Wer spielt sich in die Herzen der Wähler

Das Bild zeigt von links Rolf Grüning (Linke), Dr. Dorothee Schlegel(SPD), Simon Kurfeß (KJR), Alex Schuck, Alois Gerig (CDU) und ersten Speed-Dating-Spiel des Abends

(pm) Moderater Alex Schuck und der Vorstand des Kreisjugendrings Main-Tauber e.V., Simon Kurfeß gestalteten mit ihrem Wahlkarussell zur Bundestagswahl 2017 in Tauberbischofsheim ein etwas anderes Format der Kandidat-Vorstellung.

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Wieviele Streichhölzer passen auf eine Flasche Limonade; wer baut den höchsten Keks-Turm und wer schneidet die längste Papierschlange? Mit einer etwas anderen Art des Speed-Datings begannen die Veranstalter den Abend.

Mit sichtlichem Spaß und dem Ehrgeiz auch hier zu gewinnen, spielten MdB Alois Gerig (CDU), Rolf Grüning (Linke), MdB Dr. Dorothee Schlegel (SPD) und Charlotte Schneidewind-Hartnagel (Grüne) um den Sieg und damit den jeweils ersten Redebeitrag. Alois Gerig stapelte 21 Hölzchen und durfte sich als erster Bewerber vorstellen, danach waren Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Dr. Dorothee Schlegel und Rolf Grüning an der Reihe.

Schneidewind-Hartnagel erinnerte mit ihrem Eingangsstatement „wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“, an das grüne Herz und die Generationenverantwortung ihrer Partei. Gestalten statt verwalten, das sei das politische Ziel ihrer enkeltauglichen Politik. So bat sie die hauptsächlich jungen Zuhörern um ihre Stimme am 24. September.

Mit jeder neuen Spielrunde stellte Moderater Schuck den Politikern eine Frage, die es zu beantworten galt. Zu den Schlagworten „Integration und Obergrenze“ stellte die Grüne fest, dass dies ganz unterschiedliche Begriffe seien. Integration hieße „wir nehmen Menschen auf und leben gemeinsam“, aber eine Obergrenze kenne das Asylrecht nicht. Asyl gehöre zum Kanon der Menschenrechte. Dem stimmten auch ihre Politikkollegen uneingeschränkt zu. Die große Flüchtlingsbewegung 2015 hätte überrascht und gefordert, sei aber durch den großartigen Einsatz vieler Ehrenamtlicher gemeistert worden.

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Zum Thema „Terror und Sicherheit“ betonte Schneidewind-Hartnagel, dass Deutschland ein sicheres Land sei und hob dabei besonders auch Baden-Württemberg hervor. Dennoch habe man es mit Terror zu tun, dem man europaweit begegnen müsse. Hilfreich wäre hierbei eine bessere Zusammenarbeit sowohl der Länder- als auch der europäischen Polizei.

Mit der Frage nach den Berufen der Zukunft entspann sich ein weiter Bogen um Chancengleichheit, Teilhabe und gerechter Bezahlung. Der logische Schluss aus dem demografischen Wandel sei die Zunahme von älteren und zu pflegenden Menschen und der steigende Bedarf an Pflegekräften. Da hier immer noch mehrheitlich Frauen beschäftigt seien, gelte es endlich angemessene Löhne zu zahlen und gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Altersarmut sei weiblich und nur mit eigenständigem Lohnerwerb und Rentenansprüchen entgegenzuwirken. Es sei nicht einzusehen, dass die Pflege eines Bankkontos so viel mehr wert sei als die Pflege eines Menschen. Erziehungszeiten und Pflegezeiten müssen angerechnet werden und die Grünen wollen eine Garantierente einführen, so die grüne Politikerin.

Für die Mobilität im Ländlichen Raum sieht Schneidewind-Hartnagel die Zukunft im emissionsfreien Fahren. Dazu brauche es außer Elektro-Autos, einen gut vernetzten ÖPNV und intelligente Mobilitätskonzepte, wie Bürgerbusse, Ruftaxen und Mitfahrbörsen.

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