Tuning und Nachrüsten

Beleuchtung an Fahrzeugen – was ist erlaubt?

Scheinwerfer gelten vielen als die Augen eines Autos. Sie lassen es lebendig wirken. Gerade deshalb schrauben Tuner gerne daran herum. Und auch Besitzer von älteren Autos suchen nach helleren und stärkeren LED Scheinwerfern, Fernlichtern und Abblendlichtern. Doch was ist eigentlich erlaubt?

Jeder Autofahrer will nachts sehen, was auf ihn zukommt. Doch sind die Scheinwerfer zu hoch eingestellt oder strahlen zu stark, dann sieht nur noch einer etwas und der Gegenverkehr wird nicht nur geblendet, sondern teils fast schon erblindet. Falsch installierte oder nicht erlaubte Pkw-Scheinwerfer sind deshalb ein Risiko für alle Verkehrsteilnehmer. Zusätzlich riskieren Besitzer solcher Lampen beträchtliche Bußgelder.

Diese Vorschriften gelten für Scheinwerfer, Leuchten, Rückstrahler und Co.

Der deutsche Gesetzgeber fordert, dass alle Einrichtungen am Fahrzeug, die mit Licht zu tun haben, jederzeit funktionieren. Die als „lichttechnische Einrichtungen“ bezeichneten Lampen sind unter anderem Scheinwerfer, Rückstrahler, Leuchten und Reflektoren. Für deren Anbau gelten nicht nur bei Neufahrzeugen, sondern auch beim Nachrüsten, Aufrüsten oder Tunen die deutsche Vorschriften der StVZO §§ 49a – 54 und 60 sowie Vorschriften der EU. Auch Regelungen der Economic Commission for Europe (ECE) sind wichtig:

  • 78/933/EWG für lof Zugmaschinen
  • 76/756/EWG für Kfz und Anhänger
  • 93/92/EWG für 2- und 3-rädrige Kfz
  • ECE-R 53 für Krafträder
  • ECE-R 48 für Kfz und Anhänger

Erkennen, ob Lampen erlaubt sind oder nicht

Scheinwerfer am Auto müssen ihrer Bauart nach entsprechend genehmigt sein. Das erkennt man an den einschlägigen Genehmigungszeichen, die aus der sogenannten Genehmigungsnummer und dem Zeichen der zuständigen Genehmigungsbehörde zusammengesetzt sind. Beispielsweise steht „E4“ für die Länderkennung 4, 4 wiederum steht für die Niederlande. Das bedeutet, dass dieser Scheinwerfer in den Niederlanden genehmigt wurde. Das E verweist auf eine Regelung der ECE hin. Übrigens gibt es im Verkehrsrecht keine Unterscheidung zwischen Lichtern, die im Stehen oder während der Fahrt genutzt werden.

Welche Farbe müssen welche Scheinwerfer und Lichter haben?

Auch die Farbe des jeweiligen Lichts ist in der StVZO genau geregelt. Hier ein kleiner Überblick.

Weiß müssen diese Leuchten sein: Abblendlicht, Fernlicht, Vordere Rückstrahler, Parkleuchte vorn, Rückfahrscheinwerfer, Begrenzungsleuchte, Umrissleuchte vorn, Tagfahrleuchte. Weiß oder Hellgelb ist nur der Nebelscheinwerfer. Gelb wiederum dürfen nur sein: Fahrtrichtungsanzeiger, Seitlicher Rückstrahler, Warnblinklicht und Seitenmarkierungsleuchte. Rot sind nur Rückstrahler hinten, Parkleuchte hinten, Schlussleuchte, Nebelschlussleuchte und Bremsleuchte.

Was ist explizit nicht erlaubt? Gerade beim Nachrüsten und für Tuner?

Gerade Tuner oder Besitzer älterer Fahrzeuge wollen moderne Lichtanlagen bspw. mit LED-Technik nachrüsten. So bietet der Hersteller Lightpartz nachrüstbare LED Scheinwerfer an, die der ECE Regelung entsprechen und das E-Prüfzeichen besitzen. Diese sind natürlich jederzeit nachrüstbar. Doch es gibt Grenzen. Ausdrücklich nicht sehen will der Gesetzgeber auf deutschen Straßen Unterbodenbeleuchtung, Leuchtdioden an nicht vorgesehenen Stellen, bspw. hinter einer Scheibe angebrachte Christbäume, Lichterketten in Dauerbeleuchtung oder auch Lichterketten, die blinken oder umlaufen. Auch von Truckern bekannte Namensschriftzüge, die leuchten, sind nicht erwünscht.

 

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