Die Regionale Fußballliga als Sackgasse

(Fotos: Pixabay)
Für viele Teams ist die vierte Liga schon lange die einzige Liga in der sie je waren. Fans der regionalen Teams sind also bereits zufrieden wenn ihr Team überhaupt einmal eine weitere Klasse aufsteigt.

Doch für ehemalige Erstligisten bedeutet der Abstieg in die vierte Ebene oftmals das Ende. Stars oder Spieler die das Team zum Wiederaufstieg benötigt, verlassen das sinkende Schiff und Spieler die bleiben gefährden ihre Karrierechancen. Denn kaum jemand nimmt einen in der dritten oder vierten Liga wahr, und finanziell ist der Spieler bereits verwöhnt.

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Junge Talente werden von den Erst- und Zweitligisten rekrutiert. Wer jedoch mit seinem Verein untergeht, der kann ohne auffälliges Talent kaum noch in eine höhere Liga migrieren. Diese Erkenntnis bedeutet für die Teams, dass ein Verlust begehrter und benötigter Spieler auch finanziell und erfolgstechnisch schnell das Ende bedeutet. Den Vereinen fehlt ohne Kapital die nötige Kraft um mit den “Großen” mit halten zu können.

Nur ein starker Sponsor oder der Rückhalt der Stadt können den Vereinen wieder auf die Beine helfen. Des Weiteren wird dann aus unbekannten Teams wie Leipzig plötzlich ein Bundesliga-Verein, wenn der richtige finanzstarke Gönner existiert. Dafür verschwindet der ostdeutsche Vertreter Cottbus als ehemaliger Erstligist in der vierten Liga. Und wer hat zuvor von Hoffenheim gehört? Diese sind mittlerweile solide Bundesligsten mit guten Siegchancen.

Der private Investor Hopp hält auch die Waldhof Mannheimer am Leben. Im Südwesten droht nun dem ehemaligen Deutschen Meister Kaiserslautern der Abstieg. Im kleinen Saarland hofft man, dass Saarbrücken wieder aufsteigt. Der 1. FC Saarbrücken spielte damals zu Beginn der Bundesliga noch oben mit. Seit Ende der Neunziger sinkt der Verein dann bis in die Oberliga ab. Seitdem dümpelt das Team in der zweiten bis dritten Klasse herum. Zumindest finanziell hält sich das Team und hat gute Chancen auf den Aufstieg.

Doch was den Aufstieg anbetrifft ist generell eher mehr Glück als Geschick im Spiel. Wer nach ganz unten abstürzt braucht das Glück um dem Aufstieg zu schaffen. Für alle auf dem Weg nach unten stehen bereits die Wetten für den Abstieg bereit.

Auch die Kraichgauer von Hoffenheim stehen auf solch einer Liste. Auch 1860 München und demnächst auch Kaiserlautern haben oder werden der regionalen Liga eine Besuch abstatten. Für Erstligisten hat es meistens auch den Verlust des Stadions zur Folge, da an alle Ecken gespart werden muss. Nicht jede Mannschaft hat den Rückhalt der Fans und so kann es schnell komplett zu Ende sein.

Das Renommee der Regionalliga ist für große Städte nicht geeignet. Nicht dass nur Landeshauptstädte in die erste Liga gehören, aber es fühlt sich komisch an, wenn Orte die nicht einmal ein Deutscher kennt die Liga das Fußballs beherrschen. Auch die ostdeutschen Teams sind oft kaum vertreten. Dort fordert man nun auch eine Ostdeutsche Oberliga. Damit der Zugang zur Oberklasse erleichtert wird, ohne das einem ein Konzern in den Fußballhimmel hebt.

Dass ein erstklassiges Überleben heutzutage auch immer mehr von Finanzspritzen der privaten Investoren abhängt, sieht man eben an Schalke, Leipzig und Hoffenheim. Für die ostdeutschen Städte ist zudem gegenüber dem Westen wirtschaftlich generell finanziell ein grundlegender Nachteil vorhanden. Trotzdem droht auch den finanzstärksten Teams jederzeit der Abstieg.

Doch die schwerwiegendste Hürde für den Aufstieg ist und bleibt das Auswahlverfahren, das Meistern nicht gleich den Aufstieg garantiert. Bei all den Nachteilen für die ehemals renommierten Teams, bleibt der vierten Liga dennoch ihr Charme vorhanden, da die Fans des Sports und der Leidenschaft wegen zuschauen. Es geht weniger ums Geld. Die Spieler sind kaum Vollzeitsportler und haben keine Millionenverträge. Das macht die vierten Liga vielleicht zum letzten Ort für echte Fußballfreunde.

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