Wandern am Limes mit muli mariani

15.02.10

(Foto: Adventon)

Osterburken. Die Zeiten ändern sich, die Zeit schreitet voran, die Zeit scheint zu leben. Gestern noch trennten Grenzen Länder und Epochen, heute verbinden sie. Das Römermuseum Osterburken und der Museumspark für erlebbare Geschichte haben beschlossen, in 2010 mindestens ein paar Mal zusammen zu arbeiten. Neben zwei Einzelveranstaltungen zum Thema Lärmfeuer und Welterbetag beschlossen die Leiter der Osterburkener Museen, Jörg Scheuerbrandt und Michael Wolf in Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern aus Cicerones und geschichtsnahen Interpreten gemeinsame Führungen und Wanderungen am Limes durchzuführen. Zunächst einmal im Monat, nämlich immer am ersten Sonntag des Monats wird es ab April (kultur)-historische Wanderungen am Welterbe Limes geben. Begleitet werden sie von den muli mariani, den Eseln der Marienhöhe.

Zwischen der Autobahn A 81 und Osterburken zieht sich der Limes als schnurgerade Linie durch das Gelände. Im Wald haben sich Wall und Graben so gut erhalten wie an wenigen anderen Orten.  Die Wanderung startet jeweils am Parkplatz des Histotainment Park Adventon und folgt dem Bachlauf des Hergstgrabens über offenes Feld in Richtung Limes. Erste Station ist der Limeswall im Hergenstädter Wald. Hier ist die Grenzanlage auf rund 400 m gut erhalten. Der Schutthügel des Wachtturms WP 8/37 „Welscher Buckel“ ist hinter dem Wall mit seinen alten Grabungsschnitten zu sehen.

Von hier geht es dem Limesverlauf folgend nach Norden. Nach der Durchquerung eines Bachlaufes liegen linkerhand die nicht sichtbaren Reste des Limeswalls und Wachtturms WP 8/36 „Rottersberg“ in der Ackerfläche. Auf der Höhe folgt die Tour dem Waldrand und passiert bei WP 8/35 „Mittlere Haidwiesen“ erneut den Limes. Dieser Wachtposten war schon Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr auszumachen und liegt wahrscheinlich im Bereich eines aufgelassenen Steinbruchs.

Der nächste Wachtposten WP 8/34 „Marienhöhe“ ist als konserviertes Mauerviereck neben der Kreisstraße sichtbar. Die Turmstelle ist sehr gut erforscht, hier sind nicht nur der Turm, sondern auch eine umlaufende Palisade und ein Graben nachgewiesen worden. Bevor der Turm errichtet wurde, stand hier ein Holzgestell, wahrscheinlich ein Vermessungsgerüst, von dem aus die Trasse des Limes im Gelände eingemessen wurde.

Jetzt geht es an einer Doline, dem Egelsee , vorbei unter einer Allee von Streuobstbäumen zum Museumscafé des Museumsparks von Adventon.

Die Tour wird dabei von ausgebildeten Limes-Cicerones geführt und begleitet von geschichtsnahen Interpreten des Frühmittelalters. Mit dabei ist ein Esel, je nach Gruppenstärke sind es auch mehrere, die in ihren Körben nicht nur ein wenig Proviant für den rund 2 Stunden dauernden Spaziergang tragen, sondern auch einige interessante Gegenstände, an denen Geschichte anschaulich und anfassbar werden kann. Für echte Geschichtsfreaks besteht die Möglichkeit, diese Limeswanderung zu einem Biwak auszudehnen. Unweit des römischen Grenzwalles kann man in gemieteten Zelten dem Erlebnis von Römern und Germanen näher kommen. Für die Teilnahme an der Limeswanderung fallen 4 Euro Gebühr an, die beim Cicerone zu entrichten sind.

Infos und Buchungen im Internet:
www.roemermuseum-osterburken.de
www.adventon.de
www.odenwald-incoming.de

© www.NOKZEIT.de


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