Lärmfeuer auch auf dem Winterhauch

17.03.10

Feuernetz vom Rhein bis zum Main – Vortrag, Fackelzug und Großfeuer in Wagenschwend

(Foto: Hofherr)

Wagenschend. (bd) In seiner Ausdehnung ist es das größte Open-Air-Festival, das es in Deutschland gibt. Zum vierten Mal werden am Samstag, 27. März 2010, die Lärmfeuer auf den Höhen des Odenwaldes entflammt werden und in teilweise historisch nachgestellter Signalkette vom Rhein zum Main unser Mittelgebirge überziehen. Der Heimat und Museumsverein Wagenschwend schließt erstmals die Lücke, die bis dato im badischen Odenwald klaffte und verbindet die Linie bei Beerfelden mit den östlichsten Teilnehmern in Osterburken (Adventon) und Merchingen (Bieringer Höhe) mit einem Großfeuer auf dem Winterhauch.

Die Befeuerung der Odenwaldberge zum Zweck der Signalgebung geht bis in vorgeschichtliche Zeiten zurück. Auch die Römer benutzten dieses optische Kommunikationssystem aus Licht und Rauch und setzten es zwischen den Wachttürmen am Limes und den Kastellen im Hinterland ein. Während der Kriege des 16., 17, und 18. Jahrhunderts wurden die Lärmfeuer auf den Bergen des Odenwaldes wieder gezündet, desgleichen in den Revolutionsjahren Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein 502 Meter hoher Berg bei Ober-Mossau, der den historisch überlieferten geografischen Namen „Lärmfeuer“ trägt, erinnert an dieses System von Signalketten. Es sollte wirksam zur Warnung vor dem vorwiegend aus Westen heranrückenden Feinden dienen, da die Feuer, zumal bei Nacht, weithin sichtbar waren. Die Signalfeuer wurden auf den Bergkuppen angezündet, um die Bevölkerung zu alarmieren, daher der Name „Lärmfeuer“.

Im Odenwald und Nibelungenland werden am 27. März ca. 25 Lärmfeuer brennen, die zeitversetzt – beginnend in Lorsch – bis Osterburken entzündet werden. Der Wagenschwender Heimat- und Museumsverein hat sich im Herbst in das Gemeinschaftsprojekt eingereiht und bietet nun Information und Erlebnis. Zunächst referiert Luftbildarcheologe Rudolf Landauer um 19.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus über die geschichtlichen Hintergründe der Feuerzeichen bei den Römern. Anschließend wird ein Fackelzug zur Feuerstelle, die sich auf dem Höhenzug im Gewann Fahrenbusch, gut sichtbar von der Straße Eberbach – Buchen, befindet, starten und um 20.15 Uhr das Lärmfeuer entzünden.

Fackeln werden als Eintritt zur Veranstaltung für 3 Euro angeboten, auch Getränke und kleine Speisen hält der Veranstalter, der von der Feuerwehr Wagenschwend und dem Arbeitskreis der VHS Limbach unterstützt wird, bereit.

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