Rund um Magen-Darm-Spiegelungen

Eine Magen-Darm-Spiegelung gehört eher zu den Dingen im Leben, auf die man sich nicht freut. Sie ist aber wichtig, um Erkrankungen des Verdauungstraktes zu erkennen und Darmkrebs vorzubeugen. Wer gut vorbereitet und aufgeklärt ist, macht sich auch weniger Sorgen. Wir erklären Ihnen alles Wissenswerte rund um die Untersuchung, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

Abführen muss sein!

Das leidige Thema mit dem Abführen ist für viele Patienten der schlimmste Part einer Magen-Darmspiegelung. Doch nur wenn der Darm gereinigt ist, kann der Arzt die Vorsorgeuntersuchung adäquat durchführen und mögliche Auffälligkeiten genau betrachten.

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Es gibt verschiedene Abführmittel und zugegegeben ist keines davon wirklich delikat, aber es kann helfen, die Lösungen eine Weile in den Kühlschrank zu stellen oder mit Zitronensaft aufzupeppen. Eine weitere Taktik, die viele anwenden, ist schnelles Nachtrinken eines geschmacklich angenehmeren Getränks wie Tee. Wer tatsächlich Schwierigkeiten hat, die Flüssigkeit bei sich zu behalten, spricht hier am besten mit dem behandelnden Arzt, um alternative Abführmethoden zur Darmreinigung zu finden.

Lassen Sie sich zu Ihrem Termin begleiten

Viele Patienten fühlen sich nach dem Abführen schlapp und ausgelaugt, da dem Körper für einen gewissen Zeitraum einerseits Nahrung verwehrt wird und andererseits, vorher aufgenommene Lebensmittel, aus denen der Körper Energie ziehen könnte, den Körper vorzeitig verlassen. Hier ist es ratsam, sich eine zuverlässige Begleitung zu suchen, die Sie am Tag der Untersuchung sicher zur Praxis bringt, am besten mit dem Auto. Da die Magen-Darmspiegelung im Dämmerschlaf durchgeführt wird, sollten Sie selbst nicht mit dem Auto kommen, da Sie danach für den Rest des Tages nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Gönnen Sie sich hier also ruhig den Luxus, sich fahren zu lassen, ob von einem Familienmitglied, Freunden oder einem Taxi bleibt hierbei Ihnen überlassen.

Schadet eine Magen-Darmspiegelung dem Darm bzw. Magen?

Oft haben Patienten die Sorge, dass das Abführmittel die Darmflora schädigt. In der Regel steckt der Darm kurzzeitigen „Durchfall“ aber sehr gut weg. Zudem belastet eine Darmspiegelung den Darm im Vergleich mit einer Antibiotika-Einnahme, die über mehrere Tage geht, kaum. Wer sich im Anschluss dennoch etwas Gutes tun will, kann dem morgendlichen Müsli einen Teelöffel Flohsamenschalen beifügen. Diese wirken Darmregulierend, können das Wachstum darmfreundlicher Bakterien fördern und helfen dadurch sowohl gegen Durchfall, als auch gegen Verstopfung. Aufgrund der starken Quelleigenschaften der Flohsamenschalen, ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Nebenwrikungen einer Magenspiegelung fallen noch geringer aus, in seltenen Fällen fühlt sich der Hals etwas rau an, da eine kurzzeitige Reizung durch das Endoskop entstehen kann.

Eine Darmspiegelung als aussagekräftige Vorsorgeuntersuchung

Dass eine Darmspiegelung kein Highlight ist, ist jedem klar, doch im Bereich der Vorsorgeuntersuchung zur Prävention einer Krebserkrankung, ist sie nach wie vor die effektivste Methode. Als Alternativen lassen sich der Hämoccult-Test nennen, der verstecktes, also mit bloßem Auge nicht sichtbares, Blut im Stuhl aufzeigt, sowie die Kapselendoskopie. Hierbei „verschluckt“ der Patient eine kleine Kamera, welche den Verdauungstrakt durchläuft und währenddessen Bilder an einen kleinen Empfänger schickt.

Der Nachteil dieser beiden Methdoen liegt darin, dass bei Auffälligkeiten weder Gewebeproben entnommen werden, noch Polypen (die harmlose Frühform eines Tumors) sofort entfernt werden können. Dies bedeutet in den meisten Fällen, dass eine herkömmliche Darmspiegelung angeschlossen werden muss, um beispielsweise Unregelmläßigkeiten im Erscheinungsbild der Darmwand abklären zu können. Darmspiegelungen sind demnach immer noch die effektivste Art der Darmkrebsfrüherkennung und einen Tag im Jahr kann man der Gesundheit durchaus opfern.

Dr. med. Birgit Gergelyfy

(Foto: privat)

  • Fachärztin für Innere Medizin
  • Teilgebietsbezeichnung Rheumatologie
  • Teilgebietsbezeichnung Gastroenterologie
  • Qualifikation als Ernährungsmedizinerin
  • Behandlung von übergewichtigen Patienten mit Magen- ballon, Ernährungstherapie und Sport

Die Internistin Dr. med. Gergelyfy eröffnete 2009 ihre Privatpraxis für Innere Medizin, Gastroenterologie, Rheumatologie und Ernährungsmedizin im Zentrum Münchens. Sie möchte ihre in 28 Jahren klinischer Tätigkeit in allen Bereichen der Inneren Medizin erworbene Erfahrung nicht mehr im Krankenhaus, sondern in ihrer eigenen Privatpraxis zum Wohle ihrer Patienten einsetzen. Besonders wichtig ist ihr dabei ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Patienten. Deshalb nimmt sie sich viel Zeit für ausführliche Gespräche und individuelle Behandlungskonzepte.

Die Ernährungsmedizin bildet eine wichtige Säule ihrer privatärztlichen Tätigkeit. Neben der allgemeinen Ernährungsberatung gehört das Adipositas-Management mit dem Magenballon zu ihren Spezialgebieten. Mit durchschnittlich drei bis vier Magenballon-Implantationen pro Woche ist sie auf diesem Gebiet eine der führenden Kapazitäten in Deutschland.

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