Gegen Atemnot hilft Tabak-Verzicht

Über 80 Prozent aller chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) sind auf das Rauchen zurückzuführen – Zahlen der AOK Rhein-Neckar-Odenwald zeigen: Krankheit nimmt zu

(pm) Die ersten Anzeichen sind zwar Besorgnis erregend – werden jedoch allzu oft nicht wirklich ernst genommen. Chronischer Husten, besonders am Morgen; Atemnot bereits bei geringfügigen körperlichen Belastungen; schließlich Auswurf. So kündigt sich häufig eine sogenannte chronisch-obstruktive Lungenerkrankung an, die mit den Buchstaben COPD abgekürzt wird. Sie ist längst zu einer Volkskrankheit geworden: Wie die AOK Baden-Württemberg nach einer neuen Erhebung feststellt, leiden schätzungsweise vier Millionen Deutsche darunter – und weltweit steigt die Zahl der Betroffenen ständig an. Experten prognostizieren sogar, dass COPD bis zum Jahr 2020 nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache sein wird.** 
Nach der Statistik der AOK nimmt die Erkrankungshäufigkeit an COPD seit 2012 permanent zu – und zwar sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Bis 2016 verzeichnet die Statistik eine mittlere Veränderung pro Jahr um 1,8 Prozent bei allen in Baden-Württemberg bei der AOK Versicherten. Bei Frauen ist der Anteil um durchschnittlich 2,2 Prozent gestiegen, bei Männern um 1,3 Prozent. Diesen Zahlen liegen allerdings lediglich diejenigen Versicherten zugrunde, die sich nach einer Erkrankung tatsächlich zum Arzt begeben haben. Deshalb schätzt die AOK, dass die Dunkelziffer sogar noch weitaus höher ist.

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Hauptursache für eine Erkrankung an COPD ist erwiesenermaßen Tabakkonsum. Laut der Erhebung der AOK sind 80 bis 90 Prozent aller chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen. Der wichtigste Schutz gegen COPD ist deshalb, auf das Rauchen zu verzichten, raten Ärzte und andere Experten unisono. Zwar erkrankt nicht jeder Raucher zwangsläufig an COPD – andererseits haben die meisten Menschen, die unter COPD leiden, zumindest früher geraucht.

Die von der AOK ermittelten absoluten Zahlen belegen dabei, dass nach wie vor Männer häufiger von einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung betroffen sind als Frauen. 2016 waren danach im Land insgesamt 169.310 AOK-Versicherte wegen COPD in ärztlicher Behandlung. Über 90.000 davon waren Männer; über 79.000 Frauen. Zu beachten ist ferner, dass die Krankheit überwiegend bei älteren Menschen auftritt: Die meisten Betroffenen sind zwischen 75 und 79 Jahre alt oder noch älter. Insgesamt wurden 2016 etwas über 4 Prozent der AOK-Versicherten wegen COPD behandelt: 3,65 Prozent aller Frauen und 4,48 Prozent aller Männer.

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Ein durchaus ähnliches Bild zeichnen auch die für den unmittelbaren Bereich der Versicherten im Neckar-Odenwald-Kreis ermittelten Zahlen. Der Blick darauf belegt einen Anstieg der Erkrankungen an COPD zwischen 2012 und 2016 um 2,1 Prozent pro Jahr, wobei die Zahlen bei Frauen jährlich um 3,1, bei Männern lediglich um 1,3 Prozent anstiegen. Bei Männern wurden im Neckar-Odenwald-Kreis 2012 noch 1715 Erkrankungen registriert; 2016 waren es bereits 1930. Ähnlich dramatisch war die Entwicklung bei den Frauen: 2012 gab es im Kreis noch 1446 Neu-Erkrankungen; 2016 waren es 1726. Insgesamt stieg damit der Anteil der an COPD erkrankten Versicherten der AOK innerhalb von vier Jahren im Neckar-Odenwald-Kreis von 5,3 auf 5,8 Prozent an.

Um die medizinische Versorgung von COPD-Patienten zu verbessern, hat die AOK strukturierte Behandlungsprogramme aufgelegt; die sogenannten Disease-Management-Programme (DMP). Angeboten werden diese mit AOK-Curaplan, wobei Menschen mit einer chronisch atemwegsverengenden Lungenerkrankung lernen können, akute Atemnot zu vermeiden, das Voranschreiten der Erkrankung aufzuhalten und ihre Lebensqualität zu verbessern. Da bei bis zu neun von zehn COPD-Patienten jahrelanges Rauchen die Hauptursache für die Erkrankung ist, ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung, mit dem Rauchen aufzuhören. Die AOK unterstützt die Teilnehmer dabei.

Infos im Internet:

www.aok-bw.de/curaplan-aktiv

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