Präzisionsarbeit aus der Siemensstraße

 Geschäftsführer Dr. Axel Göttfert stellte zusammen mit seinem Sohn Moritz, Landrat Dr. Achim Brötel, Bürgermeister Roland Burger, Simone Schöch (Stadt Buchen) und Johannes Biste (Kreis) Prüfmaschinen und die dafür notwendige Forschungsarbeit im Labor vor.(Foto: pm)

Landrat Dr. Achim Brötel besucht zusammen mit Bürgermeister Roland Burger die Firma Göttfert Werkstoff-Prüfmaschinen in Buchen – Weltmarkführer im Bereich rheologischer Prüfgeräte

Buchen.  (pm) Das was die Firma Göttfert Werkstoff-Prüfmaschinen aus Buchen in den vergangenen über 50 Jahren so erfolgreich gemacht hat, können Gäste gleich im neuen Empfangsgebäude in der Siemensstraße sehen: Firmengründer Professor Dr. Otto Göttfert ist dort auf einem überlebensgroßen Schwarz-Weiß-Foto im Gespräch mit Mitarbeitern inmitten seiner Hochpräzisionsmaschinen zu sehen. Davon überzeugen, dass die kontinuierliche Forschung, ja das Tüfteln im Kleinstbereich, auch heute noch die Stärke des Unternehmens ist, konnte sich Landrat Dr. Achim Brötel, der zusammen mit Bürgermeister Roland Burger, Simone Schölch von der Zentralstelle/Wirtschaftsförderung der Stadt Buchen und dem Wirtschaftsförderer des Neckar-Odenwald-Kreises, Johannes Biste, diese Woche das Unternehmen besuchte.

Begrüßt wurden die Gäste von Geschäftsführer Dr. Axel Göttfert und dessen Sohn Moritz in den Räumlichkeiten des Empfangsgebäudes. 2016 und 2017 habe man das Unternehmen, so Göttfert, durch einen 600 Quadratmeter großen Funktionstrakt mit Empfang, Büros und Labor sowie durch eine 900 Quadratmeter große Produktionsfläche direkt am bestehenden Standort erweitert. Dadurch seien Abläufe optimiert worden. „Eine Effizienzsteigerung ist schon jetzt erkennbar“, sagte Göttfert. Groß war das Lob von Landrat und Bürgermeister für die architektonisch sehr gut gelungene Umsetzung. Vor allem die Einpassung in das bestehende Gebäude hob der Landrat hervor, während Bürgermeister Burger den städtebaulichen Akzent unterstrich.

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Dann ging der Geschäftsführer auf die Produkte des Unternehmens ein. Man sei Weltmarktführer bei der Entwicklung von Prüfsystemen – so genannte Rheometer – für das Fließverhalten von Polymerschmelzen unter Verarbeitungsbedingungen, einem Teilbereich der Rheologie. „Wir sind hier ein echter Pionier.“ Vorgestellt wurden die Maschinen bei einem Rundgang durch das neue Labor und die Produktionshallen. Das Unternehmen produziere Messgeräte in der Spanne von 5.000 bis über 150.000 Euro, fast 300 Stück fertige man pro Jahr und verkaufe sie an namhafte Kunden. Längst sei man in allen Regionen der Welt und damit in über 90 Ländern gut vernetzt und habe zudem eigene Niederlassungen in den USA, China und Indien.

Demonstriert wurde die hochpräzise Arbeit anhand eines Messroboters, der den Schmelzindex von Thermoplasten, also bestimmten bei Hitze formbaren Kunststoffen, messen kann. Dieser Roboter werde unter anderem von Kunststoffherstellern in der Qualitätskontrolle eingesetzt und könne diese weitgehend eigenständig durchführen.

Um immer am Puls der Zeit zu bleiben, lege man sehr viel Wert auf die Zusammenarbeit mit Universitäten, erklärte Göttfert dann im Gespräch mit Landrat und Bürgermeister. Ergebnisse solcher Projekte habe man bereits erfolgreich auf den Markt gebracht. Ausbildung spiele generell eine wichtige Rolle. 15 Prozent der Mitarbeiter würden einen Ausbildungsberuf erlernen oder ein duales Studium absolvieren. „Und vielen können wir bei guter Leistung anschließend einen sehr sicheren Arbeitsplatz anbieten“, betonte der Firmenchef.

Im Abschlussgespräch lobte der Landrat die Innovationskraft des Unternehmens, das den Geist des Firmengründers konsequent fortführe. Und dass man fest auf den Neckar-Odenwald-Kreis setze, freute Dr. Brötel ganz besonders. Kreis und Kommunen seien ihrerseits bestrebt, gute Bedingungen für Unternehmen zu schaffen, wie es das gerade abgeschlossene Projekt zum Breitbandausbau gezeigt habe, so der Landrat. Johannes Biste als Beauftragter des Landkreises für das Thema wies darauf hin, dass selbst ein direkter Glasfaseranschluss bis ins Unternehmen jederzeit kostengünstig umsetzbar sei.
Hintergrund:
In den Anfängen der Firma Göttfert wurde die alte Kettenmühle im Mühltal in Buchen zur Firmenzentrale, ehe man 1963 mit dem Bau des Gebäudes am jetzigen Standort begann. Die Firma reifte im Laufe der Jahre unter der Leitung des Geschäftsführers Dr. Axel Göttfert zum Weltmarkführer bei rheologischen Prüfgeräten. Die Rheologie beschäftigt sich mit dem Verformungs- und Fließverhalten von Stoffen.

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