Verkehrsgesellschaft Main-Tauber neu ausgerichtet

Zum 01. Januar 2018 wechselt die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber in das Eigentum des Main-Tauber-Kreises. Neben dem Wechsel im Gesellschafterbereich wird auch eine neue Geschäftsführung eingesetzt. Die Geschäftsführung übernehmen Thorsten Haas (3. v.r.) und Dezernent Jochen Müssig (4. v.r.) vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. (Foto privat)

Zum 01. Januar 2018 im Eigentum des Main-Tauber-Kreis

(pm) Die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT) wird zum 1. Januar 2018 neu ausgerichtet. Ab diesem Zeitpunkt ist der Main-Tauber-Kreis Eigentümer dieser Dienstleistungsorganisation. Gleichzeitig werden Jochen Müssig und Thorsten Haas als Geschäftsführer bestellt. Die entsprechenden Beschlüsse hatte der Kreistag des Main-Tauber-Kreises unter Vorsitz von Landrat Reinhard Frank in den zurückliegenden Monaten gefasst.

Die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber ist erste Ansprechstelle, wenn es um die Busverkehre im Main-Tauber-Kreis geht. Bisher wurde diese Gesellschaft durch die im Landkreis tätigen Busunternehmen und die Deutsche Bahn getragen. Sie hatte die Rolle des Auftragnehmers inne. Auftraggeber war hierbei der Main-Tauber-Kreis. Er ist Träger des Öffentlichen Personennahverkehrs, der alle Busverkehre im Aufgabenbereich der Schülerbeförderung und der Berufs- und Freizeitverkehre umfasst, sofern diese Angebote nicht auf ein Stadtgebiet beschränkt sind. Diese Auftraggeberrolle wird durch den Main-Tauber-Kreis auch im kommenden Jahr wahrgenommen. Im Kreishaushalt sind durch Beschluss des Kreistages die entsprechenden Gelder eingestellt, um die gesamten Busverkehre innerhalb des Landkreises gestalten zu können. Die Busverkehre werden zum 1. Januar aufgrund des im Frühjahr 2017 erreichten Ausschreibungsergebnisses neu gestaltet. Es gibt Taktverdichtungen und zusätzliche Angebote in den Abendstunden und am Wochenende. „Neu ist vor allem das Ruftaxiangebot, das künftig zusätzlich 74 Dörfer und Siedlungsplätze in das ÖPNV-Angebot einbindet“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Mit der Ausschreibung der Busangebote wurde im Kreistag auch beschlossen, die Verkehrsgesellschaft Main-Tauber zu übernehmen. Dies war notwendig, um allen am ÖPNV interessierten Unternehmen die gleichen Bewerbungschancen einzuräumen. „In Vorbereitung der Ausschreibung haben wir immer den engen Dialog zu den Busunternehmen und zur VGMT gesucht“, berichtet auch Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Unternehmerfreundlich wurden deshalb auch die Linienbündel gestaltet, damit vor allem die lokalen Unternehmen im Main-Tauber-Kreis Angebote abgeben konnten. „Rückblickend betrachtet ist dies gelungen“, führt Jochen Müssig weiter aus. Denn nach wie vor sind alle Unternehmen in das ÖPNV-Dienstleistungspaket des Main-Tauber-Kreises eingebunden. „Selbstverständlich sind auch Verschiebungen aufgetreten, die letztendlich dem Ausschreibungsergebnis geschuldet waren“, führt Landrat Reinhard Frank zur Erläuterung aus.

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Die VGMT Main-Tauber geht nun zum 1. Januar 2018 in das Eigentum des Landkreises über. Die notariellen Verträge sind unterzeichnet und der Kaufbetrag wird durch den Landkreis an die alten Gesellschafter überwiesen. Hierbei geht es primär um das für eine Gesellschaft jeweils einzuzahlende Stammkapital. Mit dem Übergang der Gesellschaft zum Main-Tauber-Kreis ändert sich auch die Aufgabenstellung für die VGMT. „Die VGMT ist jetzt nicht mehr Auftragnehmer, sondern Auftraggeber und Ansprechpartner sowohl für die Busunternehmen als auch für alle Fahrgäste“, berichtet Jochen Müssig.

Mit dem Wechsel einher geht auch eine Änderung in der Geschäftsführung. Geschäftsführer bleibt weiterhin Thorsten Haas, der bereits im vergangenen Jahr im Zuge der Ausschreibung und Vorbereitung auf Januar 2018 vom Geschäftsstellenleiter zum Geschäftsführer berufen wurde. Neu hinzu kommt Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Während Thorsten Haas für das operative Geschäft verantwortlich zeichnet, wird Jochen Müssig vor allem sein Augenmerk auf die Einhaltung der Wirtschaftspläne und die Weiterentwicklung der VGMT legen. Ebenso ist es Geschäftsführer Jochen Müssig wichtig, einen guten Kontakt zu den Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber zu unterhalten. „Es ist erklärtes Ziel der Landkreisverwaltung, die VGMT in ihrer Arbeit effizient zu unterstützen und auch weiter voranzubringen“, sagt Jochen Müssig. In den nächsten Monaten ist deshalb jetzt zunächst einmal die neue Herausforderung „Neues Ruftaxikonzept“ und „Neue Busangebote“ zu bewältigen. Und wir appellieren schon jetzt an unsere Fahrgäste, in den ersten Tagen des Konzeptes den Dialog zur VGMT zu suchen“, erläutert Geschäftsführer Thorsten Haas. Sofern sich im Echtbetrieb Lücken im Angebot ergeben, soll hier nach Möglichkeit auch nachgebessert werden.

Bei seinem Antritt in der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber führte Dezernent Jochen Müssig aus, dass im Zuge der Weiterentwicklung des ÖPNV im Landkreis auch eine Mobilitätszentrale und zwei Mobilitätsstellen entwickelt werden sollen. Die Mobilitätszentrale soll in Lauda entstehen. „Hier geht es um die verkehrsträgerübergreifende Serviceleistung für alle Fahrgäste“, berichtet Müssig. Und ergänzend suchen wir hierzu Partner und haben deshalb bereits zur Westfrankenbahn und zu Go Ahead Kontakt aufgenommen. Beide Unternehmen sollen für ihr Mitwirken in der Mobilitätszentrale in Lauda gewonnen werden. In angelehnter Form wird es Mobilitätsstellen in Wertheim und in Bad Mergentheim geben. Neben dem Service Fahrplanauskunft und Fahrkarten für Bus und Bahn soll bei diesen Mobilitätsstellen auch ein Angebot für Pkw-Verleih und Fahrrad-Verleih aufgebaut werden. Hierbei wird auf Elektromobilität gesetzt und ein Angebot zur Fortsetzung der individuellen Reiseverkehrskette geschaffen.

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