären zu machen.“

An diesem Abend steht neben der Eucharistiefeier mit Festpredigt auch die Kräuterweihe im Mittelpunkt. Im Rahmen des Festgottesdienstes erfolgt die Kräuterweihe. Da in der Zeit des Festes das Getreide seine Reife erlangte und die Natur in höchster Blüte stand, lag der Brauch an Marienfeiertag wahrscheinlich nah, zumal Maria schon immer als „Blume des Feldes“ verehrt wurde. Die Weihe und Segnung soll verdeutlichen, dass alle Heilkräfte eine von Gott verliehene Gabe sind. Die Heilkräuter sollen Hoffnung und Trost spenden und spiegeln das Bild der Gottesmutter wieder.

Diese alte Tradition, die viele noch aus der Kindheit kennen, erfreut sich gerade in jüngster Zeit wieder einer zunehmenden Beliebtheit. So führt auch die Frauengemeinschaft Hettigenbeuern seit einigen Jahren geführte Kräuterwanderungen durch, zum gemeinsamen Binden des Kräuterstraußes. Das Zusammenstellen und Binden der Kräuter gilt als Wissenschaft und ist regional sehr unterschiedlich gehandhabt. So gehören in einen „Würzbüschel“, wie er in unserem Raum genannt wird beispielsweise Wermut, Johanniskraut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, eine Königskerze, Tausendgüldenkraut und Eisenkraut.

Der Festtag am Dienstag, 15. August beginnt mit dem Festgottesdienst mit Kräuterweihe um 20 Uhr. Anschließend findet die Lichterprozession durch den illuminierten, festlich geschmückten Stadtteil, zum Bildstock der schmerzhaften Muttergottes statt. ​hes.

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