Zweites KWO-Atommüll-Schiff am Ziel

EnBW hat auch den zweiten Brennelemente-Transport von Obrigheim nach Neckarwestheim erfolgreich durchgeführt – Drei weitere Castor-Behälter aus Obrigheim werden nun im Zwischenlager Neckarwestheim eingelagert – Positives Signal für den Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim – Neckar castrofrei demonstriert

(Foto: EnBW)

Obrigheim/Neckarwestheim. (pm) Die EnBW hat heute auch den zweiten von voraussichtlich fünf Castor-Transporten auf dem Neckar erfolgreich umgesetzt. Gegen 17.15 Uhr ist der im Auftrag der EnBW eingesetzte und mit drei Castor-Behältern beladene Schubverband an der Anlegestelle des Kernkraftwerks Neckarwestheim angekommen. Die Castor-Behälter enthalten verbrauchte Brennelemente aus dem früheren Betrieb des Kernkraftwerks Obrigheim. Der erste Transport dieser Art fand Ende Juni 2017 statt.

Werbung

Der Schubverband – bestehend aus einem Schubleichter und einem Schubboot – war heute früh gegen 6.25 Uhr vom Hafen des Kernkraftwerks Obrigheim gestartet (NZ berichtete). Die Castoren waren während des Transports auf drei Fahrzeugen fixiert, die jeweils sicher im Schubleichter verankert waren. Nach dem Anlegen und Festmachen des Schubverbands in Neckarwestheim wurde vom Fachpersonal damit begonnen, eine mobile Rampe aufzubauen. Über diese werden die drei Fahrzeuge mit den darauf befindlichen Castoren aus dem Schubleichter auf das Gelände des Kernkraftwerks fahren. Anschließend werden die Fahrzeuge mit den Behältern in das Standort-Zwischenlager des Kernkraftwerks Neckarwestheim gebracht und die Behälter nachfolgend auf ihrer endgültigen Position eingelagert.

Der Transport der Castor-Behälter auf dem Neckar verlief auch diesmal jederzeit sicher. Er stand unter der atomrechtlichen Aufsicht durch das Umweltministerium Baden-Württemberg und der von ihm beauftragten Gutachter. Teil der Überwachung waren auch radiologische Messungen. Diese zeigten – wie schon beim ersten Transport – keine Auffälligkeiten. Der Schutz von Mensch und Umwelt war jederzeit gewährleistet.

Weitere Etappe für verzögerungsfreien Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim erreicht

„Die erfolgreiche Umsetzung des zweiten Transports ist ein weiterer wichtiger Beitrag für den verzögerungsfreien Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim“, erläutert Jörg Michels, Geschäftsführer der EnBW Kernkraft GmbH. „Im Sinne der Energiewende wollen wir den Rückbau in Obrigheim vorantreiben. Dafür müssen wir die in der Anlage noch vorhandenen verbrauchten Brennelemente entfernen. Denn die aktuelle Form der Lagerung dieser Brennelemente würde in absehbarer Zeit den Rückbau des Kernkraftwerks Obrigheim behindern. Durch die Verlagerung der Brennelemente in das hierfür genehmigte Zwischenlager in Neckarwestheim wird der Bau eines weiteren Zwischenlagers in Deutschland überflüssig. So kann der Standort Obrigheim schneller zu einer konventionellen Industriefläche werden.“

Werbung

In Neckarwestheim befinden sich nunmehr sechs Castoren aus Obrigheim, nach Abschluss aller Transporte werden es 15 sein. Die Brennelemente sind in den Castoren sicher verschlossen. Das Zwischenlager in Neckarwestheim verfügt über 151 Stellplätze für Behälter mit Brennelementen. Davon werden als Folge des vorzeitigen Ausstiegs aus der Kernenergie jedoch nur rund 125 Plätze für die Zwischenlagerung der Brennelemente aus den beiden Neckarwestheimer Kraftwerks­blöcken benötigt. Die Unterbringung der insgesamt 15 Castoren aus Obrigheim ist also ohne Erweiterung des Zwischenlagers möglich. Die Einlagerung hatte das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) im August 2016 genehmigt.

Die Genehmigung für die Transporte hatte das BfE im Mai 2017 erteilt. Diese Transportgenehmigung ist unverändert wirksam und stellt die rechtliche Grundlage für die Durchführung der Transporte dar. Die EnBW wird nun mit den Vorbereitungen für den nächsten Castor-Transport auf dem Neckar beginnen. Transporttermine dürfen weder von der EnBW noch vom beauftragten Transportunternehmen bekannt gegeben werden. Hierfür bittet die EnBW um Verständnis.

Zahlreiche weitere Informationen und Erläuterungen zu allen Aspekten des Transport­vorhabens sind auf der Projekt-Website www.enbw.com/castortransport zu finden. Darunter auch häufige Fragen und Antworten sowie Filme, die den Transportablauf erklären.

Begleitet wurde der umstrittene Transport von massiven Protesten von Atomkraftgegner, die entlang des Neckars, aber auch auf der Wasserstraße gegen den aus ihrer Sicht unnötig gefährlichen Atommülltransport demonstrierten. Die Infos werden auf www.neckar-castorfrei.dedokumentiert.

Unsere News jetzt auch einmal täglich per Mail

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: