Nur Hammer und Zange waren geblieben

25 Jahre der Künstlerin Jarmila Manko im „schönen Glashaus“

Mudau. (lm) „Persönlich beeindruckend ist für mich das besondere Zusammenspiel von Farbe, Form, insbesondere aber auch Licht mit einem auf den ersten Blick eher ungewöhnlichen Alltagsgegenstand, nämlich Glas“. Diese Aussage stammt nicht von irgend wem, sondern von Landrat Dr. Achim Brötel, der als bekennender Grußwortredner das Silberjubiläum der weit über die heimischen Grenzen hinaus bekannten und anerkannten Glaskünstlerin Jarmila Manko würdigte.

Mit einer 25-tägigen Ausstellung in ihrem Atelier in der Mudauer Industriestraße 9 und einer Feierstunde als Vernissage mit zahlreichen Gästen und Freunden wurde das Jubiläum gebührend gefeiert, wozu Fabian Kieser mit seinem Vibraphon und Jonathan Kirchgeßner mit seiner Gitarre eine „zauberhafte“ musikalische Umrahmung servierten.

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Auch Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger zeigte sich stolz ob der Tatsache, dass sich die Künstlerin als zentralen Wohn- und Schaffensort die Gemeinde Mudau ausgesucht hatte. „Hier lässt sie sich von der Natur inspirieren und entwickelt so wunderbare Ideen, mit denen sie die Gemeinde, aber auch den Landkreis und sogar Teile von Europa künstlerisch begeistert. Wir sind stolz, sie in unseren Reihen zu haben“.

Die Werke im schönen „Glashaus“ dokumentieren das Verständnis zwischen dem aufnehmenden Menschen Jarmila Manko und der gebenden Umwelt als gelungene Symbiose im Wandel des Zeitgeistes. Unter ihrem Markenzeichen JM lässt sich der interessierte Betrachter durch die Kunstwerke mit Farbe, Form und Licht in eine zauberhafte Welt der Glaskunst entführen, ergänzt durch interessante „Art-Gespräche“ über 25 Jahre Glasdesign & Malerei in der Mudauer Industriestraße.

Wie die gelernte Glasdesignerin Jarmila Manko erzählte, konnten sie und ihr erster Ehemann Paul Bergmann das Grundstück 1992 von der Gemeinde erwerben und bereits ein Jahr später mit dem Bau beginnen. 1994 realisierten die beiden bereits die ersten Projekte in dem neuen Atelier. Doch die Ehe hielt dem Druck nicht stand und nach der Scheidung musste die Künstlerin sehr kämpfen, um das gerade fertig gestellte Domizil halten und ihre künstlerische Laufbahn weiterverfolgen zu können.

An Werkzeug war ihr nur ein Hammer und eine Zange geblieben. Als der erste eigene Großauftrag einging, dachte sie schon, diesen mangels Handwerkszeug ablehnen zu müssen. Doch schließlich durfte sie das voll eingerichtet Atelier eines Paderborner Künstlers benutzen und so kam sie mit viel Fleiß und Improvisation langsam wieder auf die Beine, trieb ihre künstlerische Entwicklung voran und investierte immer wieder, um das eigene Atelier wieder voll funktionsfähig zu machen.

Das große persönliche Glück kam 2006, als Jarmila ihren jetzigen Ehemann kennenlernte, der ihr in allen Bereichen eine große Unterstützung, Antrieb und Hilfe ist. Künstlerisch hat Jarmila Manko ihre Bandbreite um Spachtel- und Holzreliefs erweitert, an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen und auch große Auftragsarbeiten bewältigt.

Ihre jetzt so beliebten „Mankonellis“ erblickten „das Licht der Wohnfenster“ dank der Teilnahme an COME 2010, einer kreativen Messe in Coburg. Diese 30 mal 30 Zentimeter großen Glasbilder erfreuen sich bereits großer Beliebtheit. Sie strahlen nur so und verwandeln nicht nur die Fenster, an denen sie hängen oder vor denen sie stehen, sie verzaubern auch die Atmosphäre in den jeweiligen Räumen. Und es gibt sie weltweit überhaupt nur in Mudau.

Über ihren genauer künstlerischen Werdegang berichteten wir bereits, und ihr ursprüngliches Ziel, in ihrem Atelier eine Kultur- und Begegnungsstätte zu schaffen ist nach einigen herben Rückschlägen offensichtlich gelungen. Zumindest zeigten sich Landrat und Bürgermeister hoch erfreut, dass das Manko-Atelier für Glasdesign und Malerei seit 25 Jahren seine künstlerische Heimat in Mudau hat.

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„Wenn andere irgendwo ein Manko sehen verfallen sie in Grübeln. Für uns liebe Frau Manko, sind Sie hingegen ein absoluter Pluspunkt, so Dr. Brötel, selbst ein großer Fan der „Mankonellis“, weiter in seinen Ausführungen. Zwar habe ihre Wiege nicht im Odenwald gestanden, doch für eine Glasdesignerin sei es sicher von Vorteil, in der Nähe von Gablonz geboren zu sein, und die böhmische Glaskunst praktisch schon mit der Muttermilch eingesogen zu haben.

Abschließend dankte der Landrat der Künstlerin für die vielfältigen Impulse, die man durch Jarmila Manko in den letzten 25 Jahren in einer sehr seltenen künstlerischen Bandbreite erfahren habe und auch durch ihre neuen dreidimensionalen Exponate aus dem neuen Fusingofen sicher noch erfahren werde. Dieser Ofen ermöglicht es der Künstlerin, Glas sichtbar zu machen und sie kann ihre unglaubliche Leidenschaft für Glas auf einer weiteren Ebene „austoben“.

„Dort wo Arthur Grimm gelebt und gewirkt hat, haben auch sie ihren ganz persönlichen Ort zur Inspiration und Kreativität gefunden“, betonte Landrat Dr. Brötel auch in Anspielung an die aus Böhmen stammende Künstlerin.

Die Ausstellung ist noch bis 21. Oktober täglich in der Zeit von 14 bis 18 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet und Jarmila Manko freut sich auf viele Besucher und noch mehr Gespräche.


(Foto: Liane Merkle)

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