Seckach: Großflächige Photovoltaikanlagen

(Foto: Liane Merkle)

Seckach. (lm) Die Gemeinde Seckach will in ihrem Hauptort neue Wohnbauplätze schaffen und so befasst sich das örtliche Bauamt derzeit mit einem Bebauungsplan für das Gebiet „Steinigäcker-Gänsberg II“. Bereits im Januar dieses Jahres hatte der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen und gleichzeitig die rechtzeitige Anhörung der Öffentlichkeit genehmigt.

In der ersten öffentlichen Sitzung nach der Sommerpause stand dieses Thema wieder für die Gemeinderäte auf der Agenda, da die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und sonstiger Träger der öffentlichen Belange inzwischen ausgewertet wurden. Zuvor hatte zudem eine Einwohnerversammlung und entsprechende Mitteilungen im Amtsblatt stattgefunden. Wie Marius Bergmann als Vertreter der IfK-Ingenieure aus Mosbach mitteilte, ergab die Erkenntnis aus der Öffentlichkeitsbeteiligung, dass die Bürger je nach Wohnplatz in der Nachbarschaft des Plangebiets ganz unterschiedliche Belastungen durch die neuen Verkehrsanbindungen erwarten.

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Aus diesem Grund beauftragte man das Planungsbüro BS Ingenieure aus Ludwigsburg mit der Erstellung eines Verkehrsgutachtens für das Baugebiet „Steinigäcker-Gänsberg II“. Gleichzeitig wurde auch das Planungsbüro IfK-Ingenieure aus Mosbach mit der Erstellung einer Erschließungsplanung bezgl. Entwässerung, Wasserversorgung und Straßen betraut.

Bürgermeister Thomas Ludwig: „Diese Planungen dienen den Genehmigungsbehörden als Grundlage für die Bebauungsplangenehmigung und zeigen auch auf, ob der Bebauungsplan aus technischer und wirtschaftlicher Sicht tatsächlich realisierbar ist“. Das Plangebiet liegt nordwestlich des Wohngebiets „Steinigäcker-Gänsberg“. Über eine Fortführung der Rosenstraße soll das Gebiet erschlossen und an die Gemeindeverbindungsstraße Seckach-Schefflenz und damit an das öffentliche Straßennetz angebunden werden.

Das bestehende Baugebiet mit 44 Bauplätzen wurde über die letzten rd. 15 Jahre aufgesiedelt und ist nahezu vollständig bebaut, sagte Bürgermeister Ludwig. Die Fläche soll mit einem einheitlichen städtebaulichen Konzept überplant werden und so den Wohnbauflächenbedarf der Gemeinde Seckach langfristig decken. Die Erschließung soll in mehreren Bauabschnitten erfolgen und am Ende 168 Wohnbaueinheiten und 38 öffentliche Parkplätze vorweisen.

Bereits in einer nicht-öffentlichen Sitzung des Gemeinderates im Juli hatte Bürgermeister Thomas Ludwig dem Gemeinderat mitgeteilt, dass die beiden bayerischen Unternehmen „Anumar“ aus Ingolstadt und „Energiebauern“ aus Sielenbach beabsichtigen, auf Seckacher Gemeindegebiet großflächige Photovoltaikanlagen entlang der S-Bahn-Strecke im Gewann „Krumme Fürch“ (8,52 ha) in Seckach und „Hohler Stein“ und „Speckengrund“ (3,14 ha) auf Gemarkung Großeicholzheim zu errichten.

Sämtliche im Plangebiet liegende landwirtschaftliche Nutzflächen befinden sich in Privateigentum. Wie weiter mitgeteilt wurde, zählt die Errichtung großflächiger Photovoltaik-Anlagen im Außenbereich nicht zu den privilegierten Bauvorhaben (zu denen gehören z.B. Windkraftanlagen), wodurch die Planungshoheit allein bei der Gemeinde liegt.

Dies bedeutet somit, dass der Gemeinderat frei entscheiden kann, ob er für die Errichtung von Solarparks Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne fassen will oder nicht. Einem zaghaften –Ja- kam nun der Beschluss gleich, indem der Gemeinderat die betriebswirtschaftlichen Vorstellungen von Projektmanager Philipp Briglmeier von der Firma „Anumar“ zur Kenntnis nahm. Bürgerbeteiligung könnte angeboten werden und die Gemeinde hätte den Vorteil von Gewerbesteuereinnahmen. Nach Überprüfung, ob Befangenheiten (Bürgerenergie Großeicholzheim) vorliegen, wird der Punkt erneut auf die Tagesordnung gesetzt, um dann eventuell über die Aufstellung des erforderlichen Bebauungsplans zu entscheiden.

Im Rahmen der Wasserversorgungskonzeption für die Gemeinde Seckach in der Ausbaustufe 2 (Anschluss des Ortsteils Seckach an den Hochbehälter „Talberg“) vergab der Gemeinderat nach Erläuterungen von Bautechniker Roland Bangert folgende Bauarbeiten als günstigste Bietergrundlagen: Firma Zehe aus Burkardroth für den Tiefbau, Wegebau, Stahlbetonbauarbeiten, Rohrlieferung- und Verlegung zum Angebotspreis von 567.057 Euro und die Firma Konrad Bau aus Lauda-Königshofen für die Horizontalspülbohrung zum Angebotspreis von 264.431 Euro.

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In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde nach fast jahrzehntelangen Pro- und Contra-Diskussionen, auch auf Empfehlung des Gemeindetags, die Einfriedigung beschlossen, die Ausschreibung für das Los 1 Tore/Schlosserarbeiten auf Grund der Kostenüberschreitung aufgehoben, dafür die Firma Fredo Items aus Mosbach für 19.392 Euro mit der Lieferung und Montage der Tore/Schlosserarbeiten für die neue Zaunanlage zur Einfriedung des Seckacher Friedhofes und die Firma Zaun & Sicherheit aus Marktheidenfeld für Lieferung und Montage der Zaunanlage zum Angebotspreis von 34.920 Euro beauftragt. Vom RP wurde dafür ein Zuschuss in Höhe von 26.000 Euro bewilligt.

Weiter wurde die Firma GAPro aus Haßmersheim im Zuge des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes zum Preis von 43.160 Euro mit der energetischen Sanierung der Straßenbeleuchtung Adolf-Kolping-Straße, Eberstadter Straße, An der Steige, Hangstraße, Waldstraße, Reichenbacher Straße und im Talbereich der Bergstraße in Seckach beauftragt. Im Rahmen der Ausweisung von Bauplätzen im Baugebiet „Wanne“ in Zimmern stimmte der Gemeinderat dem Ankauf von Rohbauland für ca. 12.000 Euro zu und beauftragte das Ing.-Büro Sack & Partner aus Adelsheim mit der Erstellung der Erschließungsplanung für fünf Bauplätze.

Die Stadtwerke Buchen wurden mit der Erneuerung der Wasserleitung in der Seckacher Hochstraße im Zuge der Verlegung einer Erdgasleitung bei Gesamtkosten in Höhe von 52.000 Euro beauftragt. Missstände bei der Unterhaltung der Landesstraßen in der Gesamtgemeinde wurden dem Regierungspräsidium durch den Bürgermeister vor etwa einem Jahr gemeldet und um Abhilfe angefragt, aber bis heute nicht beantwortet, was großen Unmut bei Bürgern und Verwaltung auslöst.

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