Adelsheim: Der Balzele ist wach

Sitzungspräsident Torsten Blum, Bürgermeister Klaus Gramlich und Balzele Schreiner Sebastyan Hoarca (v.l.n.r.) beim verspeißen der Seestadtpfanne

Gäässwärmer eröffnen Fastnacht

Am elften im Elften startet in Adelsheim traditionell die fünfte Jahreszeit. Mit dem Wecken des Balzele und einem bunten Tagesprogramm läutete die Gäässwärmerzunft Alleze auch in diesem Jahr die neue Fastnachtssession ein. Bis Aschermittwoch herrscht nun Humor und Lebensfreude im Baulandstädtchen.

Bevor das traditionelle Weckzeremoniell im idyllischen Museumshof stattfand, war schon allerhand geboten. Bereits am Nachmittag, noch vor dem Erwachen des Balzele, fand im Zunftheim der „11.11. für die Jüngsten“ statt. Bei einer Kinderdisco, mit den beliebtesten Fastnachtshits, konnten die kleinen Narren den Start der bevorstehenden Session auf ihre eigene Art und Weise feiern.

Bunter Fastnachtsumzug

Pünktlich um 17:33Uhr war es dann soweit. Musikalisch umrahmt von der Feuerwehr- und Stadtkapelle setzte sich der bunte Fastnachtszug an der Jakobskirche in Bewegung. Angeführt von Hexen, Gäässen und Trachten sowie den Elferräten zog die Allezer Narrenschar durch die Straßen der Stadt zum Museumshof. Dort wartete bereits Bürgermeister Klaus Gramlich und eine stattliche Zahl fastnachtshungriger Bürger.

Traditionelles Weckzeremoniell

Dann war es auch schon soweit, lautstark forderte Sitzungspräsident Torsten „Blumi“ Blum gemeinsam mit der Unterstützung der vielen Schaulustigen die „Balzele“-Familie auf, sich dem Narrenvolk zu zeigen:  „Balzele, wach uff, kumm raus, mit dem schloofe is jetzt aus, wälz dich endlich aus de Kisse, wersch noch uff de Haffe müsse“.

Nach kräftigem Hämmern an die Tür des Heimatmuseums durch Hexen und Gäässe erschien der Balzele mit Fraa, un Kinner (Sebastian und Christina Hoarca mit Kindern) schlaftrunken im Museumshof, leerte den „Nachthaffen“ aus und eröffnete mit dem Losungswort die Allezer Fastnacht: „Ihr liewi Leit, ich ruf Euch zu, des wär gelacht, Alleze un kee Fasenacht – hört sich do net alles uff, die Gießkann her un Wasser druff“.

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Danach grüßte SiPrä Blum in humorvollen, launigen und in waschechtem „Allezer“ Dialekt gefassten Worten die bunte Narrenschar und stellte fest dass nun wieder die närrische Zeit beginnt. Man habe dem Balzele „den Ofen wegrationalisiert, ned das wieder was passiert“ so Blum weiter. Er verkündete noch die Höhepunkte der kommende Kampagne: Prunksitzung (03. Februar), Kinderprunksitzung (04. Februar), Straßenfastnacht (08. Februar), Gäässwärmerball (10. Februar). Für die große Prunksitzung findet wieder ein Kartenvorverkauf im Wachter-Shop statt.

Jahrespin und Motto vorgestellt

Erfreut zeigte sich der Sitzungspräsident anschließend darüber dass die Zunft mit Severin Neubeck bereits seit vier Jahren wieder einen Fahnenträger hat, nachdem die Fahne jahrelang an der Wand hing. Darauf, und auf die Fahne selbst könne man Stolz sein. „Ob Umzug-Prusi-KiPrusi ah uff de Bühne in Borke un beim Empfang in de Bar. Des is eefach wunderbar.“ Eine Huldigung an die Fahne ist auch der Jahrespin, dieser zeigt die Standarte mit den Worten Alleze und dreimal Ahoi.

Gespannt warteten alle auf die Verkündung des Mottos für die närrischen Tage. „Manchmal kritisch – manchmal traditionell, e Motto find man net so schnell“. In diesem Jahr habe man sich am Pin und dem Allezer Schlachtruf orientiert. Unter dem Motto „Dreimal Ahoi ist unser Ruf, drum Gießkann her un Wasser druff!“ lassen die Gääswärmer bis Aschermittwoch die Allezer Fasnacht hochleben. Torsten Blum verkündete auch gleich das Motto des Gääswärmerballs, welches sich ebenfalls an Pin und Jahresmotto orientiert. „Das Motto für de Gäässwärmerball is heuer: Wenn die bunten Fahnen wehen, Länder-Menschen-Abenteuer“

Dann kamen die Allezer Fastnachtssucher zu Wort. Marius Zetzmann fand die Fastnacht im Allezer Wahlkampf zur diesjährigen Bundestagswahl. Während es in Adelsheim wegen der aufgehängten Wahlplakatanzahl zwischen den einzelnen Parteien krachte, weilte Bürgermeister Gramlich gemütlich im Urlaub und da fragte man sich schon „Wer nimmt dann uff de Stadt die Zügel in die Hand, wenn der Wahlkampf raubt manchem Allezer den Verstand?“ Zetzmann kam zum Entschluss: „Die Moral von dere Gschicht, dass de Gramlich eefach nie mehr Urlaub gricht“.

Ellie Pittner fand die Fastnacht im Verein, sie berichtete das das Telefon im Zunftheim plötzlich nicht  mehr funktionierte weil die „Baronleut“ es Telefonkabel abgedrückt haben. Als man das Problem erkannte, war aber plötzlich das Telefon weg, was die Vorstandschaft fast verzweifeln lies.

Elferräte vorgestellt

Dann wurde die Narrenschar nicht mehr länger auf die Folter gespannt und die Elferräte wurden durch die Balzeles eingekleidet und von Blumi vorgestellt.

In dieser Session gehören dem Gremium an: Thorsten Weissensel, Robin Arns, Michael Nied, Denis Drischel, Thomas Drischel, Christian Häußler, Sebastian Fuchs, Frank Bopp, Willi Gniosdorz, Kevin Zetzmann, Ralf Ulrich, Roland Deutsch, Wolfgang Spohrer, Torsten Blum (Sitzungspräsident), Severin Neubeck (Fahnenträger), Sebastyan Hoarca (Balzele), Michael Sauter (Büttl).

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Schließlich legten die Elferräte und Neuzugang Weissensel den Narreneid in „Gäässemilch“ ab. Sie gelobten auch in diesem Jahr „Treu und Freundschaft zu halte, den närrischen Befehlsgewalten, selbst dann, wenn manchmal Weib und Kind darüber andrer Meinung sind.“

Seestadtpfanne verspeist

Gespannt warteten die vielen Zuschauer auf die traditionelle „Seestadtpfanne“, die natürlich an keinem Elften Elften fehlen darf. Torsten Blum überreichte dem Stadtoberhaupt die Seestadtpfanne und ging in seinen Versen auf das Jubiläumsvolksfestes ein, bei der Bürgermeister Klaus Gramlich das Fest beinahe mit einem Ahoi eröffnete . „Am Volksfestsamstag merkte man, die Allezer Fasnacht ist in seiner DNA. Die Allezer Gääss ist sein geheimer Star. De Borgemeschter, durch und durch ein Fasnachtstier, is in die Gääss verliebt wie alle hier“.

Nachdem Bürgermeister Gramlich in Reimform darauf antwortete und einen Obolus in Höhe von elf Euro elf beglichen hatte, verspeiste das Stadtoberhaupt genüsslich die „Seestadtpfanne“. Schließlich stimmte die Narrenschar ein in das „Badner Lied“.

Nachthemdenball an neuem Ort

Abschließend dankte Torsten Blum der Stadtkapelle für die Unterstützung und wünschte viel Glück beim bevorstehenden Wertungsspiel. Er zeigte sich erfreut darüber dass der Nachthemdenball am Rosenmontag, trotz geringem Besucherzulaufs in den vergangenen Jahren, auch in dieser Saison stattfindet. Erstmals zieht es die Nachthemdenträger in diesem Jahr jedoch ins Gemeinschaftshaus „Alter Bahnhof“ da die Eckenberghalle einfach zu groß geworden ist. Mit dem „Jolly-Schunkler“ klang danach der offizielle Teil der Fasnachtseröffnung aus.

Bis in die späten Abendstunden schalten aus dem Zunftheim altbekannte Fastnachtslieder. Getreu dem alten Allezer Fastnachtsschlager „Mir gehen heut Nacht noch lang net heem“ nahm das närrische Treiben, trotz des regnerischen Novemberwetters, beim ersten Kappenabend der Saisson im und vor dem Zunftheim seinen Lauf.

 

 

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