Living History – Der Fenstersprung in die Freiheit

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Datum/Zeit
25.06.2016 - 26.06.2016
10:00 - 18:00

Veranstaltungsort
Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf

im Odenwälder Freilandmuseum Walldürn-Gottersdorf

Das Odenwälder Freilandmuseum in Walldürn-Gottersdorf ist seit vielen Jahren bekannt für seine unter die Haut gehenden „Living-History“-Vorführungen, die in Zusammenarbeit mit genau recherchierenden militärhistorischen Vereinen durchgeführt werden. Am Wochenende 25./26.Juni ist es wieder einmal soweit, und dieses Mal wird Geschichte nicht nur erlebbar, sondern auch greifbar. Denn die „IG Lebendige Geschichte 1848/1849“ bereitet sich akribisch darauf vor, ein Ereignis nachzustellen, das dem Freilandmuseum im Zusammenhang eines bei uns befindlichen Museumsgebäudes berichtet wurde. Und wie es sich im Jahr 1849 abgespielt haben soll. Schauplatz ist die Ziegelei aus Unterschwarzach (erbaut 1788). Ein Bruder des damaligen Zieglers, Adam Stumpf, so wird berichtet, beteiligte sich aktiv an der 1848er Revolution, in der es um die Einführung demokratischer Verfassungen ging.

Um diese Revolution niederzuschlagen, hatte der badische Großherzog preußische Truppen zu Hilfe gerufen, die nun landauf landab dabei waren, auch die letzten Funken dieser demokratischen Bewegungen auszutreten. Auch Adam Stumpf sollte gefasst werden. Preußische Soldaten kamen nach Unterschwarzach, um seiner habhaft zu werden. Durch Flucht durch die Hintertür oder durch einen Sprung aus dem Fenster sei er entkommen in einen nahe gelegenen Wald. Schon bald gelang ihm die Flucht nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wo er 1895 in Pennsylvania als Familienvater und angesehener Bürger (als „Fighter for Independence“) verstarb.

Diese Geschichte, die zwar einige historische Ungereimtheiten enthält, jedoch im Kern die für Viele damals geltende Wahrheit enthält, dass ein durch die Revolutionswirren Verfolgter gezwungen ist, in die USA zu emigrieren und dort zum Helden wird, wurde dem Odenwälder Freilandmuseum erst im letzten Jahr von den Nachkommen vermeldet, die sich per E-Mail aus den USA zu Wort meldeten. Der Fenstersprung wird nun an beiden Tagen zwei Mal täglich (12 Uhr und 15 Uhr)im Kontext einer (mobilen) szenischen Handlung und Führung nachgestellt, bei der die Besucher hautnah die Szenenfolgen an mehreren Orten begleiten können. Darüber hinaus wird durchgehend der geschichtliche Rahmen jener Zeit anschaulich vermittelt.

Auch das Alltagsleben in der Mitte des 19.Jahrhunderts wird nachgestellt: Zwischen den Aufführungen werden die Darsteller nämlich ihrem „ganz normalen“ Tageslauf nachgehen, der allerdings durch die Einquartierung von Soldaten massiv gestört ist.

Durch das Nachstellen eines direkt mit einem Museumsgebäude verbundenen geschichtlichen Ereignisses wird eine emotionale Nähe zum damaligen Geschehen möglich, wie es sonst in einem Museum kaum gelingen kann.

Das Freilandmuseum ist an beiden Tagen, ebenso wie die Museumsgaststätte, von 10-18 Uhr geöffnet.

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(Foto: pm)



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