Mit Vollgas Richtung „Datenautobahn“

17.02.10

Antragslawine Breitbandinfrastruktur rollt: Städte und Gemeinden haben ihre Hausaufgaben gemacht

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Neckar-Odenwald-Kreis. (sch) Jeder, der für die Versendung einer etwas umfangreicheren Mail schon einmal Stunden gebraucht oder zur Informationsbeschaffung aus dem Internet einen halben Tag aufgebracht hat, weiß sie zu schätzen: eine leistungsfähige Internetverbindung. Und was für den Privaten mittlerweile beinahe unverzichtbar ist, ist es für den Geschäftsmann erst recht. Schnelles Internet ist längst ein unbedingt notwendiger Standortfaktor. Wer von der „Datenautobahn“ abgehängt ist, hat klare Wettbewerbsnachteile.

Im Neckar-Odenwald-Kreis soll sich das aber noch in diesem Jahr ändern. Im Rahmen einer beispiellosen Gemeinschaftsaktion, die auch im landesweiten Vergleich ihresgleichen sucht, fahren die 27 Städte und Gemeinden im gesamten Kreisgebiet derzeit nämlich mit Vollgas in Richtung „Datenautobahn“. Die Verantwortlichen vor Ort haben ihre Hausaufgaben zu 100 Prozent gemacht, wie der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WiNO), Johannes Biste, voller Bewunderung feststellt: „Aus dem Neckar-Odenwald-Kreis rollt eine regelrechte Antragslawine Richtung Stuttgart. Momentan haben wir schon 61 Förderanträge zur Schaffung von Breitbandinfrastruktur für schnelle Internetverbindungen in die Ortsteile des Neckar-Odenwald-Kreises weitergeleitet. Ein guter Teil davon ist bereits bewilligt. Mit weiteren Bewilligungen ist in Kürze zu rechnen.“

Darüber freut sich auch Landrat Dr. Achim Brötel: „Wir sind zwar noch nicht am Ziel. Klar ist aber schon jetzt: landesweit wird es keinen zweiten Kreis geben, der auch nur annähernd das erreicht, was wir gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Wenn alles klappt, werden wir bis Ende 2010 rund 125 km neue Glasfaserstrecken im gesamten Kreisgebiet haben. Das geplante Gesamtinvestitionsvolumen von nahezu 11 Millionen Euro setzt dabei gerade derzeit auch wirtschaftlich umso wichtigere Impulse“.

Mit Unterstützung der WiNO und des auf solche Fragen spezialisierten Ingenieurbüros IK-T aus Regensburg wurden unter erheblichem Zeitdruck sämtliche Anträge formuliert, aufeinander abgestimmt und in ein stimmiges Gesamtkonzept eingebunden. Mit dem schönen Nebeneffekt: Durch diese flächendeckende und kosteneffiziente Vorgehensweise hat der Neckar-Odenwald-Kreis die Anerkennung als landesweites Modellprojekt erlangt, was sich mit deutlich besseren Förderquoten noch einmal zusätzlich in Euro und Cent auszahlt. Fast 6 Millionen Euro Zuschüsse des Landes und der Europäischen Union sollen auf diese Weise in den Kreis geholt werden. Der Neckar-Odenwald-Kreis selbst hat darüber hinaus auch noch ein eigenes Förderprogramm aufgelegt, das ebenfalls mit 2 Millionen Euro dotiert ist. Und wenn es jetzt noch gelingt, den verbleibenden kommunalen Eigenanteil über den Gemeindeausgleichstock ebenfalls förderfähig zu machen, dürfen die Antragsteller Konditionen erwarten, die es in dieser Form noch nie gegeben hat und sicher auch nie mehr geben wird.

Als modellhaft kann darüber hinaus aber auch die Art und Weise bezeichnet werden, wie die Städte und Gemeinden, die  WiNO, das Landratsamt und das Regierungspräsidium Karlsruhe bei der Antragsabwicklung zusammenarbeiten: 32 Förderanträge wurden bereits bewilligt, viele Gemeinden befinden sich sogar schon im Vergabeverfahren. Wenn das Wetter mitspielt und vor allem der gefrorene Boden endlich auftaut, werden bereits im März und April die ersten Verlegearbeiten von Leerrohren und Glasfaserkabeln stattfinden. Mit dem ehrgeizigen Ziel, die neuen Strecken dann mit den bereits vorhandenen Trassen zu einem zukunftsfähigen Netz für den gesamten Neckar-Odenwald-Kreis zu verknüpfen.

Maßgeblichen Anteil am Gelingen dieses einzigartigen Projekts haben im Übrigen auch die Sparkassen, allen voran die Sparkasse Neckartal-Odenwald. Sie unterstützen nämlich schon seit langem die organisatorische Arbeit der WiNO und die technische Begleitung durch das Fachbüro mit großzügigen finanziellen Zuwendungen. „Das ist ganz praktische Wirtschaftsförderung, von der wir alle profitieren“, so Landrat Dr. Achim Brötel, der neben dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Neckartal-Odenwald Gerhard Stock insbesondere auch Minister Peter Hauk für seine große Unterstützung dankt. „Ohne die Sparkasse und ohne das persönliche Eintreten von Minister Hauk stünden wir heute sicher nicht da, wo wir stehen“. Für den Neckar-Odenwald-Kreis bedeute die aktuelle Entwicklung jedenfalls einen regelrechten Quantensprung in der Infrastrukturausstattung.

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