MdB Gerig besuchte Untertageanlage

12.03.10

Alois Gerig (Mitte) trägt sich im Beisein von Major Enrico Hanf (links) und dem Personalratsvorsitzenden Erwin Fritz (rechts) in das Besucherbuch der Untertageanlage Neckarzimmern ein. (Foto: privat)
Neckarzimmern. Kürzlich kam der Bundestagsabgeordnete Alois Gerig auf Einladung des Personalrates beim Materiallager Neckarzimmern zum Informationsaustausch in die größte Untertageanlage der Bundeswehr. Gerig, dem die Bundeswehrstandorte im Wahlkreis Odenwald-Tauber nach eigenem Bekunden sehr am Herzen liegen, war diesem Ruf gern gefolgt, um sich über die Entwicklungen am Standort Mosbach-Neckarzimmern zu informieren und sich mit eigenen Augen ein Bild vor Ort zu machen. Dies war gleichzeitig sein erster offizieller Besuch des Bundeswehr-Standortes Mosbach-Neckarzimmern nach der Bundestagswahl im September letzten Jahres.

Der Leiter des Materiallagers, Major Enrico Hanf, stellte in seinem Lagevortrag die geschichtliche Entwicklung des Standortes seit 2003, die damit verbundene Reduzierung der Präsenz der Bundeswehr vor Ort sowie den außergewöhnlich großen und vielseitigen Aufgabenbereich des Materiallagers in der Untertageanlage dar. In Anschluss erläuterten der Personalratsvorsitzende und der Vertreter für die schwerbehinderten Menschen ihre Sicht zur geplanten Privatisierung von Teilen der ortsfesten logistischen Einrichtungen der Bundeswehr im Bereich Lagerhaltung und Distribution, von der auch das Materiallager in Neckarzimmern betroffen wäre. Die Angebote von zwei Bieterkonsortien werden derzeit im Bundesverteidigungsministerium geprüft. Nun gilt es, einen Bieter als Sieger der Ausschreibung auszuwählen und zu analysieren, ob das Angebot dieses Bieters wirtschaftlicher ist als ein eigenoptimiertes Modell der Bundeswehr. Das abschließende Wort hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages. Sollte sich das privatisierte Modell als wirtschaftlichster Weg herausstellen, ist bereits für Mitte 2010 der Start eines Zehnjahresvertrages geplant, wobei zunächst eine dreijährige Übergangsphase vorgesehen ist.

Seit längerem wird um das Privatisierungsprojekt „Lagerhaltung und Distribution“ politisch gerungen, weil nicht auszuschließen ist, dass im Rahmen der Privatisierung Einrichtungen geschlossen werden. Die Bundeswehr ist seit 1960 in Neckarzimmern präsent und war einmal der zweitgrößte Arbeitgeber in der Region mit ca. 1200 Soldaten und zivilen Mitarbeitern bzw. der größte Ausbildungsbetrieb. Durch mehrere Strukturreformen schrumpfte die Zahl der Mitarbeiter in Neckarzimmern auf derzeit ca. 350 Beschäftigte, davon ca. 15% schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen. Auch die Anzahl der Auszubildenden „Fachkräfte für Lagerwirtschaft“ wurde bereits wegen der anstehenden Privatisierungsentscheidung und der damit verbundenen Strukturunsicherheit von jährlich acht auf zwei reduziert. Dabei ist das Materiallager Neckarzimmern nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber. Aufgrund der Größe der Liegenschaft ist die Bundeswehr auch ein wichtiger Auftraggeber für mittelständische Bau- und Handwerksunternehmen.

Sollte es zu einer Privatisierung kommen, ist es zentrales Ziel, dass die zivilen Mitarbeiter durch den zivilgewerblichen Auftragnehmer übernommen werden. Wenn der Logistikbereich in der Untertageanlage nicht erhalten bleiben könne, so sollte auf Seiten der Bundeswehr geprüft werden, ob die Untertageanlage von der Bundeswehr mit anderem Aufgabenbereich weitergeführt werden könne, so der Vorsitzende des Örtlichen Personalrates, Erwin Fritz. Zwar hätte der Personalrat Verständnis dafür, dass mit Haushaltsmittel sparsam umgegangen werden müsse, aber es sei auch selbstverständlich, dass die Mitarbeiter für ihre Arbeitsplätze kämpfen.

Zum Abschluss erfolgte ein Rundgang durch die Abteilungen und Arbeitsbereiche in der Untertageanlage. Bundestagsabgeordneter Gerig sagte den Beschäftigten seine Unterstützung für deren Anliegen in Berlin zu. Sein Schlusswort: „Ich setze mich dafür ein, dass möglichst alle Bundeswehrstandorte in unserer Region dauerhaft erhalten bleiben“.

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